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Armut, häusliche Gewalt und Hunger: So schlecht geht es Kindern durch die Coronapandemie wirklich

Armut, häusliche Gewalt und Hunger: So schlecht geht es Kindern durch die Coronapandemie wirklich

1 Jahr Corona

In vielen Regionen der Welt haben Kinder kein Zuhause und sind auf die Hilfe von wohltätigen Organisationen und die Gesellschaft angewiesen. Durch den Ausbruch der Coronapandemie hat sich ihre Situation in der ganzen Welt weiter verschlechtert. Die SOS Kinderdörfer weisen darauf hin, wie dramatisch es um arme Familien und Kinder nach einem Jahr Corona wirklich steht und was jetzt getan werden muss.

Bis zu 142 Millionen Menschen weltweit rutschen in die Armut

Bereits vor der Coronakrise ging es vielen Kindern in bestimmten Gebieten wie z.B. Indien, Nigeria oder Brasilien schlecht. Doch die Krise hat die Probleme laut SOS Kinderdörfer noch verstärkt. Das gilt für diese Gebiete, wo Kinder sowieso schon von Armut, Hunger und Gewalt betroffen sind. Doch nicht nur dort, sondern weltweit verloren zahlreiche weitere Familien ihre Arbeitsplätze durch die Coronapandemie und die Problemlage in den Familien spitzte sich weiter zu.

"Kinder sind gezwungen, die Schule abzubrechen und arbeiten zu gehen, Kinderehen sind wieder mehr auf dem Vormarsch, die Gewalt hat zugenommen und Armut, Hunger und Not wachsen an. In der SOS-Familienstärkung erleben wir leider auch, dass zahlreiche Familien, die wir unterstützt haben und die mit viel Mühe den Weg aus der Armut gefunden hatten, nun wieder zurückgeworfen wurden. "

Boris Breyer, Pressesprecher SOS Kinderdörfer Deutschland

"Die Familien haben keine Reserven mehr"

Boris Breyer antwortete uns auf unsere Anfrage, dass die Probleme auch in Deutschland zugenommen hätten. Die traurige Bilanz nach einem Jahr Corona: Vor allem die psychische Lage in den Familien und die häusliche Gewalt hätten im letzten Jahr zugespitzt. Doch im Vergleich zu den Armenvierteln der Welt geht es unseren Kindern noch relativ gut: "Für viele Kinder weltweit geht es jetzt ganz konkret ums Überleben. Die Familien dort haben keine Reserven mehr, keine soziale Absicherung, Hunger bedeutet, dass Familien oft ganze Tage nichts essen und Kinder an Unterernährung sterben. Viele Eltern haben auch keine Kraft mehr zu kämpfen, die jahrzehntelange Armut hat ihnen die Hoffnung genommen."

Millionen Kinder werden ihre Familien verlieren

Der Sprecher der SOS Kinderdörfer Deutschland befürchtet, das durch die Pandemie weiterhin Millionen Kinder ihre Familie verlieren werden. Familien würden vor allem an Arbeitslosigkeit, Armut, Hunger und familiärer Gewalt zerbrechen. Dadurch würden die Kinder auf der Straße landen und werden Opfer von Kinderehe, Menschenhandel und Prostitution. Hilfsangebote mussten teilweise geschlossen und die nötige Hilfe konnte kaum noch angeboten werden.

Die Gefahr sei daher groß, dass auch Organisationen wie die Kinderdörfer jene Eltern verlieren, denen sie gerade versuchen zu helfen. Damit wächst auch die Zahl der Kinder, die wegen Verlust ihrer Familie in einem SOS-Kinderdorf oder einer Pflegefamilie betreut werden müssen.

Die große Not der Kinder in der Welt nicht vergessen

Boris Breyer fordert von der Politik, dass sie trotz aller Herausforderungen hierzulande Solidarität und Menschlichkeit mit den Kindern weltweit zeigt. Es bestehe die Gefahr, dass diese Familien vergessen würden.

"Jedes Kind in einem Slum in Südafrika oder den Philippinen hat genauso ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und auf Entwicklungschancen."

Boris Breyer, Pressesprecher SOS Kinderdörfer Deutschland
Bildquelle: Getty Images/Pedro Vilela / Freier Fotograf

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