So schädlich ist Wasser für kleine Babys

Ein tragischer Vorfall aus Georgia in den USA wirft Licht auf eine wichtige Tatsache, die vielen Eltern vielleicht gar nicht bewusst ist: Säuglinge, die zu viel Wasser bekommen, laufen sehr schnell Gefahr, eine Wasservergiftung zu erleiden und können daran sogar sterben.
 


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Baby trinken

Säuglinge müssen und sollten nicht extra Wasser bekommen


© iStock
Da die junge Mutter Lauren Fristed nicht genug Muttermilch für ihre frischgeborene Tochter hatte, begang sie einen schwerwiegenden Fehler, der der kleinen Nevaeh das Leben kostete. Aus finanziellen Gründen entschied sie sich gegen Milchpulver, stattdessen entschloss sie sich, ihre Muttermilch mit Wasser zu verdünnen, was zu einer Vergiftung ihres Babys führte. Das Baby hatte zu viel Wasser zu sich genommen, sein Elektrolyt- und Natriumhaushalt nahm stark ab und das Gehirn schwoll stark an. Für die kleine Nevaeh kam jede Hilfe zu spät, das Leben des kleinen Babys konnte nicht mehr gerettet werden. Lauren Fristed und ihr Mann George Landell mussten sich im Anschluss an den schrecklichen Vorfall wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Nicht nur, weil sie ihr Kind unzureichend fütterten, sondern auch, weil sie sich aus religiösen Gründen geweigert hatten, rechtzeitig ein Krankenhaus mit ihrer kleinen Tochter aufzusuchen. Das Ehepaar wurde zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt. 

Babys sind empfindlich für Wasservergiftungen


Der Fall der kleinen Nevaeh, die viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde, ist ein Extremfall, dennoch ist die Kernaussage eine universelle: Eine Wasservergiftung (Hyponatriämie) kann für Babys eine reelle Gefahr darstellen. Vor allem in den Sommermonaten müssen nicht wenige Kinder mit den erschreckenden Symptomen einer Hyponatriämie in die Notaufnahme.

Besonders anfällig für Wasservergiftungen sind Säuglinge, weil ihre Nieren noch nicht vollständig entwickelt sind. Nehmen sie zu viel Wasser auf, wird der empfindliche Natriumhaushalt des kleinen Körpers gestört und der Natriumgehalt im Blut zu sehr verdünnt.

Normalerweise reagiert der Körper auf einen niedrigen Natriumwert im Blut, indem er versucht, den Überschuss an Wasser mit Hilfe der Nieren über die Blase wieder auszuscheiden, damit sich der der Elektrolythaushalt wieder stabilisieren kann.

Da die Nieren von Babys unter einem Jahr allerdings noch nicht ausgereift sind, können sie größere Mengen Wasser nicht schnell genug verarbeiten und ausscheiden. Die verheerende Folge: Da die Flüssigkeit nicht ausgeschieden werden kann, aber aus dem Blut muss, wird sie in den Körper- und Gehirnzellen abgelagert. Das Gehirn kann anschwellen und ein lebensbedrohliches Hirnödem bilden. Auch die Organe können auf diese Weise geschädigt werden.

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Woran erkennt man eine Wasservergiftung beim Baby?

Hat ein Baby zu viel Wasser zu sich genommen, wirkt es oft lethargisch und apathisch. Gesicht und Körper wirken aufgedunsen und geschwollen. Die Körpertemperatur sinkt. Besteht der Verdacht auf eine Wasservergiftung beim Baby, sollten Eltern sofort ein Krankenhaus aufsuchen, dort kann den meisten Säuglingen schnell mit einer Gabe von Elektrolyten geholfen werden.
Säuglingsnahrung nie verdünnen

Babynahrung sollte deswegen nie gestreckt, also mit extra Wasser verdünnt, werden – egal, ob es sich um Muttermilch oder künstliche Säuglingsnahrung handelt. Egal, ob das Wetter warm oder kalt ist.

Experten raten Eltern grundsätzlich davon ab, Babys unter sechs Monaten mit extra Wasser zu versorgen. Die Flüssigkeitszufuhr sollte bei Säuglingen nur über die Mutter- oder Flaschenmilch erfolgen. Normalerweise trinken Babys von sich aus so viel Milch, wie sie brauchen.

Wie viel Flüssigkeit Babys trinken sollten und ab wann Sie Ihrem Baby zusätzliche Getränke anbieten sollten haben wir für Sie in dieser Bildergalerie zusammengefasst:

von Nicole Metz




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