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Christine: "Mich als Mutter auszuleben ist mein Recht und kein Verbrechen"

Christine: "Mich als Mutter auszuleben ist mein Recht und kein Verbrechen"

Interview

Im Lockdown 2020 gründeten Nicole und Natalie die Plattform 'Faces of Moms*'. Warum? Wegen ihres eigenen daily struggle: Kinder, Haushalt, Arbeit, Partnerschaft – und ja auch irgendwie wegen sich selbst. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist nämlich gar nicht so einfach. Kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder?! Seitdem steht täglich eine Mutter im Fokus, die über ihre größten Abfucks, Wünsche und Hoffnungen berichtet. Alle zwei Wochen stellen wir hier bei familie.de eine Mutter genauer vor: Diesmal Christine (selbstständig und Mama von Zweien).

1. Name: Christine
2. Ich bin ein Kind der: 80er
3. Beruf: Selbstständig mit Startup für jamaikanische Produkte
4. Lieblingsreiseziel: Jamaika und USA, aber ich entdecke immer wieder gerne neue Orte.
5. Wie viele Personen gehören zu deiner Familie?: 4 Personen und ein Hund.

6. Wir laden dich auf zwei Kugeln Eis ein, welches nimmst du:
Sahne-Kirsch und Kokos.

7. Meine Familie ist für mich:
Leben!

8. Als Kind wollte ich:
Tänzerin sein.

9.Glücklich macht mich:
Poledance, sonniges Wetter und fotografieren.

10. Wer in unser Wohnzimmer kommt…
muss seine Schuhe nicht ausziehen (gehört doch zum Outfit).

11. Als ich zum ersten Mal schwanger war...
habe ich mich viel zu viel mit Ängsten beschäftigt.

12. Was möchtest du deinen Kindern mit auf den Weg geben?
Dass sie aktive Gestalter ihres Lebens sind und dass sie alles erreichen können, wenn sie dran bleiben. Nur sie selbst können sich in ihren Gedanken limitieren, indem sie nicht an sich selbst glauben oder zu früh aufgeben.

13. Wenn wir bei dir spontan an der Tür klingeln würden, was würdest du uns kochen?
Etwas Jamaikanisches.

14. Was sind bei euch zuhause die Top 3 Gründe für dicke Luft?
1. Wenn beim Abendessen genörgelt wird.
2. Die unterschiedliche Auffassung von Ordnung im Haus.
3. Internet/Fernsehzeit der Kinder.

15. In welcher Hinsicht bist du eine absolute Spießerin?
Ich habe lange überlegt und mir fällt absolut nichts ein.

Scheitern gibt es nicht. Entweder hat man es nicht oft genug versucht oder man hat etwas Wichtiges gelernt. Alle Erlebnisse, Fehler, Erfahrungen sind wichtig. Sie machen aus dir den Menschen, der du heute bist. Meine letzten beiden Jobs waren z. B. richtig schlecht. Aber Sie haben mir das Tor zu etwas Neuem, viel Spannenderem eröffnet, was ich ohne die negativen Erfahrungen der letzten Arbeitsplätze nie gesehen hätte.

Womit bist du zuletzt gescheitert/auf die Nase gefallen?

16. Was sollten wir alle tun, um eine Zukunft auf diesem Planeten zu haben?
Weniger konsumieren. Reisen (in Maßen) finde ich allerdings weiterhin wichtig. Nur wer reist, bleibt offen für andere Kulturen, was dann auch ein gutes Miteinander auf diesem Planeten bedeuten würde.

17. Was hast du aus der Corona-Pandemie-Zeit mitgenommen?
Dass in mir die größte Kraft liegt.

18. Was hätten deine Lehrer nie von dir erwartet?
Da ich die Schule ohne Abschluss verlassen habe und aus schwierigen Familienverhältnissen komme, denke ich, dass sie nichts von dem erwartet hätten, was ich heute habe und bin.

19. Wofür gibst du unnötig viel Geld aus?
Wenn eine Geldausgabe mich glücklich macht, dann ist sie nicht unnötig.

20. Was ist der dümmste Rat, den du jemals bekommen hast?
Dass ich etwas nicht tun oder sein kann.

21. Wenn Du Glückskeks wärst, was stünde auf deinem Zettel?
Don‘t believe everything you think.

22. Was war der größte Unfug, den du als Jugendliche gebaut hast?
Da gibt es ein paar Sachen.

23. Wenn es Zeitreisen gäbe, wohin würdest du reisen?
Ich würde in die Zukunft reisen, denn während man alles nachlesen kann, was in der Vergangenheit passiert ist, werde ich nach meinem Tod nicht erfahren, wie es weitergeht. Das macht mich wahnsinnig. 🙂

