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Kinder, die zu Hause mithelfen, werden später erfolgreichere Erwachsene

Kinder, die zu Hause mithelfen, werden später erfolgreichere Erwachsene

Studie

Viele Eltern neigen dazu, ihre Kinder von der Hausarbeit auszuschließen, damit sie spielen und frei sein können. Laut einer Langzeitstudie der Harvard Universität werden jedoch Kinder, die früh schon Aufgaben zu Hause erledigen und mithelfen, im späteren Leben erfolgreicher und verantwortungsvoller.

Wir verlangen gute Schulnoten, jedoch keine Hilfe zu Hause

In einem aufschlussreichen TED-Talk erklärt die ehemalige Erstsemester-Dekanin der Stanford University, warum viele Eltern mit ihrem Helikopter-Verhalten ihre Kinder zur Unselbstständigkeit erziehen. Man nimmt den Kindern jede Entscheidung ab und strukturiert ihren Alltag, damit sie genau wissen, was zu tun ist. Dabei fordert man von ihnen gute Noten in der Schule, damit sie später einmal auf eine gute Universität gehen können und erfolgreich werden.

Doch gleichzeitig werden diese Kinder davon entbunden, zu Hause mithelfen zu müssen. Zeit für die Hausaufgaben und schulische Dinge steht dabei vor dem Abwasch oder dem Aufräumen des Zimmers. Dabei erklärt Julie Lythcott-Haims, die Autorin des Erziehungsratgebers "How to Raise an Adult: Break Free of the Overparenting Trap and Prepare Your Kid for Succes", warum dieses Verhalten sie nicht zu erfolgreichen Menschen macht.

Kinder sollten lernen, das sie ihren Teil dazu beitragen

Es geht laut Julie Lythcott-Haims nicht darum, die Freizeit der Kinder mit zu erfüllenden Aufgaben vollzustopfen. Sie sollen lernen, für bestimmte Bereiche Verantwortung zu übernehmen und selbst erfahren, dass sich die Dinge nicht von alleine wegräumen. Wenn man immer hinter ihnen herräumt, nimmt man ihnen diese Erfahrung.

Wenn sie allerdings kleine Aufgaben selbst erledigen und sie sehen, dass es schon hilft, wenn jeder einen kleinen Teil beiträgt, werden sie stolz. Es geht darum, den Kindern zu zeigen, dass man ihre Arbeit zu Hause wertschätzt und diese wichtig ist. Sie sollen keine Arbeit um der Arbeit willen erledigen, sondern mithelfen, weil sie der Familie etwas Gutes tun wollen. Lernen und gute Note bekommen, tun Kinder von übereifrigen Eltern teilweise nur für das Lob der Eltern. Doch Hausarbeit übernehmen sie für das Wohl aller in der Familie und dadurch würden sie dies irgendwann freiwillig von selbst erledigen.

Wenn unsere Kinder Selbstwirksamkeit entwickeln sollen, und das müssen sie, dann müssen sie viel mehr denken, planen, entscheiden, tun, hoffen, ertragen, ausprobieren und scheitern, träumen und erleben - allein für sich. Will ich damit sagen, dass jedes Kind fleißig und motiviert ist und das Engagement  und Interesse der Eltern nicht braucht und wir einfach zurücktreten und sie loslassen sollten? Zur Hölle, nein! Es ist besser, unsere Kinder sind weniger besessen von Noten und viel mehr daran interessiert, dass Kindheit das Fundament für ihre Erfolg schafft, aufgebaut auf Dinge wie Liebe und Hausarbeit.

Julie Lythcott-Haims, TED
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Julie Lythcott-Haims: How to Raise an Adult: Break Free of the Overparenting Trap and Prepare Your Kid for Success
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Harvard Grant Study bestätigt diese Annahme

Dass sich dies positiv auf die Entwicklung der Kinder auswirkt, bestätigt die Langzeitstudie Harvard Grant Study. Jene Kinder, die erfolgreich in ihrem Beruf waren, gaben an, früh mit im Haushalt geholfen zu haben. Beruflicher Erfolg kann also damit zusammenhängen, dass wir die Kinder zum Mithelfen anhalten. Dies sei laut Julie Lythcott-Haims viel wichtiger, als dass wir von ihnen permanent gute Noten verlangen.

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Mithelfende Kinder? Ein Traum!

Was Julie Lythcott-Haims da erläutert, erscheint mir sehr einleuchtend und einige Eltern erkennen sich in ihrem "überbeschütztenden Verhalten" mit Sicherheit wieder. Wohl ist das in der Praxis gar nicht so leicht umzusetzen. Vor allem, wenn man selber nie viel zu Hause mithelfen musste und das so gar nicht kennt. Einerseits sollen wir die Kinder nicht mit Aufgaben überfordern, andererseits sollen wir ihnen zeigen, dass man zu Hause mithilft.

Meine Tochter ist mit unter 2 Jahren noch viel zu klein, um mitzuhelfen. Sie muss erstmal lernen, weniger Chaos zu veranstalten. Aber ich finde es gut, ihr schon bei Zeiten zu zeigen, wie man den Tisch deckt und dass man nach dem Spielen seine Sachen wieder aufräumt. Anfangen kann man sicherlich nicht früh genug damit.

Bildquelle: Getty Images/romrodinka

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