Gewichtsdecke selber nähen

Schon lange in der Therapie als beruhigendes und wohltuendes Mittel eingesetzt, finden Gewichtsdecken immer mehr auch in privaten Haushalten Verwendung. Wir erklären, wie und warum eine Gewichtsdecke funktioniert und wie Sie eine solche Decke selbst nähen können.

Warum Gewichtsdecken so beruhigend sind

Eine Gewichtsdecke ist meist mit Reis oder Linsen gefüllt und dadurch deutlich schwerer als herkömmliche Decken. Durch das Gewicht hat die Decke eine beruhigende Wirkung und hilft dadurch bei Einschlafproblemen. Das funktioniert so gut, dass Krankenhäuser Gewichtsdecken sogar bei Patienten einsetzen, die unter Angst- beziehungsweise Schlafstörungen leiden. Die Decke drückt sanft und gleichmäßig auf den Körper, was eine Entspannung des Nervensystems bewirkt. Die Decke vermittelt Geborgenheit und begünstigt die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin. Daher hilft eine Gewichtsdecke nicht nur beim Einschlafen, sondern auch bei Angstattacken.

Gewichtsdecke


Gewichtsdecken bei Kindern

Während im therapeutischen Rahmen Gewichtsdecken meist bei Angstpatienten oder bei Patienten mit Autismus zur Beruhigung eingesetzt werden, ist so eine Decke auch ein Einschlaftrick für Kinder. Ob am Abend oder für das Nachmittagsschläfchen – decken Sie Ihr Kind 20 Minuten mit der Gewichtsdecke zu. Nach dem Einschlafen kann sie durch eine leichtere Decke ersetzt werden. Dabei soll sich das Kind immer gut unter der Decke bewegen können und der Hals sollte unbedeckt bleibt. In der Regel beträgt das Gewicht einer Gewichtsdecke 10 Prozent des Körpergewichts, also darf die Decke zum Beispiel bei einem Gewicht von 30 Kilo maximal 3 Kilo wiegen.
Der leichte, gleichmäßige Druck beruhigt Ihr Kind. Eine Gewichtsdecke kann dazu beitragen, den Atem zu verlangsamen, die Muskeln zu entspannen und das Schlafhormon Melatonin anzukurbeln. So gleitet Ihr Kind geborgen unter der kuscheligen Decke ins Land der Träume über.

Gewichtsdecke selber machen – So einfach geht`s!

Eine Gewichtsdecke zu nähen ist relativ zeitaufwändig, aber vom Schwierigkeitsgrad sehr einfach. Nähanfänger dürfen sich an diesem Projekt gerne versuchen. Wichtig ist eine Nähmaschine mit stabiler Nadel, z.B. eine Jeansnadel.
Zur Erklärung:
„Links auf links“ = Zwei Stoffe liegen mit ihren linken Seiten aufeinander, die schönen Seiten sind außen
„Rechts auf rechts“ = Zwei Stoffe liegen mit ihren rechten Seiten aufeinander, die schönen Seiten sind also innen

Das brauchen Sie, um die Gewichtsdecke zu nähen

• 49 Stoffstücke, jeweils 20 x 30 cm
Tipp: Bunte Stoffreste können Sie ebenso verwenden wie fertige Patchwork Stoffpakete.
• Festen Baumwollstoff, z.B. ein altes Bettlaken oder Polsterbezugsstoff, mindestens 140 x210 cm
• Reis (Gewicht des Kindes x 0,10 = Menge des benötigten Reis)
• Schere, Stift, Stecknadeln, Nähmaschine
• Wolldecke, mindestens 150 x 220 cm

So nähen Sie die Gewichtsdecke

1. Schneiden Sie 49 20 x 30 cm große Stoffstücke jeweils aus dem bunten Stoff und aus dem festen Baumwollstoff zu.

Legen Sie die bunten Stoffstücke auf den Boden und ordnen Sie die Stücke so an, wie Ihnen das Muster am besten gefällt.
Tipp: Machen Sie ein Foto von Ihrer Auswahl, falls die Stücke später durcheinander geraten.

Gewichtsdecke Step 1

Stoffstücke anordnen


2. Jeweils ein buntes Stoffstück und ein Stück aus dem Baumwollstoff bilden ein Pärchen. Nähen Sie die beiden Stücke an drei Seiten links auf links mit einer Nahtzugabe von 1,5 cm zusammen. Wählen Sie einen geraden Stich mit geringem Abstand, so dass eine engmaschige Naht entsteht.

Gewichtsdecke Step 2

Stoffstücke zu Säckchen nähen


3. Befüllen Sie die entstandenen Säckchen mit Reis. Teilen Sie dazu die errechnete Gesamtmenge durch die Anzahl der Säckchen, hier 49. Mit einer Küchenwaage messen Sie diese Teilmenge ab und befüllen jeden Beutel. Anschließend nähen Sie auch die vierte Seite an jedem Säckchen zu.

Gewichtsdecke Step 3

Säckchen mit Reis befüllen und zunähen


4. Nun legen Sie die befüllten Säckchen in der anfangs festgelegten Reihenfolge auf den Boden. Nähen Sie nun Reihe für Reihe die Säckchen rechts auf rechts und anschließend die Reihen rechts auf rechts zusammen. Alle Nähte sollten nun auf der Rückseite, d.h. auf der Seite des Baumwollstoffs, sein.

Tipp: Die Decke wird, je mehr Säckchen Sie zusammenfügen, immer schwerer. Dementsprechend schwieriger ist es für den Nähfuß, den Stoff weiter zu transportieren. Achten Sie darauf, dass das Gewicht nicht an der Einstichstelle zieht. Helfen kann ein zusätzlicher Stuhl, auf dem Sie das Gewicht ablegen.

Gewichtsdecke Step 4

Gefüllte Patches zusammenfügen


5. Jetzt ist aus den Säckchen eine große Decke entstanden. Für die Rückseite und um die Nähte zu verdecken eignet sich ein kuscheliger Stoff oder eine alte Wolldecke. Nähen Sie diese Wolldecke und die Patchworkdecke rechts auf rechts an drei Seiten zusammen. Stülpen Sie dann die rechten Seiten nach außen und nähen die dritte Kante sauber zu.
7. Schlafen Sie gut!

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Sophia Gesierich
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