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Laut Carolin Kebekus: Diese 6 Dinge machen Frauen häufig noch falsch

Laut Carolin Kebekus: Diese 6 Dinge machen Frauen häufig noch falsch

Buchempfehlung

Komikerin und Schauspielerin Carolin Kebekus hat ein sehr unterhaltsames, deutliches Buch über Feminismus geschrieben. Ihr Anliegen ist es, uns zu zeigen, dass wir uns häufig gegenseitig im Weg stehen, obwohl wir uns mit sehr einfachen Mitteln deutlich besser unterstützen könnten. Sie kritisiert nicht nur, wie es aktuell für Frauen läuft, sondern hat auch einige Lösungsansätze parat. Ich habe 6 kluge Dinge aus ihrem Buch gelernt, die sie uns Frauen mit auf den Weg gibt.

"Dies ist ein feministisches Buch, und ich verstehe unter Feminismus, dass wir für die Gleichberechtigung aller Menschen kämpfen. Damit wir uns nicht gegenseitig bekämpfen müssen."

Carolin Kebekus

#1 Frauen im Job sind viel zu selten übertrieben lustig

Eines der Themen über die Carolin Kebekus schreibt, sind Frauen im Job. Sie als erfolgreiche Komikerin ist immer lustig und darf es in ihrem Business auch sein. Doch wenn Frauen am Arbeitsplatz sonst auch lustig sind oder derbe Witze machen, so wie es Männer häufig tun, dann wird das oft als unangenehm wahrgenommen. Die zweite Sache ist die: Erfolgreiche Männer in Führungspositionen dürfen so schlechte Witze machen, wie sie möchten, das ist völlig in Ordnung. Eine Frau wird häufig weniger ernst genommen, wenn sie es ihren männlichen Kollegen in Sachen derbe Sprüche gleich tut. Darum ruft die 41-Jährige uns auf, ruhig öfter mal zu laut zu lachen und witzig zu sein. Vor allem sollten wir viel mehr gegenseitig über unsere Witze lachen, damit es nicht als unweiblich angesehen wird, dass auch frau einfach mal "unangemessen derbe" Scherze machen darf.

#2 Viele Frauen versuchen einer sozialen Rolle zu entsprechen

Carolin stellt fest, dass es eigentlich nur 3 Rollen gibt, die man als Frau erfüllen sollte: Die sexuell aktive Geliebte(immer auf der Suche oder in festen Händen), die alles im Griffe habende Familienmutter oder die perfekte Geschäftsfrau. Viele Frauen, so glaubt die Autorin, würden häufig Rolle zwei und drei nacheifern bzw. sich dabei zerreiben diesen beiden Rollen gleichzeitig gerecht zu werden. Ironisch merkt sie an: Nur Heidi Klum schafft es scheinbar, alle drei dieser Jobs perfekt in Einklang zu bringen. ;) Letztlich tut es uns einfach nicht gut, uns überhaupt in diese Rollen pressen zu wollen. Wir sollten uns gegenseitig einfach nicht mit Erwartungen übertrumpfen, denn wirklich niemand hat Spaß daran, diese Schubladen zu bedienen oder kann ihnen irgendwie gerecht werden.

Seit vielen Jahren legt die 41-Jährige Rheinländerin in ihren Auftritten den Finger in die Wunde der angeblichen Gleichberechtigung der Frauen. In ihrer eigenen Show, die 2021 sogar mit dem Grimme Preis ausgezeichnet wurde, widmet sie sich ironisch-bissig vielen weiblichen Tabuthemen von der Periode, über Abtreibung bis zu weiblicher Verhütung und nimmt in ihren Sketchen zu Gender-Pay-Gap, Sexismus, Rassismus und vielen feministischen Themen Stellung. Am 7. Oktober ist ihr erstes Sachbuch "Es kann nur Eine geben" erschienen, das jetzt schon ein Bestseller ist und feministische Themen auf sehr verständliche und hochaktuelle Weise erläutert und dazu noch unterhaltsam ist, ohne so theoretisierend zu sein.
Es kann nur eine geben
Es kann nur eine geben

#3 Wir bilden zu wenig Allianzen

Im Arbeitsbereich von Carolin Kebekus hörte sie Jahre lang immer, sie sei "die lustigste Frau Deutschlands". Dabei weist sie in ihrem Buch eine ellenlange Liste mit Frauennamen nach, die sehr lustig sind und im Unterhaltungsbereich arbeiten. Das Problem sei gerade beim Fernsehen immer gewesen, dass es hieß "Es kann nur eine geben". Wenn schon eine lustige Frau da ist, ist dieser Platz schon belegt.

Wir sollten uns von diesem Denken frei machen und dafür eintreten, dass wir einander sichtbar machen, auch wenn wir es nach außen nicht sind. Denn natürlich ist Carolin nicht die einzige lustige Frau im Medienbereich. Das ist sicherlich nicht in allen Jobbereichen so, was man daraus aber lernen kann: Wir sollten uns miteinander viel stärker solidarisieren als einander als Konkurrentinnen zu sehen.

Dieses Konkurrenzdenken und die Härte, mit der wir einander verurteilen ist überflüssig. Passende Beispiele, wie Frauen es sich selbst schwer machen, sind die After-Baby-Body-Diskussion oder die vielen Mommy-Wars, bei denen wir uns gegenseitig fertigmachen. Absolut unnötig, denn wir sitzen alle im selben Boot.

