Arbeit & Bildung

Das zukünftige Arbeiten

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Arbeitswelt - Wir lernen ein ganzes Leben lang

Was uns morgen erwartet: Egal, wen man fragt, die Experten gehen einhellig davon aus, dass sich die Arbeitswelt stark verändert. Jobs werden flexibler und globaler, man arbeitet projektbezogen und mobil. In einer vernetzten Welt spielt es keine Rolle mehr, wo Konzepte erstellt, Kunden angerufen und Papiere geschrieben werden. „Der Abschied vom Lebenszeitarbeitsplatz steht kurz bevor“, sagt die Trendforscherin Corinna Langwieser. „Das sehe ich aber durchaus positiv: Wer von vornherein weiß, dass seine Jobs und Aufträge befristet sind, wird einen Jobwechsel als Chance und nicht als Risiko betrachten. Weiterbildung, Veränderung, Fortschritt – all das wird normal. Sicher ist lebenslanges Lernen anstrengend, es wird aber selbstverständlicher Teil unserer Welt sein.“ Sven Jánszky bestätigt diese Theorie: „Der Anteil der Festangestellten sinkt, der Anteil der Freiberufler steigt und daneben wird es eine neue Form geben: Befristete Vollzeitbeschäftigte auf Projektbasis, die nicht nur Unternehmen und Position, sondern auch Ort und Branche wechseln.“ Die moderne Arbeitswelt wird aber nicht nur von neuen Arbeitszeitmodellen beeinflusst, sondern auch von der demografischen Entwicklung: Auf die geburtenstarken Jahrgänge folgen geburtenschwache, schon in fünf Jahren gehen mehr Arbeitnehmer in Rente als neue nachrücken. Regierung und Wirtschaft werden sich einiges ausdenken müssen, um die Fachkräftelücke zu schließen: Denkbar sind Subventionen für ein Auffrischungsstudium der Senioren, die Anhebung des Rentenalters und neue Bildungsangebote. Auch die Betreuungsmöglichkeiten für Babys und Kinder werden nachgebessert werden müssen, damit Eltern flexibel einsetzbar sind. Die Flexibilität zahlt sich aber auch im Privatleben aus: Denn wenn feste Arbeitszeiten der Vergangenheit angehören, können Eltern ihre Kinder problemlos vom Kindergarten abholen, zum Arzt oder Sport bringen. Was das heute bedeutet: Ein Fachkräftemangel in einem Land wie Deutschland, das wenig Rohstoffe zur Verfügung hat, verursacht eine noch stärkere Entwicklung hin zur Wissensgesellschaft. Qualifizierte Arbeiter sind gefragt wie eh und je. Und wer bis ins hohe Alter im Beruf steht, kommt mit seiner ersten Ausbildung nicht mehr durch. Fortbildung, Weiterbildung, Umschulung – all das wird selbstverständlicher Teil des Lebens morgen sein. Fördern Sie alles, was Ihrem Kind hilft, in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Das kann auch schon im ganz Kleinen anfangen: Zeigen Sie ihm, wie man flexibel reagiert, wie man Aufgaben innovativ löst und Dinge selbst in die Hand nimmt. Finden Sie gemeinsam Lösungen für Probleme, recherchieren Sie Lösungswege und werden Sie selbst zum Experten. So lernen Kinder von klein auf die Bereitschaft, sich gerne und schnell auf Neues einzulassen – in Zukunft eine unverzichtbare Eigenschaft auf dem Arbeitsmarkt.

Bildung - die Schule von morgen

Das zukünftige Lernen

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Was uns morgen erwartet: Weil wir flexibel arbeiten und uns häufig auf Neues einstellen müssen, wird auch die Schule von morgen eine andere sein. Wer heute einen Blick in moderne Unterrichtsräume wirft, ahnt, was kommt: Reines Pauken ist Vergangenheit. Kinder wie Erwachsene lernen selbstbestimmt, in Gruppen und Projekten. Innovative Lehr- und Unterrichtsformen werden zur Regel, ebenso wie Ganztagsschulen. Auch der Stoff ändert sich: Während Schüler heute beispielsweise selbstverständlich Schreib- und Schönschrift lernen, ist das in der Schule von morgen vermutlich eine völlig veraltete Technik. Schon heute schreiben wir im Joballtag kaum noch per Hand, wir tippen und touchen, drucken und scannen. Natürlich wird das Erlernen einer sauberen Handschrift wichtig bleiben. Warum aber an Schönschrift festhalten, die genauso veraltet sein wird wie Federkiel und Tintenfass? Auf die Kinder von morgen wartet anderes: Wir müssen Fähigkeiten wie Reflektion lehren, wie man Zusammenhänge erkennt und Dinge hinterfragt“, sagt Sven Jánszky. Corinna Langwieser ergänzt: „Was morgen selbstverständlich sein wird, ist Selbstverantwortung in allen Bereichen: Wer gesund sein will, treibt Sport, wer arbeiten will, lernt. Die Kinder von heute werden es als selbstverständlich empfinden, ihr Leben aus eigener Kraft heraus optimal zu gestalten.“ Was das heute bedeutet: Der Trend zur Selbstbildung und Selbstbestimmung
bedeutet: Jeder ist für sein persönliches Glück und Vorankommen selbst verantwortlich; auch sich selbst Wissen anzueignen wird elementar. Sie können Ihre Kinder darauf vorbereiten, indem Sie im Alltag darauf achten, ihnen nicht zu viel abzunehmen – zeigen Sie ihnen lieber, dass es Spaß macht, selbst auf die Lösung eines Problems zu kommen. Fördern Sie alles, was mit Kreativität zu tun hat: Ob es die ersten Malversuche sind oder die Lust am Verkleiden.


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