Studium finanzieren: Diese Kosten kommen auf Eltern und Studierende zu

Kleinkind

Studium finanzieren: Diese Kosten kommen auf Eltern und Studierende zu

Semesterticket, Wohnung, Lebensmittel: Studieren kann ziemlich kostspielig sein. So klappt die Finanzierung!

Ein Studium zu finanzieren erscheint auf den ersten Blick ganz schön kompliziert. Dabei gibt es viele Faktoren, mit denen man die Kosten selbst beeinflussen kann.

Etwa 900 € im Monat – so viel kostet ein Studium in Deutschland durchschnittlich. Doch es geht auch deutlich günstiger. Wie teuer Studieren im Einzelfall ist, hängt von verschiedenen Faktoren wie Studienort, Fachhochschule und Wohnart ab und die einzelnen Kosten können ganz schön unübersichtlich sein. Hier gibt es eine Kostenaufstellung sowie Tipps zu einer gesicherten Finanzierung.

Diese Kosten bringt ein Studium mit sich:

Lebenshaltungskosten: Im Osten ist es günstiger

Wenn es ums Studium finanzieren geht, spielen natürlich die Lebenshaltungskosten die größte Rolle. Die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (http://www.sozialerhebung.de/download/21/Soz21_zusammenfassung.pdf) aus dem Jahr 2016 zeigt, dass Studierende monatlich durchschnittlich 916 E€ zur Verfügung haben. Doch nur weil es der Durchschnitt ist, heißt es nicht, dass jeder Studierende diese Summe benötigt. Wie hoch die monatlichen Lebenshaltungskosten sind, ist stark vom Studienort abhängig. So kostet laut dem einem Marktreport zu studentischem Wohnen 2018 ein WG-Zimmer beispielsweise in Bayern, Hamburg oder Berlin im Schnitt über 400 €, in Thüringen, Sachsen oder Sachsen-Anhalt hingegen um die 255 €. Vor allem ist es entscheidend, ob man als Studenten-Bleibe eine eigene Wohnung, ein WG-Zimmer oder ein Apartment in einem Studierendenwohnheim wählt. Für die eigene Wohnung muss in den meisten Städten deutlich tiefer ins Portemonnaie gegriffen werden, als für das WG-Zimmer oder Wohnheim.

Eine Krankenversicherung müssen die meisten Studierenden nicht zahlen: Bis 25 sind die Kinder gesetzlich versicherter Eltern weiter mitversichert. Verdienen sie jedoch mehr als 450 € im Monat, müssen sie selbst in den Studententarif der Krankenversicherung wechseln. Hier belaufen sich die Kosten auf ca. 100 € im Monat.

Des Weiteren kommen natürlich noch Kosten für Dinge wie Lebensmittel, Kosmetik, Kleidung, Handy, Vereinsmitgliedschaften oder Hobbys hinzu. Wie viel Geld hierfür benötigt wird, ist sehr individuell. Für Studierende gibt es an vielen Stellen Vergünstigungen, beispielsweise in Fitnessstudios oder Mode-Onlineshops. Auch günstiges Essen in der Mensa schont den Geldbeutel.

Studienkosten: Das Semesterticket ist entscheidend

Der größte Part der Studienkosten ist der Semesterbeitrag. Dieser fällt von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich hoch aus und muss pro Semester bezahlt werden. Er setzt sich aus vier Teilen zusammen:

  • Kosten für den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA, Stura)

  • Anteile für die Arbeit des Studentenwerks

  • Kosten für das Semesterticket

  • Verwaltungsgebühren

Vor allem das Semesterticket ist für die Semesterkosten ausschlaggebend: So bekommen Studierende in Nordrhein-Westfalen beispielsweise oftmals ein Ticket, mit dem man durch  das gesamte Bundesland kostenlos Zug fahren kann. An anderen Universitäten bekommt man nur ein Ticket für den Studienort, dann wird es wesentlich günstiger. Der Semesterbeitrag beläuft sich daher auf von etwa 115 € (Magdeburg 2019) bis knapp 410 € (Hannover 2019).