24. Worüber hast du zuletzt laut gelacht?
Über meinen Hund.

25. Warum hast du zuletzt geweint?
Das verrate ich nicht.

26. Was würden dein 7-jähriges, dein 15-jähriges und dein 25-jähriges Ich über dich denken?
Das 7-jährige: Würde es extrem cool finden, dass ich eine Tänzerin bin.
Das 15-jährige: Wäre extrem happy, dass ich schlank bin (ich war bis ich 18 Jahre alt war adipös mit einem BMI über 35).
Das 25 jährige: Könnte es kaum glauben, dass ich eine schlanke Tänzerin bin, die nun auch noch eine Firma gegründet hat und ihre Kreativität in jeder Hinsicht voll auslebt, die reisen kann (ich hatte bis ich 28 Jahre alt war nie Geld zum Reisen, ich hatte nicht mal einen Führerschein). Sie würde denken: Ich werde später alles haben, was ich brauche und alles sein, was ich sein will. Mein Leben wird schön, obwohl es richtig mies angefangen hat.

27. Wann macht dich deine Arbeit glücklich?
Wenn ich Gestaltungsspielraum habe und mir die Arbeit flexibel einteilen kann.

28. Woran kannst du verzweifeln?
An dem Temperament meiner Kinder.

29. Welche 5 Dinge würdest du ändern, wenn du Königin von Deutschland wärst?

  • Ich würde sofort die öffentlichen Verkehrsmittel für jeden kostenlos anbieten.
  • Verlässliche Betreuung für Kinder in Kita, Hort und Ganztagsschulen. Ohne Schließzeiten, ohne Nachweis, wann man wie viel arbeitet und ohne Kosten für die Eltern. Die Kitas haben Schließzeiten, die ich nicht nachvollziehen kann und mich nervt, dass man diese vielen Ferienwochen immer überbrücken muss. Teilweise muss man da richtig kreativ werden oder viel Geld bezahlen, damit die Kinder in den Ferien betreut sind. Außerdem mag ich nicht, dass nur Erwerbsarbeit anerkannt wird. Betreuungsbedarf hat man meiner Meinung nach nicht nur, wenn man arbeitet, sondern auch wenn man Zeit für sich braucht oder Hausarbeit macht etc.
  • Ich würde die 30 Stunden Woche als Vollzeit einführen.
  • Ich würde einen flächendeckenden Mindestlohn von 12 EUR einführen.
  • Gesetzliche Feiertage in JEDEM Bundesland.

30. Womit kann man dich beeindrucken?
Mit Mut und Souveränität.

31. Was sollte niemand von dir wissen?
Das sollte niemand wissen.

32. Bei wem wolltest du dich schon immer mal öffentlich bedanken?
Bei meinem Mann. Der mich immer unterstützt, mein größter Fan und bester Freund ist.

33. Welches Buch sollte jede/r gelesen haben?
Sofies Welt.

34. Welchen Film würdest du uns empfehlen?
American beauty.

35. Welche Serie hat dich zuletzt gefesselt?
Breaking bad.

36. Welcher Podcast begleitet dich?
Zeit Verbrechen – verpasse keine Folge

37. Was hast du zuletzt Neues ausprobiert und wie war es?
Im Oktober habe ich Poledance angefangen und es hat mich sofort gefesselt. Bin regelrecht süchtig danach.

38. Was ist dein verstecktestes Talent?
Mir Lösungen für schwierige Situationen überlegen.

39. Was ist dein unnötigstes Talent?
Dialekte und Akzente nachmachen.

40. Was machst du, wenn du dich mal belohnen willst?
Entweder ich koche etwas extrem Gutes oder ich kaufe mir ein hammerscharfes Outfit oder mache beides gleichzeitig.

41. Was würdest du gerne richtig gut können?
Poledance, ich übe mehrmals die Woche.

42. Wohin ziehst du dich zu Krafttanken zurück?
In meinen kleinen Garten oder in mein Tanzstudio (ja, ich habe ein Tanzstudio nur für mich in meinem Haus gebaut), je nach Stimmung.

Über Faces of Moms*

Gemeinsam sind wir mehr und können das gesellschaftliche Bild von Mutterschaft mit all seinen Erwartungen aufbrechen. Dafür zeigt 'Faces of Moms*', wie vielfältig Muttersein ist. Nicole (35, und Mama von 2 Kids) und Natalie (36, Mama von 2 Kids) haben die Plattform im April 2020 gegründet. Seitdem haben sie über 300 Mütter interviewt, sensibilisieren für Care-Arbeit und versuchen, strukturelle Ungleichheiten, denen besonders Mütter gegenüberstehen, sichtbar zu machen. Alle Interviews findet ihr auf Insta www.instagram.com/facesofmoms und unter www.facesofmoms.de.

Vor Kurzem ist ihr erstes Buch “Bis eine* weint!” aus den Mütter-Interviews erschienen, das wir wärmstens empfehlen können. Außerdem haben die beiden einen super hörenswerten Podcast.

Bis eine* weint!
Bis eine* weint!

Unser Video-Tipp für euch: Starke Frauen im Film

Bildquelle: Sandsackfotografie

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