Wackelbrücke für Kinder selber bauen: Anleitung und Tipps

Einmal durch den Garten wackeln bitte ... Kommt sofort - mit unserer Bauanleitung für eine Wackelbrücke. Viel Spaß beim Nachbauen!


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Er nennt sich auch 'Schwingbohlenpfad', denn er besteht aus 3 Zentimeter
starken Eichenbohlen, die an den Enden auf Stützen befestigt werden und dadurch etwa 40 Zentimeter über dem Boden schweben. Seine Wirkung ist mit einem Trampolin vergleichbar, weil er elastisch ist und auf jede Bewegung mit einem Gegenschwung reagiert. Läuft man darüber oder springt darauf, gibt es den 'Trampolineffekt': Wir schwingen nach oben und haben das Gefühl zu fliegen.

Baunanleitung: Wackelsteg



Material für die Wackelbrücke


➤ Standort und Platzbedarf

Der Wackelsteg kann überall im Garten angelegt werden. Der Platzbedarf entspricht dem eines Weges. Sinnvoll sind mindestens 2 × 12 m mit 3 Bohlen à 4 m Länge. Als Verbindung zwischen Spielbereichen eignet er sich besonders gut. Wichtig ist ein weicher Boden, auch zum Gründen der Pfähle.

➤ Werkzeugbedarf

Spaten (zum Graben der Löcher für das Fundament evtl. Erdbohrer leihen), Vorschlaghammer, Stichsäge, Flex, Schwingschleifer, Bohrmaschine, Holzbohrer, Stemm-Eisen, Akkuschrauber, Kabeltrommel.

➤ Materialbedarf
• 8 Eichenstammstücke, Durchmesser 20 – 25 cm, 1,5 – 2 m lang
• 3 Eichenbohlen unbesäumt, astfrei, 3 cm stark, 4 – 5 m lang, 30 – 40 cm breit
• 4 Eichenkanthölzer, 8 × 10 cm, 80 – 100 cm lang
• 16 Konstruktionsschrauben, (8 × 180 mm) mit Tellerkopf (T 40), dazu Unterlegscheiben (Durchmesser 30 mm)
• 8 Schlossschrauben (10 × 80 mm) mit Muttern, dazu Unterlegscheiben (Durchmesser 30 mm)
• 4 Konstruktionsschrauben (8 × 120 mm) mit Tellerkopf (T 40), dazu Unterlegscheiben (Durchmesser 30 mm) zur Fixierung der Bohlen
• Schleifpapier (grobe Körnung)

Schritt für Schritt zur Wackelbrücke
  • 1 / 8

    1. Eichenbohlen auslegen, an den Enden überlappend

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    2. Stellen markieren, wo die Pfosten in den Boden kommen.

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    3. Fundamentlöcher 20 × 20 cm, 80 cm tief graben (eventuell mit Erdbohrer).

  • 4 / 8

    4. Stämme senkrecht einsetzen und Fundamentlöcher verfüllen.

  • 5 / 8

    5. Querriegel aus Kanthölzern 40 cm über dem Boden montieren.

  • 6 / 8

    6. Eichenbohlen auflegen und mit Schlossschrauben verschrauben.

  • 7 / 8

    7. Eichenbretter an den Querriegeln fixieren.

  • 8 / 8

    8. Alle Holzteile mit einem Schwingschleifer besäumen, d. h. abrunden, um Splittergefahr zu reduzieren.



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Detaillierte Bauanleitung - damit nichts schief geht

➤ 1. Platz auswählen
Der Wackelsteg benötigt eine Fläche von 2 × 12 Meter, die von Steinen und Ähnlichem befreit werden muss. Die Fläche braucht nicht ganz eben zu sein, nur größere Bodenunebenheiten sollten ausgeglichen werden. Spannend wird es natürlich, wenn Sie den Wackelsteg über einen Graben oder einen flachen Teich bauen – das erhöht den Nervenkitzel für die Kinder! Überlegen Sie gemeinsam, wo die attraktivste Stelle für das 'fliegende Laufen' sein könnte.

➤ 2. Material besorgen
Damit der Wackelsteg auch richtig wirkt und gut zu bespielen ist, muss unbedingt das richtige Material ausgewählt werden. Verwenden Sie ausschließlich Hölzer, die für ihre Langlebigkeit im Außenbereich bekannt sind, am besten Eiche.

Unbesäumte Eichenbohlen von etwa 3 Zentimeter Dicke, 30 bis 40 Zentimeter Breite und 4 bis 5 Meter Länge sind für den Wackelsteg am besten geeignet. Unbesäumt heißt, dass die Baumkanten an beiden Seiten noch zu sehen sind. Sie sind elastisch (durch die geringe Dicke) und brechen nicht (durch die Eigenschaften des Holzes). Diese Bohlen sind in den meisten Sägewerken ab Lager erhältlich. Sie sollten nicht nur unbesäumt, sondern auch ungehobelt sein, weil dies die Rutschfestigkeit erhöht und sich das Holz so besser in eine naturnahe Umgebung einfügt.

Außerdem sollten die Bohlen frei von Astlöchern und Rissen sein, damit sie möglichst bruchfest sind. Eichenbohlen sind normalerweise sehr elastisch, sofern sie nicht schadhaft sind. Für die Stützen werden Eichenstammstücke mit 20 bis 25 Zentimeter Durchmesser und 1,5 bis 2 Meter Länge gebraucht. Die Stammstücke müssen nicht entrindet werden. Nur an der Stelle, wo der Querriegel angeschraubt wird, muss mit einer Flex eine ebene Auflagefläche hergestellt werden, damit die Querriegel eine schlüssige Verbindung zur Stütze bekommen.

