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Corona-Impfung für Lehrer und Erzieher ab März: Erste Kritik wird laut

Corona-Impfung für Lehrer und Erzieher ab März: Erste Kritik wird laut

Ist das fair?

Auf starken Druck vieler Verbände und Politiker*innen wurde jetzt entschieden, dass Lehrer*innen und Erzieher*innen früher geimpft werden können. Dafür muss die Impfverordnung geändert werden. Erste Kritik kommt dafür vor allem vom Deutschen Ethikrat, denn andere wichtige Berufsgruppen oder Risikopatient*innen würden dann eventuell warten müssen.

Kita- und Schulpersonal soll noch ab März ein Impfangebot bekommen

Am Montag entschieden sich laut ÄrzteZeitung alle Bundesländer ohne Gegenstimmen dafür, dass Kita- und Lehrpersonal eher gegen das Coronavirus geimpft werden kann, als es bisher der Plan war. Dazu muss die Impfverordnung geändert werden, was noch in dieser Woche passieren soll.

Die Lehrer*innen und Erzieher*innen wurden dafür aus der Priorisierungsgruppe 3 in die Gruppe 2 höher gestuft, damit sie ihre Impfung schon vor Mai erhalten können. In der zweiten Gruppe sind damit jetzt neben chronisch Kranken und Menschen über 70 sowie Polizeibeamt*innen auch die Pädagog*innen. Können diese nun alle im März eine Impfung erhalten?

Ethikrat kritisiert Veränderung der Impf-Reihenfolge

Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats sieht dieses Vorhaben mit gemischten Gefühlen: Sie gibt in einem Interview mit Deutschlandfunk zu Bedenken, dass es nun angesichts der knappen Impfvorräte zu einem "Verteilungskonflikt" komme.

"Ich kann die politische Motivation nachvollziehen und natürlich sind Kitas und Schulen ein ganz essenzieller Bereich der Gesellschaft. (...) Ich hätte mir gewünscht, dass man eine erhöhte Sicherheit dort erreicht hätte beispielsweise über Tests. (...) Wenn Sie einer Gruppe bevorzugt etwas geben, dann fehlt es eben tatsächlich irgendwo anders."

Alena Buyx, Vorsitzende Deutscher Ethikrat

Problematisch sei die neue Priorisierung vor allem, weil in der zweiten Gruppe nun besonders viele Menschen sind, die ebenfalls eine Impfung sehr nötig haben, weil es sich z.B. auch um Risikopatient*innen handelt, die schon lange auf ihre Impfung warten oder um Polizeibeamt*innen, die in ihrem Beruf ebenfalls hohen Ansteckungsrisiken ausgesetzt seien.

Insgesamt würde die neue Impfverordnung dann den Impfprozess verlangsamen, weil noch nicht klar ist, ob der Impfstoff aktuell reicht und wer jetzt innerhalb der zweiten Impfgruppe zuerst geimpft wird. Bestimmte Risikogruppen würden daher mit der neuen Entscheidung hadern.

Grundschullehrkräfte und Kitapersonal erhalten AstraZeneca-Impfstoff

Laut Tagesschau.de sollen die Lehrkräfte der Grundschulen und die Erzieher*innen ab März voraussichtlich den Impfstoff von AstraZeneca erhalten. Dieser würde aktuell noch ungenutzt in den Lagern der Bundesländer liegen, weil sich nicht alle Menschen aus Priorisierungsgruppe 1 wegen Impf-Nebenwirkungen bisher noch nicht impfen lassen wollten. Mit diesem Impfstoff werden aktuell auch Polizeibeamt*innen in einigen Ländern wie Berlin und Brandenburg geimpft oder bekommen ihn noch im März angeboten.

Bildquelle: Getty Images/LightFieldStudios

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