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Die 5 Säulen der Erziehung: Nicht nur für Eltern sind diese Tipps Gold wert!

Die 5 Säulen der Erziehung: Nicht nur für Eltern sind diese Tipps Gold wert!

Tschöpe-Scheffler

Wer Kinder hat, beschäftigt sich irgendwann automatisch mit der Frage, wie er sie erziehen möchte. Was bedeutet eigentlich gute Erziehung, was ist ein guter Erziehungsstil? Und: Gibt es die perfekte Erziehungsmethode? Eine mögliche Antwort liefern die sogenannten „5 Säulen der Erziehung".

Eltern wollen für ihre Kinder in den allermeisten Fällen nur das Beste. Sie möchten sie beschützen und umsorgen. Und wenn sie eines Tages das elterliche Nest verlassen, sollen sie gut vorbereitet auf eigenen Beinen in die Zukunft starten. Die Grundlage dafür: Eine Erziehung, die es dem Kind ermöglicht, sich optimal entfalten und entwickeln zu können.

Sigrid Tschöpe-Scheffler und ihre 5 Säulen der Erziehung

Prof. Sigrid Tschöpe-Scheffler, die bis zum Jahr 2015 an der Technischen Hochschule Köln für Familienbildung lehrte, veröffentlichte zu diesem Thema 2003 einen Ratgeber mit dem Titel „Fünf Säulen der Erziehung". Und bereits am Untertitel ist zu erkennen, dass es darin nicht nur um die Eltern gehen soll, sondern vielmehr um ein „entwicklungsförderndes Miteinander von Erwachsenen und Kindern".

Was sind die Merkmale einer guten Erziehung?

Im Zentrum des Ratgebers steht die Frage, was ein Kind alles benötigt, um sich frei entwickeln und entfalten zu können. Tschöpe-Scheffler fordert Eltern und alle, die mit Kindern und ihrer Erziehung zu tun haben (z.B. ErzieherInnen), auf, ihren Erziehungsstil zu hinterfragen. Auch die Beziehung zum Kind soll mit Hilfe der fünf Säulen reflektiert, die Sinne der Eltern für die kindliche Entwicklung geschärft werden.

Die Merkmale einer guten Erziehung stellt sie mit den folgenden fünf Säulen dar:

    1. Liebe und emotionale Wärme
    2. Achtung und Respekt
    3. Kooperation
    4. Struktur und Verbindlichkeit
    5. Förderung

Die 5 Säulen der Erziehung nach Sigrid Tschöpe-Scheffler im Detail

Säule 1: Liebe und emotionale Wärme

Die erste Säule nennt sich „Liebe und emotionale Wärme". Sie ist das wohl wichtigste Fundament der kindlichen Entwicklung. Kinder brauchen das Gefühl geliebt, gesehen, getröstet und gehört zu werden. Sie haben ein Recht auf ein respektvolles Interesse an ihrer Person und auf eine liebevolle Umgebung, in der sie Rückhalt finden.

Säule 2: Achtung und Respekt

Die zweite Säule handelt von „Achtung und Respekt". Ein Kind sollte die Möglichkeit haben, eigene Erfahrungen zu machen und Lösungen für Probleme zu finden. So wird es in seiner Individualität respektiert und gefördert. Und es lernt, dass seine Meinung geschätzt wird. Achtung und Respekt sind grundlegende Erfahrungen, die das Selbstbewusstsein des Kindes prägen und zu einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung maßgeblich beitragen.

Säule 3: Kooperation

Die dritte Säule mit dem Namen „Kooperation" soll Eltern darauf hinweisen, dass nicht sie der alleinige Bestimmer in der Beziehung mit dem Kind sind. Es ist wichtig, dass die Beziehung von wechselseitigem Verstehen geprägt ist – und dass das Kind, seinem Alter entsprechend, einen eigenen Standpunkt hat, der Wertschätzung verdient. Natürlich gibt es Regeln und Strukturen, an die sich das Kind halten muss. Diese sollten aber im Rahmen des Möglichen abgestimmt und abgesteckt werden.

