Wann setzt die Erinnerung ein?

Eltern haben einen Einfluss darauf, ob die Erinnerungen ihrer Kinder aus dem dritten und vierten Lebensjahr erhalten bleiben oder nicht.


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Wann setzt die Erinnerung ein?

An die ersten zwei Jahre kann sich kein Erwachsener erinnern. Foto: Thinkstock


Gedächtnisforschung: Der erste Geburtstag ist für die ganze Familie ein Ereignis. Das Geburtstagskind selbst erinnert sich später jedoch nicht mehr daran. Ebenso wenig wie an das Gefühl, wie es war, zum ersten Mal durch Schnee zu stapfen oder einen Lolli zu lutschen. Zwar können Kleinkinder einige Wochen oder auch Monate lang über ihre Erlebnisse sprechen, die Erfahrungen landen jedoch nicht im Langzeitgedächtnis, sondern gehen wieder verloren. Eine Studie der kanadischen Memorial University of Newfoundland zeigt: In westlichen Ländern wie Europa, Kanada und den USA beginnt die früheste Erinnerung durchschnittlich mit etwa dreieinhalb Jahren. In asiatischen Ländern wie China sogar erst bei über vier Jahren. Aber woher kommt dieser Unterschied – und wovon hängt es ab, welche Ereignisse der frühen Kindheit sich dauerhaft einprägen? Die 'infantile Amnesie' – so nennt man die Schwierigkeit von Erwachsenen, sich an die ersten Lebensjahre zu erinnern – hat offenbar nicht nur mit der Gehirnentwicklung zu tun. Sondern auch damit, wie in der Familie miteinander gesprochen wird. Über Erlebnisse reden: An die ersten zwei Lebensjahre kann sich kein Erwachsener erinnern. Ob aber aus dem dritten oder vierten Lebensjahr Erinnerungen erhalten bleiben, darauf haben Eltern Einfluss. Der Schlüssel dazu ist: Sich mit dem Kind gern und ausführlich über dessen Erlebnisse zu unterhalten. Dies gilt auch als Grund dafür, dass in westlichen Kulturen die Erinnerung eher beginnt: Dort steht meist das Kind im Mittelpunkt von Geschichten. In Asien hingegen drehen sich Gespräche traditionell mehr um die Gemeinschaft als um individuelle Erfahrungen.



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