#4 Wir sind viel zu selten Mentorinnen füreinander

"Es gibt viel zu weniger weibliche Vorbilder für junge Frauen. Du kannst eine sein."

Carolin Kebekus, Es kann nur Eine geben

Sehr klug und wichtig, finde ich den Hinweis, dass wir im Job oder Alltag einfach viel mehr aufeinander achten und uns unterstützen könnten. Es gäbe laut Carolin viel zu wenige weibliche Vorbilder. Wer in einer sehr männerdominierten Branche arbeitet, sollte sich als Frau stärker mit den Kolleginnen solidarisieren oder z.B. der neuen Praktikantin helfen bzw. sie gegenüber dem Chef und eventuellen sexistischen Angriffen unterstützen bzw. verteidigen. Wir sollten uns mehr gegenseitig in Jobs empfehlen, so wie es Männer miteinander auch machen, wenn sie die Karriereleiter hochklettern. Bei Carolin heißt das: Gründet Girlgangs!

#5 Es gibt zu wenige soziale Rollenvorbilder für junge Frauen

Zu Beginn ihres Buches durchmisst die Autorin die Geschichte und stellt fest, dass es von der Bibel bis über die Kunst, Literatur bis zu Fernsehen, Kino und Co. einfach viel zu wenige Rollenvorbilder für junge Mädchen gibt. Woran sollen sich junge Mädchen orientieren, wenn in den meisten Disney-Filmen die Heldin immer noch vom Prinzen gerettet wird? Wobei es hier inzwischen deutlich diverser und differenzierter zugeht, als noch vor 40 Jahren.

Dennoch gibt es einfach viel zu wenige Frauen-Vorbilder in der Kultur, so dass Mädchen letztlich zu wenige starke, differenzierte Identifikationsflächen finden, die ihnen zeigen, dass sie nicht nur als (meist Hetero-)Hausfrau, Ehefrau oder an der Seite eines Mannes erfolgreich sein können, sondern auch alleine und in ganz anderen Berufen durchstarten können als sie es glauben.

Wir Mütter müssen versuchen, unseren Kindern eben auch andere Vorbilder zu zeigen, die diverser und vielfältiger sind, doch dafür müssten auch die Medienlandschaft uns helfen und die Geschichten dieser Frauenfiguren erzählen.

Man findet immer etwas, was man mit anderen Frauen gemeinsam hat. Und Verbindungen sind wichtig. Wir brauchen mehr Verbündete und weniger Konkurrentinnen."

Carolin Kebekus, Es kann nur eine geben

#6 Frauen geben viel zu selten den Männern laut Kontra

Einen Aufruf, den ich als extrem wichtig finde, weil ich es selbst wie zu selten mache: Wir sollen den Männern viel häufiger gemeinsam Kontra geben. Sonst sind sie es nicht gewohnt, dass die Frau auch mal unbequem wird, sich für ihre Sache einsetzt und Gegenwind gibt. Wenn eine Frau sich im Job durchsetzt, gilt sie gleich als "karrieregeil", wenn ein Mann dies tut, ist er oft eben durchsetzungsfähig und ein Führungstyp.

Carolin schlägt vor, dass wir nicht warten, bis eine Frau in der Runde mal den Mund aufmacht, sondern uns gemeinsam erheben und die eine Frau, die ein bißchen mutiger ist als wir, unterstützen. Irgendwann haben dann vielleicht umso mehr andere Frauen und Kolleginnen den Mut, es ihr gleich zu tun.

Unterhaltsam und klug

Ich finde Carolin Kebekus sehr lustig und sehr sympathisch. Doch auch wenn man ihren Humor bisher nicht besonders mochte: Ich finde, ihr Buch kann man auch dann sehr gut lesen. Sogar wenn man bisher mit feministischen Themen kaum Berührung hatte oder diese für sich ablehnte. Denn die Autorin schreibt nicht nur witzig und sehr einfach und klar, sie zeigt, dass eigentlich jede Frau heutzutage Feministin ist. Denn eigentlich wollen wir Frauen doch alle: Gesehen werden, gleichberechtigt behandelt werden und nichts weniger als das.

Sie gibt sehr viele Beispiele aus der Geschichte der Frauenbewegung an, die zeigen, dass wir heute schon sehr viel weiter sind als früher aber eben noch nicht da, wo wir sein könnten. Vor allem kann die Gleichberechtigung nur etwas werden, wenn wir zusammen halten und jede von uns in ihrem Alltag für sich und für die anderen Frauen in ihren Kreisen eintritt. Natürlich gibt Caroline hier keine klassische Abhandlung zu strukturellem Feminismus und ist sich genau bewusst, dass einige moderne junge Feminist*innen sie dafür kritisieren werden, was sie schreibt. Das finde ich sehr sympathisch.

Macht euch einfach eure eigene Meinung und schaut mal ins Buch. Mich würde sehr interessieren, wie ihr diese obigen Tipps seht und ob ihr glaubt, dass sie Recht hat oder geht euch das vielleicht noch gar nicht weit genug? Tauscht euch gern mit mir aus und schreibt mir eine E-Mail an katja@familie.de

Bildquelle: Getty Images/Michael Gottschalk / Freier Fotograf

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