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Energiewende

Persönliche Erfahrung mit einer Mini-Solaranlage: Das sollte man beachten

Nachhaltigkeit und steigende Strompreis sind nur zwei der Gründe, warum immer mehr Familien über die Anschaffung einer Solaranlage nachdenken. Und die muss keine Rieseninvestition sein, denn seit der Gesetzeslockerung 2019 gibt es kaum noch wirkliche Hindernisse, sich eins der Mini-Modelle an den Balkon zu hängen oder im Garten aufzustellen. Unser GIGA-Kollege Peter, der inzwischen seine ganze Familie mit Mini-Solaranlagen ausgestattet hat, hat für uns die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die ihr beachten müsst, wenn ihr ein sogenanntes 'Balkonkraftwerk' legal betreiben wollt.

Vorteile einer Mini-Solaranlage

Mini-Solaranlagen sind quasi herkömmliche Photovoltaik-Anlagen, wie man sie auf vielen Hausdächern sieht, nur eben im Kleinformat. In der Regel ist ein Panel etwa 17 kg schwer, ca. 100 x 170 cm groß und im Sinne von „Plug & Play“ direkt nach dem Einstecken einsatzbereit. Eine solche Anlage kann aus einer oder zwei Solarpanel bestehen. Seit dem der Gesetzgeber im Jahr 2019 die Regeln für sogenannte 'Balkonkraftwerke' stark gelockert hat, müssen Familien nur noch ganz wenige Punkte beachten, um so eine Anlage legal betreiben zu können. Vorteile von Mini-Solaranlagen gibt es einige:

  • Ersparnis beim Stromkauf: Mit den steigenden Energiepreisen lohnt sich so eine kleine PV-Anlage sehr. Zudem fördern erste Städte und Regionen bereits solche Anlagen. Der produzierte Strom muss direkt verbraucht werden. Da kommt es ganz darauf an, wie sehr die Sonne scheint und ob man die verbrauchte Energie auch ausnutzt. Zurückhaltend gerechnet amortisiert sich eine Mini-Solaranlage nach etwa 8 Jahren. Steigen die Preise für Strom, dann natürlich früher. Hier gibt es eine Beispielrechnung auf GIGA
  • Keine großen Anschaffungskosten: Anlagen sind schon zwischen 800 und 1000 € erhältlich
  • Keine großen Umbauten nötig: Für den Betrieb von Balkonkraftwerken müssen in der Regel keine baulichen Veränderungen vorgenommen werden. Eine normale Steckdose reicht.
  • Keine Handwerkerkosten: Das Zusammenstecken der einzelnen Komponenten ist kinderleicht. Man kann da eigentlich nichts falsch machen, da die Kabel jeweils eine einzigartige Form haben und gar nicht falsch verbunden werden können.

Voraussetzungen für den Betrieb: Eine Steckdose zum Einspeisen reicht

Seit der Gesetzesänderung dürfen Mini-Solaranlage über eine normale Steckdose betrieben werden (im Fachsprech auch Schutz-Kontakt-Steckdose oder kurz Schuko.-Steckdose) genannt. Zwischen der Mini-Solaranlage selbst und der Steckdose braucht man einen sogenannten 'Wechselrichter'. Der Wechselrichter wandelt die Sonnenenergie um und speist die Energie dann das Stromnetz des Haushalts ein.

  • Der Wechselrichter muss zwingend über einen NA-Schutz verfügen. Das ganze System synchronisiert sich mit dem Netz des Strombetreibers und arbeitet nur, wenn das Stromnetz aktiv ist. Sobald der Strom ausfällt oder die Frequenz des Netztes nicht mehr erkannt wird (beispielsweise, wenn man den Stecker zieht), schaltet sich die gesamte Anlage wieder aus.
  • Maximal darf der Wechselrichter eine Leistung von 600 Watt über die Steckdose ausgeben. Die Solarpanel können aber gern mehr Watt leisten, beispielsweise 2x 340 Watt, wodurch man an nicht so sonnigen Tagen etwas mehr Energie produzieren kann.

Der Wechselrichter ist gleichzeitig auch die wichtigste Voraussetzung, die man den Netzbetreiber gegenüber erfüllen muss. Ohne geht auf legalem Wege nichts. Das ist aber auch ein wichtiger Schutz für euch.

Peter Hryciuk

Mein Tipp

Um die erzeugte Energie messen zu können, empfiehlt sich eine WiFi-Steckdose mit App und Energiemessung. Ich persönlich benutze am liebsten die Steckdose von AVM und bin sehr zufrieden.

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Denjenigen, die keine Fritzbox haben, kann ich dieses Modell empfehlen.

Alternativ kann man sich vom Elektriker eine sogenannte 'Wieland-Einspeisesteckdose' montieren lassen. Dann kann die Anlage auch stärker sein, aber das kostet natürlich entsprechend mehr und die Mini-PV-Anlage rentiert sich dann erst später. Für die meisten Familien empfiehlt sich daher der Anschluss über eine ganz normale Schuko-Steckdose – damit das geht, wurden ja auch extra die gesetzlichen Vorgaben 2019 gelockert.

Eine Mini-Solaranlage für die Familie kaufen

Das Interesse an Mini-PV-Anlagen steigt stetig, sodass steckfertige Balkonkraftwerke aktuell teilweise schwer zu bekommen sind, vor allem nicht mehr so günstig wie früher. Vergangenes Jahr kostete ein komplettes Set mit zwei Solarmodulen, einem Wechselrichter, Kabel und Befestigungsmaterial um die 500 bis 600 €. Heute muss man Glück haben, wenn man ein Set für unter 800 bis 1000 € bekommt.

Was kostet eine Mini-Solaranlage insgesamt?