Säule 4: Struktur und Verbindlichkeit

Bei der vierten Säule „Struktur und Verbindlichkeit" geht es darum, wie das Kind den Erwachsenen wahrnimmt. Es ist sehr wichtig, dass es sich auf die Aussagen des Erwachsenen verlassen kann, Versprechen sollten nicht gebrochen werden. Andernfalls macht das Kind nämlich die Erfahrung, dass die Aussagen des Erwachsenen keinen Wert haben. Sie sind nicht zuverlässig. Entzieht man Kindern Struktur und Verbindlichkeit in ihrer Umgebung, empfinden sie ihre Umwelt als unberechenbar. Die Folge: Sicherheit und Vertrauen gehen irgendwann verloren.

Säule 5: Förderung

Dass jedes Kind von Natur aus neugierig ist, wird in der fünften Säule mit dem Titel "Förderung" beleuchtet. Erwachsene sollen diese Neugier fördern. Nicht, indem sie ihrem Kind alles erklären und vorgeben. Kinder sollen im Idealfall Zusammenhänge selbst entdecken, der Erwachsene nur bei Fragen zur Seite stehen und neue Impulse setzen. Ein Kind zur Neugierde und zum Lernen zu zwingen, ist weder möglich noch in irgendeiner Weise förderlich für dessen Entwicklung.

Später hinzugekommen: Säule 6 und 7

In der überarbeiteten Auflage aus dem Jahr 2013 ergänzte Prof. Tschöpe-Scheffler unter den Namen „Gemeinschaft" und „Spiritualität" die Säulen sechs und sieben. In der Gemeinschaft soll es Kindern ermöglicht werden, soziale Kompetenzen zu lernen. Sie sollen Zugehörigkeit und Geborgenheit in der Gemeinschaft erfahren. Mit „Spiritualität" ist bei Tschöpe-Scheffler keineswegs nur der (christliche) Glaube gemeint. Vielmehr geht es ihr darum, dass das Kind durch die Erfahrung von Spiritualität Vertrauen in sein Leben findet, sich verbunden fühlt und Hoffnung spüren kann.

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Die 5 Säulen der Erziehung: nicht nur für Eltern ein guter Ratgeber

Prof. Sigrid Tschöpe-Scheffler hat ihren Ratgeber explizit nicht nur für Eltern herausgegeben, sondern für alle Menschen, die sich mit Kindern und Erziehung auseinandersetzen möchten. Sowohl im Pädagogik-Studium als auch bei der Ausbildung zur Erzieherin oder Tagespflegeperson liefert er den Interessenten wertvolle Tipps und Anregungen zur Reflexion des eigenen Verhaltens und dem Umgang mit den Kindern.

Wichtig ist zu verstehen, dass die fünf Säulen der Erziehung natürlich nicht von jeder Person gleichermaßen umgesetzt werden können und müssen. Sie bieten aber eine gute Grundlage für alle, die sich näher mit dem Thema Erziehung und Erziehungsstil auseinandersetzen möchten. Und allen, die sich fragen, was sie in ihrer Erziehung gut oder weniger gut machen, einen sehr guten Kompass.

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Du möchtest dich mit den 5 Säulen der Erziehung noch genauer beschäftigen? Hier findest du diesen und weitere Ratgeber von Sigrid Tschöpe-Scheffler:

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.. konnte ich irgendwann wirklich nicht mehr sehen. Seitdem meine ältere Tochter vom Baby zum Kleinkind geworden ist, prasselte es von vielen Seiten mit Erziehungstipps nur so auf mich ein. Ich habe viele Ratgeber (an)gelesen und irgendwann für mich entschieden, dass ich wohl akzeptieren muss, einfach nicht alles richtig machen zu können. Und es vor allem anderen sowieso nie Recht machen zu können. Muss ich auch gar nicht. Das heißt nicht, dass ich mich mit dem Thema Erziehung nicht mehr auseinandersetze. Ganz im Gegenteil! Und ich muss sagen, dass ich den Ratgeber von Prof. Tschöpe-Scheffler wirklich sehr gern gelesen und ihre Einladung zur Reflexion des eigenen Erziehungsstils gern angenommen habe.

Bildquelle: Getty Images/ malija

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