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Babyglück: Zwei lesbische Pastorinnen haben Nachwuchs bekommen

Queere Kirche

Babyglück: Zwei lesbische Pastorinnen haben Nachwuchs bekommen

Die Kirche steht ja nicht gerade für große Offenheit in Sachen alternative Lebensmodelle und Homosexualität. Doch das scheint bei der evangelischen Kirche nur teilweise zuzutreffen: Zwei Pastorinnen aus Niedersachsen zeigen auf ihrem YouTube-Kanal, dass es anders geht und haben ihren Kinderwunschweg öffentlich gemacht. Nun ist ihr Baby da!

„Wir sind super glücklich und alle wohl auf."

Steffi (34 Jahre) und Ellen Radke (35 Jahre) zeigen auf ihrem YouTube-Kanal "Anders Amen" seit Anfang des Jahren ihren Weg hin zum Wunschkind. Das Ehepaar lebt in Niedersachsen und im kleinen Dörfchen Heime, wo Stefanie die Pastorin ist. Ellen arbeitet als Pastorin in Hannover. Nach einer Kinderwunschbehandlung und Spendersperma aus dem Ausland ist Ellen ziemlich schnell schwanger geworden. Beide teilten ihre Erfahrungen auf diesem Weg für andere Regenbogenfamilien sehr humorvoll auf ihrem YouTube-Kanal.

Nun war es endlich Mitte Oktober soweit: Das Töchterchen Fides Hannah erblickte während einer Hausgeburt das Licht der Welt. Über die Zeit bis zur Geburt drehten die beiden Frauen ein Video:

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Leider ist es in Deutschland immer noch für Unverheiratete und für homosexuelle Paare deutlich schwieriger leibliche Kinder zu bekommen. Die beiden berichten, dass Steffi sich einer Hormonbehandlung unterziehen musste, weil sie noch etwas Hilfe brauchte, um schwanger werden zu können. Das Spendersperma "kauften" sie davor online in Dänemark und ließen es sich im Kryobehälter nach Hause liefern.

In Niedersachsen ist es gesetzlich nicht erlaubt, dass ein lesbisches Paar eine künstliche Befruchtung mit Fremdsperma durchführt. Dieses müsse vom Ehemann stammen. Also schwierig für zwei Frauen. Wie sie das Sperma dann im Fahrstuhl transportiert haben und was sie das alles gekostet hat, verraten sie sehr humorvoll im Video. Denn finanzielle Unterstützung bekommen homosexuelle Paare in Deutschland leider auch nicht für ihren Kinderwunsch. Eine Regenbogenfamilie zu gründen, ist daher mit einigen behördlichen und finanziellen Hürden verbunden.

Queere Kirche ist möglich

Die zwei Frauen setzen sich für queere Themen in der Kirche ein und wollen vor allem jungen Schwulen und Lesben zeigen, dass Kirche auch offen sein kann. Die zwei entsprechen eher nicht dem typischen Bild des evangelischen Pastors und weibliche Pastorinnen sind immer noch eher in der Unterzahl geschweige denn queere Kirchenangestellte. Doch Steffi und Ellen sind ein schönes Beispiel, dass sich scheinbar auch die Kirche langsam öffnet. Wenn beide auch nicht verhehlen, dass es natürlich öfter kritische Stimmen oder Probleme gibt, etwa wenn ein Pastor das Kind eines lesbischen Paares nicht taufen will.

Wir machen das, weil ich immer behaupte, queer und Kirche ist überhaupt kein Problem. (...) Wir sind ein Beispiel dafür, dass es geht.

Ellen Radke

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Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

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Ich persönlich finde es ein Unding, dass es homosexuellen Paaren immer noch so erschwert wird, Nachwuchs zu bekommen. Uns als heterosexuellen Paaren wird finanziell geholfen, aber gleichgeschlechtliche werdende Eltern müssen einen wahnsinnig komplizierten behördlichen Aufwand durchlaufen und viel Geld ausgeben. Wer das nötige Kleingeld nicht hat, muss den Kinderwunsch auf Eis legen.

Hoffentlich gibt es da irgendwann eine Gesetzesänderung. Denn letztlich geht es doch darum, Familien zu unterstützen und diese sind nun mal vielseitig. Wenn sich ein Paar wirklich ein Kind wünscht, ist das doch unterstützenswert. Da sind in meinem Kopf viele Fragezeichen. Ich dachte, wir wären da gesellschaftlich schon weiter ...

Bildquelle: Getty Images/Rawpixel

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