Mini-Solaranlagen werden in Sets verkauft, in denen ein oder zwei Solarpanels enthalten sind, des weiteren der passende Wechselrichter und ein Kabel. Die Halterung kostet zwischen 15 und 150 €, je nach Einsatzort. Befestigung an der Gartenhütte beispielsweise ist sehr günstig, da man nur ein paar kleine Halter braucht. Eine echte Aufständerung kostet viel mehr. Dann kann man die Anlage auf den Boden in einem gewissen Winkel stellen. Aktuell belaufen sich die Gesamtkosten etwa auf 800 bis über 1000 €. Habt ihr noch einen alten Zähler ohne Rücklaufsperre, muss dieser ausgetauscht werden.

Wo kann man eine Mini-Solaranlage befestigen?

Eine Mini-PV-Anlage kann man an den unterschiedlichsten Stellen betreiben. Wichtig nur, dass eine Steckdose in der Nähe ist und man als Mieter*in ist die Erlaubnis der Vermieter zur Anbringung hat. Möglich sind zum Beispiel:

  • Am Balkongeländer
  • Am Carport
  • Auf der Garage
  • Auf der Gartenhütte
  • Auf dem Kinderspielhäuschen

Was muss man bei der Montage einer Mini-PV-Anlage beachten?

  • Sichere Befestigung: Es muss unbedingt sichergestellt sein, dass die Solarzellen sicher verbaut sind und sich auch bei starkem Wind nicht lösen können. Ein Solarpanel ist etwa 17 kg schwer und misst ca. 100 x 170 cm. Wenn so ein Solarpanel vom Wind erfasst wird, kann es zu großen Schäden oder Verletzten kommen.
  • Optimale Ausrichtung: Wichtig ist der Winkel von etwa 30 Grad, um das Optimum der Sonnenbestrahlung herauszuholen und im Idealfall eine Südausrichtung. Gibt es im Tagesverlauf Schatten von Bäumen, Gebäuden oder anderen Dingen? Dann ist der Ertrag spürbar schlechter.
  • Steckdose und Wechselrichter: Die Kabel an den Solarpanels sind meist relativ kurz und man muss den Wechselrichter in der Nähe befestigen. Er sollte möglichst geschützt vor Wettereinflüssen und ohne zu starke Temperaturschwankungen befestigt werden. Eventuell braucht man dazu noch ein Verlängerungskabel.
  • Keine Angst: Das Zusammenstecken der einzelnen Komponenten ist selbst für Tech-Laien machbar. Die Kabel haben jeweils eine einzigartige Form und können also gar nicht falsch verbunden werden. Die beiden Solarzellen gehören an den Wechselrichter und von dort läuft dann ein Kabel zur Steckdose. Dabei kann man eigentlich nichts falsch machen.
Peter Hryciuk

Achtung Steuerhinterziehungs-Gefahr!

Ihr dürfte eine steckfertige Solaranlage nur an einem Stromzähler betreiben, der eine Rücklaufsperre besitzt. Habt ihr noch einen alten Zähler, muss dieser vorher ausgetauscht werden. Dreht sich der Zähler zurück, begeht ihr Steuerhinterziehung – und das kann richtig teuer werden, wenn ihr erwischt werdet.

Nicht vergessen: Die Mini-PV-Anlage muss angemeldet werden

Für den legalen Betrieb des steckfertigen Balkonkraftwerks müsst ihr die Anlage an zwei Stellen anmelden:

  1. Beim Netzbetreiber: Ihr müsst eure Mini-PV-Anlage bei eurem Netzbetreiber anmelden. Viele Anbieter stellen mittlerweile vereinfachte Anmeldeverfahren zur Verfügung, sodass ihr nur ein Formular ausfüllen und das Zertifikat des Wechselrichters beilegen müsst. Damit belegt ihr, dass der Wechselrichter einen NA-Schutz hat. Wichtig: Ihr habt dem Netzbetreiber gegenüber nur eine Meldepflicht, da er wissen muss, dass ihr als Stromerzeuger ins Netz einspeist. Das ist wichtig, damit das Stromnetz nicht gestört wird. Weiterhin überprüft der Netzbetreiber, ob ihr den passenden Stromzähler habt und wechselt diesen dann aus, wenn nicht. Das kostet euch nichts.
  2. Beim Marktstammdatenregister: Weiterhin müsst ihr eure PV-Anlage im Marktstammdatenregister eintragen. Auch hier seid ihr mitteilungspflichtig. Ihr benötigt aber keine Erlaubnis oder Freischaltung. Ihr füllt einfach alles aus und die Solaranlage kann direkt benutzt werden.
Peter Hryciuk

Nicht vom Netzbetreiber verunsichern lassen

Das war es auch schon. Mehr muss man nicht machen, um ein Balkonkraftwerk legal zu betreiben. Früher gab es keine vereinfachte Anmeldung und die Netzbetreiber haben teilweise seltsame Ansagen gemacht. Während ich bei meiner ersten Mini-Solaranlage noch drei Monate kämpfen musste, um die Genehmigung für einen neuen Zähler zu bekommen, war bei den zwei folgenden Anlagen nach zwei bis drei Wochen alles durch – ohne Diskussionen.

Lasst euch vom Netzbetreiber nichts einreden: Solange der Wechselrichter einen NA-Schutz besitzt und 600 Watt nicht übersteigt, dürft ihr diesen an der Schuko-Steckdose betreiben. Die VDE-Norm wird damit erfüllt. Eine Norm ist zudem kein Gesetz. Das wird oft falsch verstanden. Lasst euch also nicht unterkriegen. Wenn ihr die Voraussetzungen erfüllt, dann seid ihr im Recht.

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Bildquelle: Redaktion

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