Computerkenntnisse: Deutsche Schüler hinken hinterher

Handlungsbedarf!

Computerkenntnisse: Deutsche Schüler hinken hinterher

In einer Studie wird deutlich, dass nur 22 Prozent der deutschen Schüler ohne Hilfe einen Computer zur Informationsbeschaffung verwenden können. Gute Computerkenntnisse sind an deutschen Schulen eher selten zu finden.

Überall sieht man Kinder mit digitalen Geräten, seien es Handys oder Tablets. Da müsste man doch davon ausgehen können, dass sie im späteren Leben diese Informationstechnik problemlos benutzen können. Können sie aber nicht. Eine Studie,  die sich an 2200 Schulen in zwölf Ländern die Computerkompetenzen von 46.000 Schüler und Schülerinnen in der achten Klasse angeschaut hat, kommt zu diesem etwas besorgniserregenden Schluss.

Computerkenntnisse: Algorithmus, was ist das?

Den mitwirkenden Schülern wurden Aufgaben gegeben, die sie am Computer lösen sollten. Sie sollten Informationen sammeln, aber auch einen Programmierungscode ändern können. Nur 24 Prozent der deutschen Schüler waren dazu ohne Hilfestellung in der Lage. 42 Prozent konnten dies nur mit Unterstützung tun. Ein Drittel der Schüler hatte nur minimale Kenntnisse und keine Ahnung von Algorithmen. Ein Algorithmus wird zur Problemlösung angewandt und hat seinen festen Platz in der Informatik. Ohne einen Algorithmus funktionieren zum Beispiel die Rechtschreibprogramme auf Word nicht, und auch der BMI ist das Ergebnis eines Algorithmus. Es ist also wichtig, darüber in der Schule zu lernen.

Warum schneiden deutsche Schulen im Unterschied zu Dänemark schlechter ab?

Deutschland belegt im internationalen Vergleich nur einen mittleren Platz. Dänemark führt die Studie an. Das Computerverständnis wurde schon 2013 schon einmal getestet und auch da konnte Deutschland nicht punkten. Man hatte aber die Hoffnung, dass sich innerhalb von fünf Jahren etwas getan hätte. Hat es aber nicht, die Werte liegen immer noch im Mittelfeld. Einzig bei den Lehrern gibt es eine steigende Tendenz, den Computer im Unterricht zu benutzen.

Warum ist Dänemark besser? Die dänischen Schüler haben mehr Geräte, das liegt aber auch daran, dass sie ihre eigenen Geräte zur Schule mitbringen. Sie gehen in Schulen, die ein schuleigenes WLAN haben. Alle dänischen Schulen haben ein WLAN, in Deutschland finden sich nur 26,2 Prozent, die so etwas vorweisen können. Und sie haben Lehrer, die ihnen beibringen, wie man an Informationen gelangt und dabei unterscheidet, welche Quellen sicher und relevant sind. Im Zeitalter von Fake News ist dies nicht unerheblich.

Ausstattung ist eines, Weiterbildung etwas anderes

Auch wenn jetzt alle Schulen über WLAN verfügen und alle Schüler ein Gerät zur Verfügung haben - sie müssen es auch benutzen können. Hier ist die Weiterbildung der Lehrer gefragt. Auch sie müssen gut genug ausgebildet sein, um ihre Schützlinge entsprechend unterrichten zu können. Da gibt es laut der Studie noch Handlungsbedarf.

Geld macht den Unterschied

Wenig überraschend war leider auch eine weitere Erkenntnis der Studie: Kinder mit einem höheren sozioökonomischen Status schneiden besser ab als ihre Schulkameraden aus einem weniger privilegierten Elternhaus. Meistens haben die Eltern hier eine bessere digitale Kompetenz oder können zumindest die Hardware zur Verfügung stellen. Somit vergrößert sich nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die digitale Kluft bei den Kindern. Hier sei es die Aufgabe von Staat und Schule entgegenzusteuern und diese Kluft mit ausreichender Versorgung von Hardware zu schließen.

Computerkenntnisse: Deutsche Schulen müssen aufholen

Wir lernen: Einfach nur auf einen Link klicken oder schicke Instagram-Fotos zu versenden heißt noch lange nicht, eine ausreichende Computerkenntnisse zu haben. Gerade weil digitale Technik immer wichtiger wird, ist es entscheidend, dass unsere Kinder Zugang zu technischen Geräten haben und ein grundlegendes Verständnis von digitaler Technologie entwickeln. Es geht um die berufliche Zukunft der Jugendlichen. Deutschland war immer stolz darauf, eine wirtschaftliche Kraft im internationalen Vergleich zu sein. Damit das auch so bleibt, muss der Staat und damit verbunden die Schulen entsprechend Gas geben, damit wir nicht noch weiter von der Konkurrenz abgehängt werden und eine bessere Ausstattung für internetbasiertes Lernen bietet:

  • Mehr Geräte für Schüler und Lehrer
  • Bessere Weiterbildungen für die Lehrerschaft
  • Bessere Lernplattformen
  • Verfügbarkeit von internetbasierten Anwendungen für gemeinschaftliches Arbeiten
  • Schuleigenes schnelles WLAN
  • Besserer IT-Support (technisch wie pädagogisch)

Da sich der Staat per Digitalpakt verpflichtet hat und nun Milliarden in die Förderung der Digitalisierung stecken will, werden die Forscher bei ihrer nächsten Studie, die 2023 ansteht, hoffentlich von besseren Ergebnissen für Deutschland berichten.

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