Reborn Baby: Darum kaufen sich Menschen lebensechte Puppen

Viele Mädchen haben im Kindesalter mit Puppen gespielt. Doch bei diesem Trend, der seit Jahren immer weiter zunimmt, kaufen sich Teenager und erwachsene Frauen lebensechte Puppen, sogenannte Reborn Babys. Sind das nur Spielzeuge oder echter Kinderersatz? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

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Reborn Babys sehen echten Babys zum Verwechseln ähnlich.


Wer „Reborn Baby“ („wiedergeborenes Baby“) in der Suche bei Google eingibt, findet tausende Bilder mit den lebensechten Puppen. Je nachdem, welches Babyalter sie darstellen sollen, haben sie spärliche Haare (oft aus echtem Haar), schrumpelige Hände und Füße, eine Haut aus einem speziellen Silikon, das der menschlichen Haut nachempfunden ist, und sie sehen auch sonst echten Babys zum Verwechseln ähnlich. Doch was fasziniert Frauen so sehr an diesen Puppen?

Ist ein Reborn Baby ein Kinderersatz?

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich erwachsene Frauen oder auch kinderlose Paare eine Rebornpuppe zulegen. Für einige ist es tatsächlich ein Kindersatz – sie haben vielleicht ihr eigenes Kind verloren oder können keine Kinder kriegen. Manchmal möchten sie auch einfach ihre Muttergefühle, die sehr stark sind, erneut einem kleinen Wesen schenken – auch wenn sie schon Kinder haben. Oder die lebensechten Babys helfen werdenden Müttern im Umgang mit ihren echten Babys. Andere wiederum sehen Reborn Babys als Spielzeug oder als Sammelgegenstand. Manche Babys sehen sogar aus wie berühmte Persönlichkeiten – zum Beispiel wie der kleine George aus England:

Die Rebornpuppe der 40-jährigen Sandra hingegen half ihr damals bei der Bewältigung ihres Burnout-Syndroms. Wie sie gegenüber berliner-zeitung.de berichtet, dient ihr Reborn Baby Penelope dazu, sie herunterzubringen: „Als ich Penelope auf den Arm nahm, merkte ich, wie mein Körper entspannte und ich runterfahren konnte. [...] Andere nehmen Anti-Depressiva und ich nehme eben meine Puppe. Es geht mir gut dabei, und das ist alles, was zählt.“ Reborn Babys haben also auch therapeutischen Nutzen.

Reborn Baby kaufen: Was kosten Reborn Babys?

Wer auch gerne ein Reborn Baby haben will, der bekommt solche Puppen schon für ca. 50 Euro. Teurere Modelle sind dann oft handgefertigt und mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Schnell können solche Modelle bis zu 800 Euro oder mehr kosten. Manche werden auch nach Vorbild von verstorbenen Babys hergestellt. Allerdings ist diese Methode bei vielen Psychologen oder auch Puppenherstellern umstritten – es kann die Trauer um das verstorbene Kind nur verstärken.

Reborn Babys als Trend auf YouTube

Auch auf YouTube finden sich immer mehr „Reborn Mamis“, die ihren Alltag mit den Kleinen filmen. Sie haben die komplette Ausstattung, die auch echte Eltern für ihre Babys kaufen – Kinderwagen, Spielzeug, Kinderbettchen und vieles mehr. Mary ist eine dieser Reborn Mamas – sie hat auf ihrem Kanal „Little Reborn Nursery“ schon über 27.000 Abonnenten. Ihre Puppen halfen ihr durch schwere Zeiten und bei ihnen kann sie im gewissen Maße Mama sein, wie sie selbst auf ihrem Kanal schreibt. Mary ist erwachsen - doch nicht nur erwachsene Frauen interessieren sich für diese Puppen.

Maggie hat ebenfalls schon über 33.000 Abonnenten und ist erst 17 Jahre alt. Sie hatte schon immer den Drang verspürt, Mutter sein zu wollen – und kann so ihre Muttergefühle ausleben. Wer sich weiter auf YouTube umschaut, entdeckt Achtjährige, die von ihren Eltern so eine Reborn Puppe geschenkt bekommen haben, oder eine 13-Jährige, die ihren Alltag mit den Reborn Babys zeigt. Und natürlich finden das nicht alle normal.

Frauen mit Reborn Babys werden oft angefeindet

Es gibt viele Hater, die unter den Videos Kommentare wie „Das ist doch krank“, „Verstörend!“, „Was bist du für ein Psycho?“ oder „So jung und dann Mutter spielen – das ist doch verrückt!“ schreiben. Viele können dieses Hobby nicht nachempfinden. Aber auch Besitzer von Rebornpuppen kritisieren sich untereinander – viele Reborn Mütter vermenschlichen die Puppen zu sehr. Und damit würden generell solche Menschen einen schlechten Ruf bekommen.

Und auch wenn viele das Hobby als verstörend empfinden oder ablehnen – prinzipiell darf jeder machen, was ihm oder ihr guttut, solange man niemanden damit verletzt. Für die Besitzerinnen dieser Reborn Babys sind die Puppen ein Teil ihres Lebens – egal, ob sie 13 oder 56 Jahre alt sind.

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