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Unbezahlte Arbeit: Muttersein frisst so viel Zeit wie 2,5 Vollzeit-Jobs

Unbezahlte Arbeit: Muttersein frisst so viel Zeit wie 2,5 Vollzeit-Jobs

Und der Lohn?

Dass das Muttersein anstrengend ist, dürften so ziemlich jedem unserer Leser und Leserinnen klar sein. Und mit der Coronakrise kamen zu Haushalt und Kinderbetreuung auch noch das Homeschooling dazu. Ein amerikanisches Unternehmen hat in einer Befragung unter Müttern herausgefunden, dass Muttersein zeitlich so aufwändig ist wie 2,5 Vollzeit-Jobs. Doch einen Lohn gibt's dafür nicht.

Das bißchen Haushalt ...

Eine Mutter zu sein, ist natürlich etwas ganz Besonderes. Kinder zu haben, ist ein Geschenk, dass man mit nichts vergleichen oder aufwiegen kann. Dennoch dürfen wir auch sagen, dass es mitunter der anstrengendste Job der Welt ist. Weil er uns so viele Fähigkeiten abverlangt, weil man nie Feierabend hat und weil einfach keiner danach fragt, wie wir das alles schaffen. Kann man den Mutterjob mit einer "richtigen" Arbeit vergleichen? Ja, man kann und sollte das auch. Denn mit unbezahlter Care-Arbeit halten wir die Gesellschaft am Laufen, auch wenn das viele nicht hören wollen.

98 Stunden pro Woche für die Kinder da

Das amerikanische Saftunternehmen Welch's hat eine Studie in Auftrag gegeben, bei der 20.000 Mütter mit Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren nach ihren täglichen Aufgaben befragt wurden. Dabei kam heraus, dass Mütter eine 14-Stunden-Schicht arbeiten: Sie stehen oft gegen 6 auf und sind frühestens gegen 20 Uhr mit der Arbeit fertig. Die Tage, an denen die Kinder erst weit nach dieser Zeit schlafen, lassen wir jetzt mal unter den Tisch fallen (Es sind nicht wenige).

Dabei haben die Mütter angegeben täglich ca.1 Stunde Zeit für sich selbst zu haben. Ihr Einsatz erreicht von 365 Tagen im Jahr also eine Summe von über 5000 Arbeitsstunden. Auf die Woche hochgerechnet, sind das 98 Stunden, die wir mit den vielfältigsten Aufgaben verbringen. Das ist soviel wie zwei Vollzeitjobs plus ein Teilzeitjob! Und das tun wir ganz "nebenbei" und freiwillig.

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Mütter müssten für Care-Arbeit eigentlich 71.000 Euro verdienen

Dabei müssen wir als Mutter Fähigkeiten unter Beweis stellen, die in einer großen Firma alle von ganz verschiedenen Fachkräften ausgefüllt werden. Wir sind Psychologinnen, Feelgood-Manager, Animateurinnen, Köchinnen, Putzfrauen, Beraterinnen, Finanzplanerinnen, Buchhalterinnen, Mediatorinnen, Pflegerinnen und und und. Vom Mental Load, der im Hintergrund immer mit läuft, weil einer ja irgendwie einen Überblick über alle Termine behalten muss, ganz zu schweigen.

Insgesamt decken wir laut eines Online-Marktplatzes für Dienstleistungen ca. 13 Dienstleistungen aus mehr als fünf Branchen ab. Unser Gehalt könnte sich demnach kein Unternehmen leisten. Das Portal rechnete einmal aus, welchen Lohn wir erhalten müssten, wenn man die Arbeitsstunden und die Durchschnittslöhne dieser Berufsgruppen zusammen nimmt. Dann stünde uns ein monatlicher Sold von 6.000 € zu, was einen Jahresarbeitslohn von 71.000 € ausmacht. Und was bekommen wir tatsächlich? ...

Mehr gesellschaftliche Anerkennung vonnöten

Es geht nicht darum, dass man seine Aufgaben als Mutter entlohnt bekommen möchte, doch die Wertschätzung von Seiten der Gesellschaft wäre schön. Natürlich tut eine Mutter das alles aus Liebe. Doch dann sollte dies auch adäquat anerkannt werden in Sachen Rentepunkte & Co. Doch viele Hausfrauen würden in der Altersarmut landen, wenn nicht ihr Ehemann genug verdienen würde. Leider haben Mütter und vor allem Familien einfach kaum eine Lobby. Das hat man wieder während der Corona-Krise deutlich gemerkt.

Die kleinen Lebensretter im Mutter-Alltag

Auf die Frage, was den Müttern dann bei all dem Care-Stress ein Trost sei, kamen spannende Antworten bei der Befragung heraus. Wer tagtäglich die Familie am Laufen halten muss, der ist halt auch irgendwann mal ausgebrannt. Da helfen dann nur noch Feuchttücher, Jogginghosen, Wein, das iPad und Netflix ... So fielen zumindest die Antworten der Mütter in der Befragung aus. Jede Mama hat sicherlich so ein kleines heimliches Laster und interpretiert ihre Auszeit völlig anders. Wichtig ist, dass man sie sich nimmt, egal auf welche Weise.

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Quelle: Desired.de

Ihr macht das toll!

An dieser Stelle ist es Zeit, euch Mütter zu feiern. Ich sage mit Absicht nicht "uns", damit ihr mir nicht blanken Egoismus unterstellt. Zudem habe ich es noch gut getroffen als Einzelkind-Mama, die ich noch bin. Wenn ich überlege, was Mütter mit drei Kindern und mehr alles leisten, dann kann ich mich gar nicht beschweren. Und es gibt so viele Mütter, die nicht jammern und die eine so wertvolle Arbeit machen, die einfach keiner sieht. Viele Männer sehen es als Selbstverständlichkeit an ... Doch wo steht, dass die Frau per Biologie oder sonstwie dazu da ist, den Hauptteil der Care-Arbeit und den Haushalt zu wuppen?

Hilfreich ist es da, wenn auch die Männer mit einbezogen werden. Und einige von ihnen muss ich jetzt auch mal in Schutz nehmen. Es ging in der Studie zwar um die Arbeit von Müttern und die Hauptlast bei Haushalt und Kinderbetreuung liegt auch aktuell nach Umfragen immer noch bei den Frauen. Doch immer mehr Männer engagieren sich ebenso stark (wenn ihr Beruf es denn zulässt) und auch mehr Männer machen laut aktuellen Zahlen Elternzeit und kümmern sich ebenso um Haushalt und Kinderbetreuung. Es ist wichtig, dass ihr den Männern auch die Gelegenheit gebt, sich einzubringen. Wir sollten dies einfordern, wenn sie es nicht von selbst schon tun und sollten sie ermutigen, sich einzubringen, wie sie es möchten. Sonst wird das auch immer ein Teil des Problems bleiben.

Bildquelle: Getty Images/FluxFactory

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