Slow Family: Das Familienleben entschleunigen

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Slow Family: Das Familienleben entschleunigen

"Beeil dich bitte!" "Jetzt mach schon!" "Wir haben keine Zeit mehr!" – alles Sätze, die wir an manchen Tagen hundertmal sagen. Getrieben von Aufgaben und Terminen hasten viele Familien hechelnd durch den Alltag. Hamsterrad-Feeling von sechs in der Früh bis acht am Abend. Dann ist der Akku alle. Julia Dibbern und Nicola Schmidt kennen den Stress aus ihrem eigenen Familienalltag – und haben jetzt einen wunderbaren Ratgeber geschrieben "Slow Family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern". Wir haben uns mit den beiden Autorinnen unterhalten.

Runter vom Gas!

"Seit wir Kinder haben, dreht sich das Rad noch schneller". Kennen Sie dieses Gefühl auch aus Ihrem Familienalltag? Zeitdruck, Hektik und der Wunsch, alles richtig zu machen, führen in vielen Familien zu einer Überdosis Stress. Das einzige was dagegen hilft: Das Leben mit Kindern entschleunigen. Runter vom Gas. Mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens. Aber wie sollen wir das in unserem durchgetakteten Alltag bewerkstelligen? Die beiden Pionierinnen der Artgerecht-Bewegung Julia Dibbern und Nicola Schmidt haben zu den Problemen des modernen Alltags einen klugen Ratgeber geschrieben. Der Titel ist Programm: Slow Family. Die beiden Mütter haben viele Lebensentwürfe ausprobiert, dabei mal in der Stadt, mal auf dem Land gelebt, selbstkritisch viele "Selbstversuche" unternommen und sich mit vielen, vielen anderen Eltern ausgetauscht - und kamen schlussendlich zu der Erkenntnis "Man braucht gar nicht alles radikal zu ändern, um ein gutes, entspanntes Familienleben zu haben." Das hören wir gerne! Wir müssen nicht alles perfekt machen, um es besser zu machen.

Slow family: Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern

Die Lektüre von "Slow Family" zeigt: Viele der Dinge, die für ein Leben mit Liebe, Nähe und Geborgenheit wichtig sind, tragen wir in uns, wissen wir bereits. Aber es tut gut, vieles davon nochmals zu lesen. Die vielen Anekdoten und Geschichten helfen dabei – Julia Dibbern und Nicola Schmidt kommen dadurch nicht als "allwissende Expertinnen" rüber, sondern sind fast Freundinnen, die mit ihren Erfahrungen weiterhelfen möchten. Was sie nicht wollen: Rezepte liefern. Sie haben für uns jedoch leicht umsetzbare Ideen und Denkanstöße gesammelt, wie man als Familie glücklich und mit ein bisschen weniger Stress zusammen leben kann. Tipps fürs Einkaufen, Zähne putzen, Haare waschen, Anziehen, das abendliche Ins-Bett-geh-Problem, für die Pflege von Beziehungen, für schöne Rituale – und viel Input für ein bisschen mehr Natur im Alltag.
Die beiden Autorinnen sind mit ihren Leserinnen "per Du" und immer auf Augenhöhe. Deshalb übernehmen wir in unserem Gespräch das vertrauliche "Du". Auch aus dem Grund, weil der Zusammenhalt und die gegenseitig Unterstützung von uns Frauen und Müttern so wichtig ist!

Julia Dibbers und Nicola Schmidt

familie.de: Was hat euch bewegt, dieses Buch zu schreiben?
Nicola: Die Welt brauchte das. :-)
Ernsthaft: Wenn wir in der Beratung oder jedes Jahr in den Artgerecht-Camps mit Familien sprechen, hören wir fast jedes Mal, wie sehr sie im Stress sind. Das kann alles sein: Der Stress der Vollzeitmutter, die zuviel alleine gelassen ist mit Haushalt und Kindern und der Stress der arbeitenden Mutter, die sich zwischen Familie und Beruf aufreibt. Zeit hat heute fast niemand mehr - frag doch mal in deinem Freundeskreis.

familie.de: Gehört Stress nicht inzwischen zum Leben einfach dazu?
Julia: Bis zum einem bestimmten Punkt hat er immer dazu gehört, sonst hätten wir menschlichen Säugetiere nicht so ein ausgeklügeltes Stresssystem. Stress per se ist erstmal nichts Schlimmes, sondern hält uns wach und lebendig. Problematisch wird es erst, wenn wir zwischendurch nicht mehr die Chance bekommen, runterzufahren. Und zwar als ganze Familie. Gestresste Eltern machen gestresste Kinder, da ist die Studienlage ist eindeutig, so unangenehm das ist. Wen Details interessieren - wir erläutern das im Buch sehr ausgiebig. Nicht nur Individuen, sondern auch Familien als System haben bestimmte Grundbedürfnisse, und wenn die nicht erfüllt werden, entsteht für alle Stress.