In speziellen Fällen kommen zum Semesterbeitrag noch Studiengebühren hinzu. die entstehen dann, wenn ein Zweitstudium angefangen oder weit über die Regelstudienzeit hinaus studiert wird. In den meisten Bundesländern treten solche Langzeitstudiengebühren dann ein, wenn die Regelstudienzeit um vier bis sechs Monate überschritten wurde.

Teurer wird es bei privaten Universitäten. Sie verlangen teilweise hohe Studiengebühren, da sie sich direkt aus diesen Einnahmen finanzieren. Durchschnittlich kostet ein Studium an einer privaten Hochschule im Monat 520 €.

Des Weiteren kommen in manchen Studiengängen Kosten für Lehrmittel, Exkursionen etc. dazu. Wer hier Geld sparen möchte, kann hier aber z. B. oft Bücher von älteren Studierenden preisgünstig gebraucht kaufen. So fallen diese Kosten nicht besonders ins Gewicht.

Wie das Studium finanziert werden kann: Fünf Wege

Um die Studien- und Lebenshaltungskosten zu finanzieren gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Kindergeld und weitere Unterstützung der Eltern
Etwa die Hälfte aller Studierenden werden zum größten Teil von ihren Eltern finanziert.
Doch lang nicht alle Eltern haben das Geld zur Verfügung, vor allem, wenn es auch noch Geschwister gibt, die ebenfalls studieren möchten. Oder es herrschen schwierige familiäre Verhältnisse, die die Finanzierung erschweren. Eltern sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kindern die Erstausbildung zu finanzieren. Dafür erhalten sie bis zum 25. Lebensjahr des Kindes staatliche Unterstützung in Form von Kindergeld. Dies steht dem Kind zu.

2. Staatliche Unterstützung in Form von BAföG
Können Eltern das Studium nicht in vollem Maße finanzieren, gibt es die Möglichkeit, BAföG zu beantragen. Etwa 30 Prozent aller Studierenden bekommen BAföG. Ob und wie viel Geld der Staat dazu schießt, hängt vom Haushaltseinkommen ab. Im BAföG-Rechner lässt sich vorab schauen, ob und wie viel dem Studierenden in etwa zusteht.

3. Stipendium
Ein weitverbreiteter Irrglaube: Nur Überflieger mit Bestnoten können sich Hoffnungen auf ein Stipendium machen. Falsch! Es gibt mehr als 2.500 Stipendiengeber,die auch für Studierende, die keine herausragenden Noten haben und nicht extrem engagiert sind, Stipendien anbieten. Die Website mystipendium hilft, ein passendes zu finden.   

4. Jobben
Wer keinen überfüllten Stundenplan hat, kann neben dem Studium arbeiten gehen. Vom klassischen Kellnern oder Nachhilfe geben bis hin zu außergewöhnlichen Nebenjobs wie Stewardessen oder Mystery-Shopper gibt es hier viele Möglichkeiten. Schöner Nebeneffekt: Erste Arbeitserfahrungen werden gesammelt und das macht sich im Lebenslauf immer gut!

5. Studienkredit
Wenn es mit der Finanzierung über die Eltern oder über den Staat nicht funktioniert und auch ein Stipendium oder Arbeiten keine Optionen sind, gibt es die Möglichkeit, einen Studienkredit aufzunehmen. Die vereinbarte Summe wird dann monatlich von der Bank ausgezahlt. Nach dem Studium muss das Geld dann mit Zinsen zurückgezahlt werden.Damit es mit dem Kredit klappt, müssen Studierende ihre Bonität belegen (Schufa-Hinweis) und sollten sich in der Regelstudienzeit befinden.

Insgesamt werden die Kosten eines Studiums durch viele Faktoren bestimmt und können durch die entsprechenden Entscheidungen so auch deutlich unter den durchschnittlichen 900 € liegen. Und auch wenn die Kosten auf den ersten Blick immens erscheinen, so findet sich immer ein passender Weg, ein Studium zu finanzieren. Auch wenn es am Monatsende dann vielleicht mal ein paar Tage lang Nudeln mit Pesto gibt.

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