Nicola: Und Stress führt unweigerlich zu dem, was Forscher "ungünstiges Erziehungsverhalten" nennen, sie erhöhen die Anforderungen an ihre Kinder ins Unerreichbare - und das produziert gestresste Kinder. Außerdem sehen gestresste Eltern ihre Kinder viel negativer als ein unabhängiger Beobachter - auch eine wichtige Erkenntnis: Das Kind ist toll. Ich sehe es nur nicht, wenn ich unter Druck stehe.

familie.de Was sind nach eurer Erfahrung die größten Stressfaktoren bei Familien?
Nicola: Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Grundbedürfnisse nach Wohnen, Essen, Wärme und so weiter erfüllt sind, würde ich sagen: Zeitmangel steht als Stressor ganz klar ganz vorne. Wenn es zeitlich eng wird, wird es in den meisten Familien ungemütlich. Leider ist es zeitlich ganz schnell eng: Morgens müssen alle los und pünktlich sein, mittags noch schnell einkaufen, Kinder holen, dann hopp hopp zum Kinderturnen oder Klavierunterricht. Und ansonsten kämpfen alle Familien mit der Tatsache, dass die alten Rollenverteilungen, in die viele Familien gedrückt werden, gleichzeitig nicht mehr mit den Ansprüchen der Gesellschaft zusammen passen. Wir sollen alle alles können: Mann und Frau sollen Karriere machen und aber bitte beide gleichzeitig großartige Eltern sein - eine unglaubliche Rush-Hour in der Mitte des Lebens, wie es Susanne Garsoffky und Britta Sembach in ihrem Buch “Die Alles ist möglich-Lüge” sehr treffend nennen.

Julia: Und die Erwartungen, die Bilder im Kopf. Die verstellen uns den Blick auf das, was wirklich da ist. Wenn ich nur daran denke, dass das Kind schon wieder rumtrödelt und meine Kraft mit Ärgern vergeude, kann ich nicht achtsam agieren.

familie.de: Was bedeutet Slow Family Life für euch?

"Slow family" - erschienen im Beltz Verlag

Julia: Slow Family heißt: Wie kann ich in einer bis zum Irrsinn beschleunigten Welt Momente der Ruhe finden - und zwar jeder auf seine ganz eigene Weise, ohne Patentrezepte und Dogmen?

Nicola: Wir haben uns gefragt: Wie können wir raus aus dem Vereinbarkeitsstress wieder hin zu einem entspannten Familienleben? Und zwar ohne nach Papua-Neuguinea ziehen zu müssen - da will ich nämlich gar nicht hin…

Julia: Ich auch nicht. Unsere Kinder wachsen nunmal in dieser Welt auf, zwischen Terminen und Touchscreens. Wir können und wollen nicht nach Papua. Aber wir haben in vielen Gesprächen mit vielen Menschen Wege gefunden, langsamer und bunter zu leben. Alles, was wir dazu brauchen, ist ein bisschen Mut.

Nicola: Dazu kommt: Wir sind beide ziemliche Faultiere und haben keine Lust auf noch mehr Perfektionismus. Gleichzeitig haben wir beide immer viel vor. Und wie wir das unter einen Hut kriegen - im Prinzip erzählt das Buch genau das.

familie.de: Ist "Slow Family" überhaupt kompatibel mit arbeitenden Müttern und den vielen Anforderungen des Alltags?
Julia: Gegenfrage: Wie ist es mit den arbeitenden Vätern? Aber ich weiß natürlich, was du meinst. Und dazu können wir nur sagen: Gerade, wenn Eltern viel außer Haus arbeiten, ist es umso wichtiger, ganz bewusst Ruheinseln einzubauen und dann nicht die letzten zehn Minuten des Tages auch noch vollzustopfen mit Organisationskram, sondern in dieser Zeit dann wirklich da zu sein. Langsam, achtsam, echt.

Nicola: Das ist für mich genauso wie die Frage: Jeder weiß, dass Sport gesund und lebensverlängernd ist, aber ist eine Stunde Sport am Tag wirklich kompatibel mit den Anforderungen der Arbeitswelt? Das ist doch absurd. Wir unterlassen Handlungen, die für uns lebenswichtig sind, weil die Interessen eines abstrakten Systems wichtiger sind? Es ist für mich eine Frage der Prioritäten. Natürlich gibt solche und solche Phasen im Leben, wenn Julia und ich gerade eine Lesereise machen, sitze ich mit meinen Kindern auch nicht jeden Nachmittag am Lagerfeuer. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass Menschen verstehen: Ihr entscheidet selbst, wir ihr euer Zeit nutzt. Jeden Tag. Jede Minute.

familie.de: In eurem Buch schreibt ihr vom "Jeden-Tag-ein-kleines-bisschen-Effekt". Was hat es damit auf sich?
Julia: Schaut mich an. Wenn man über Jahre jeden Tag ein bisschen zu viel Schokolade isst, dann…

Nicola: Du darfst nicht so über meine Kollegin lästern! Aber ja, genau darum geht es. Scheinbare Kleinigkeiten kumulieren über Jahre zu etwas Großem. Etwas Gutem oder etwas Ärgerlichem.

Julia: Viele kleine, liebevolle Berührungen, Gesten, Blicke, werden zu einem großen liebevollen Leben.

Nicola: Der "Jeden Tag-Effekt" ist ein Geheimnis, das ich von meinen Großvater gelernt habe. Er besagt, dass viele kleine Handlungen, die wir aber jeden Tag ausführen, am Ende zu einer großen Veränderung führen. Er nimmt den Stress raus, dass "Slow Family" der nächste Punkt auf einer überfüllten To-Do-Liste ist und zeigt, wie wir mit minimalen Änderungen über die Zeit hin schon unglaublich viel erreichen können.

Warum Naturerfahrungen so wichtig sind und wie Listen uns im Alltag helfen können

familie.de im Gespräch mit Julia Dibbers und Nicola Schmidt, Autorinnen von "Slow Family". Der Ratgeber aus dem Beltzverlag hilft Familien dabei, ihren Alltag ein bisschen zu entschleunigen und gelassener und zufriedener zusammenzuleben.

familie.de: Ihr schreibt immer wieder, wie wichtig die Natur für unser Leben ist. Könnt ihr das erklären und uns zwei kleine Tipps für den Alltag mit auf den Weg geben?
Nicola: Natur ist die eine Komponente, die alle anderen automatisch erzeugt. "Mutter Natur" - das stimmt wirklich. Denn in der Natur ergeben sich Zeit, Zauber, Achtsamkeit und Liebe oft von ganz alleine. Es ist dieser Zauber, der Natur so wichtig macht. Und man kann das auch ganz klar an den Bio-Markern der Menschen ablesen: Der Blutdruck sinkt, unser Gehirn beruhigt sich, Eltern und Kinder sind viel entspannter.

Julia: Und das heißt nicht, dass wir alle in den Wald ziehen müssen. Eine Baumscheibe in der Fußgängerzone tut es oft auch! Oder der Käfer am Wegesrand. Oder der Erdberg im Garten.
Nicola: Trotzdem haben wir beide die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, regelmäßig und unverhandelbar mit unseren Kindern einmal in der Woche in den Wald zu gehen und dort Spaß zu haben und gemeinsam Sachen zu entdecken. Nicht Spaziergehen, das finden Kinder langweilig. Sondern sich treiben lassen. Das wäre Tipp eins.
Julia: Das ist allein deswegen wichtig, weil Menschen nur das lieben können, was sie kennen, was ihnen vertraut ist. Wie sollen sie später, in herausfordernden Phasen, z.B. in der Pubertät, hinaus in die Natur gehen, um dort zur Ruhe zu finden, wenn sie sie nicht als kleine Kinder lieben gelernt haben? Tipp zwei wäre, die Wildnis in direkter Nähe wertzuschätzen, auf dem Balkon, im Blumentopf im Wohnzimmer. Dazu haben wir viele Anregungen im Buch.familie.de: Ein weiterer wichtiger Punkt: Achtsamkeit. Das klingt nach einem erstrebenswerten, aber weit entfernten Ziel. Wie kann man Achtsamkeit lernen und üben?
Nicola: An meiner Wohnzimmerwand hängt ein ein Spruch: "Slow down faster". Achtsamkeit darf nicht zu einem zusätzlichen Punkt auf der Liste werden …

Julia: … und nicht zu einem zusätzlichen Punkt, an dem wir die eigene Perfektheit messen.

Nicola: Keiner von uns hat Zeit, wie tibetische Mönche 50.000 Stunden zu meditieren, auch wenn das sicher sehr gesund wäre. Daher haben wir die Achtsamkeit von ihrem Sockel geholt und auf die Erde gestellt. Bei uns heißt das dann nach Lienhardt Valentin: Vom Modus des Tuns in den Modus des Seins wechseln. Unser Vorschlag im Buch: Jeden Tag 10 Minuten in den Alltag einbauen. Mehr braucht es nicht. Denn wenn ich 10 Minuten mit dem Jeden-Tag-Effekt koppele, verändert sich alles.familie.de: Ohne Listen funktioniert der Eltern-Alltag schlecht. Leider zeigen sie uns aber jeden Tag, was noch alles zu tun ist. Wie handhabt ihr das Listen-Problem?
Nicola: Ich liebe Listen. Nach vielen Jahren Experimenten mit verschiedenen To-Do-Listen-Systemen haben sich zwei System herauskristallisiert: Finden Sie heraus, was wichtig und was dringend ist. "Ich muss mal dringend die Fenster putzen" ist dringend - aber nicht wichtig. Wir haben einen Familienkalender im Angebot, den Artgerecht Planer, in dem wir das sehr detailliert erklären und jede Woche so eine Liste bekommt. Was man nicht abarbeiten kann, kommt auf die Liste für den nächsten Tag. Das beugt Chaos vor. Was nie abgearbeitet wird - den Keller aufräumen! - ist dann vielleicht in dern aktuellen Lebensphase nicht wichtig und darf getrost gestrichen werden.

Julia: Gerade für gestresste Familien mit kleinen Kindern bietet es sich an, auf die To-do-Liste nicht nur "Leon zum Fußball" und "Hanna Zahnarzt" zu schreiben, sondern wirklich auch gezielt Zeit zum Vertrödeln. Das klingt erstmal paradox: Freitags nachmittags habe ich den Termin, an dem ich trödele, aber einigen Familien hilft das wirklich, aus der Mühle rauszukommen. Wir haben dazu -- soll ich es sagen? -- noch viele Anregungen im Buch.

Nicola: Im Prinzip gibt es ein ganzes Kapitel dazu, nämlich das "Slow Village". Es ist vieles nicht zu schaffen, weil wir alles alleine schaffen wollen. Wenn wir erstmal ein Dorf um uns herum haben, werden viele Aufgaben freudvoller und überhaupt erst machbar.

familie.de: Als Eltern wird uns recht schnell bewusst: Die Zeit rast. Und tagtäglich verpassen wir wichtige und schöne Momente und Chancen auf gute Gespräche mit unseren Kindern. Weil die Zeit mal wieder drängt etc. Wie können wir es schaffen, uns mehr auf die wesentlichen Momente zu konzentrieren?
Julia: Das ist eine Frage der Perspektive, nicht wahr? Natürlich verpassen wir viele schöne Momente, aber wir erleben auch viele schöne Momente.
Sich dessen bewusst zu sein, ist ja schon der erste Schritt, der uns aus der Mühle rausbringt. Und sich dann selbst immer wieder am Riemen reißen und dran erinnern, dass man ja vorhatte, langsam, achtsam und echt zu sein.

Die beiden Autorinnen

Julia Dibbern Julia Dibbern gehört seit 2004 zu den progressivsten Querdenkern im Bereich Erziehung und Beziehung. Sie ist zertifizierte Nachhaltigkeitsjournalistin (Leuphana Universität Lüneburg) mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Familie. Im In- und Ausland hält sie Vorträge zu Eltern-Kind-Bindung und naturnahem Umgang. In ihren Sachbüchern und Vorträgen den Bogen zwischen Familienleben und Planetenglück: Happy Families, happy planet.
Sie lebt mit ihrer Familie vor den Toren Hamburgs. www.juliadibbern.de

Nicola Schmidt schreibt als Wissenschaftsjournalistin u.a. für die Süddeutsche Zeitung und Fachmagazine. Seit 2008 recherchiert sie, was "artgerecht" für menschliche Babys und Kleinkinder ist und gibt dieses Wissen seit 2010 in Camps, Ausbildungskursen und Workshops an Eltern und Fachpersonal weiter. Sie hat ein Diplom in Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt digitale Demokratie, ist ausgebildete Wissenschaftsjournalistin und außerdem Stillberaterin. Mit vielen Interviews, Recherchen und Fortbildungen rund um Emotionelle Erste Hilfe und Infant Mental Health hat sie sich in den vergangenen zehn Jahren auf das Thema mentale Gesundheit bei Babys und Kleinkindern spezialisiert.
Das Artgerecht-Projekt (www.artgerecht-projekt.de) trägt zusammen, was Anthropologen und Biologen heute wissen und zeigt, wie Eltern dieses Wissen täglich an ihre Familiensituation anpassen und umsetzen können.
Mit ihrer Familie wohnt die zweifache Mutter in der Nähe von Bonn. www.nicolaschmidt.de

Buchtipp: Slow family

Slow family - Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern

von Julia Dibbern und Nicola Schmidt

erschienen im Beltz Verlag

Preis: 16,95 Euro

Das Buch ist über Amazon.de erhältlich.

Bildquelle:

iStock,Petra Arnold

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