Für die Querriegel nehmen Sie Eichenkanthölzer (8 × 10 Zentimeter), sie sollten eine Länge von 80 bis 100 Zentimeter haben. Außerdem benötigen Sie noch Konstruktionsschrauben mit Tellerkopf und Schlossschrauben mit Muttern und Unterlegscheiben (siehe Materialbedarf).

Bauanleitung: Wackelsteg

Die sich überlappenden Bohlen ruhen auf Querriegeln, die an den Stammstücken festgeschraubt werden. Schön ist es, wenn der Steg schlangenlinienförmig durch den Garten führt.



➤ 3. Bauen
Der Unterbau Überlegen Sie, wie der Steg verlaufen soll, und legen Sie die Bohlen so aus, dass sie sich stabil überlappen. Dabei braucht keine gerade Linie zu entstehen. Viel schöner ist es, wenn der Steg schlangenlinienförmig durch den Garten verläuft. Die Winkel an den überlappenden Enden sollten jedoch höchstens 30 Grad betragen – stärkere Knicke im Stegverlauf wären nachteilig für die Stabilität.

An den Überlappungsstellen markieren Sie rechts und links neben den Bohlen die Punkte, wo die Pfosten eingebaut werden. Dort werden jetzt zunächst die dafür nötigen Löcher gegraben, die 20 Zentimeter lang, 20 Zentimeter breit und 80 Zentimeter tief sein sollten. Ist der Boden weich und nicht so steinig, lässt sich das mit dem Spaten machen. Einfacher ist es natürlich mit einem Erdbohrgerät, wie man es in jedem größeren Baumarkt ausleihen kann. Manchmal ist es auch notwendig, die Löcher für die Pfosten etwas tiefer und breiter anzulegen, z. B. wenn der Boden steinig oder sumpfig ist. Die etwa 2 Meter langen und etwa 25 Zentimeter dicken Eichenstammstücke werden an einer Seite angespitzt und anschließend in die Löcher gesenkt. Stabilisiert werden die Pfosten, indem man den Boden wieder einfüllt und tüchtig feststampft. (Denjenigen von Ihnen, die etwas mit Landwirtschaft zu tun haben, wird diese Arbeit bekannt vorkommen – Weidezaunpfähle werden nach dem gleichen Prinzip eingesetzt.) Ein Fundament oder metallene Bodenhülsen sind nicht notwendig.

Etwa 40 Zentimeter über dem Boden müssen nun die Querriegel angebracht werden. Sie sorgen für die notwendige Stabilität. Die Höhe ist so gewählt, dass die Bohlen frei schwingen können, die Bohlenbiegung bei heftigem Springen jedoch begrenzt ist, damit die Bohlen nicht brechen können. Für die Querriegel sind, wie bereits erwähnt, Kanthölzer am besten geeignet. Diese werden mit jeweils 4 Konstruktionsschrauben (8 × 180 Millimeter mit Tellerkopf, T 40) festgeschraubt. Die Löcher müssen vorgebohrt werden und die Schrauben werden mit Unterlegscheiben versehen. Damit ist die Unterkonstruktion für den Wackelsteg fertiggestellt.

Der Steg
Jetzt werden die Bohlen auf die Querriegel gelegt. Sie müssen sich etwa 80 Zentimeter überlappen. Sind die Bohlen fertig ausgerichtet, werden sie mit einem Holzspiralbohrer (12 Millimeter) durchbohrt, anschließend mit jeweils 4 Schlossschrauben (10 × 80 Millimeter) fixiert und mit Muttern von unten festgeschraubt. Der Wackelsteg ist fast fertig und kann für einen ersten, vorsichtigen Testlauf freigegeben werden. Sie werden überrascht sein, was die schwingenden Bohlen mit Ihnen machen … Und Ihre Kinder werden gar nicht mehr herunterkommen wollen von ihrem neuen Steg.

Bauanleitung: Wackelsteg




Eine kleine, aber wichtige Arbeit steht jedoch noch aus: Die verschraubten Bohlen liegen noch frei auf dem Gerüst mit den Querriegeln. Wenn auf dem ersten Brett jemand springt, geht das zweite Brett in die Höhe. Dieser Effekt ist witzig und durchaus erwünscht. Allerdings birgt er auch Klemmgefahren. Die Bretter heben ja von den Auflagen ab. Hat da jemand zufällig die Finger dazwischen, kann es böse Verletzungen geben.

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Deshalb müssen die Bohlen an den Auflagestellen so fixiert werden, dass sie nicht abheben, sich beim Schwingen aber noch bewegen können. In die überlappenden Bohlenteile werden dort, wo diese auf den Querriegeln aufliegen, mit Bohrer und Stichsäge Langlöcher (Durchmesser 8 Millimeter, Länge 40 Millimeter) gebohrt. Die Schraubentellerköpfe werden versenkt. Dazu können Sie mit einem Forstnerbohrer (Durchmesser 35 Millimeter) mehrere Löcher mit einer Tiefe von 1 Zentimeter nebeneinander setzen und die Zwischenstege wegstemmen.

Dann werden die Bohlen dort mit jeweils einer Konstruktionsschraube (8 × 120 Millimeter) an den Querriegeln festgeschraubt (Unterlegscheibe nicht vergessen). Durch das Langloch können sich die Bohlen beim Bespielen in waagrechter Richtung verschieben, sodass die Schrauben keiner zu starken Belastung ausgesetzt sind. Die Fixierstellen sollten Sie bei Gelegenheit immer mal wieder überprüfen.

➤ 4. Letzte Hand anlegen

Die letzte Aufgabe besteht darin, die Kanten der Holzteile mit einem Schwingschleifer rund zu schleifen, damit sich niemand Splitter in die Finger rammt. Und jetzt kann es losgehen … Viel Spaß beim Schwingen!





Aus: Der Spielgarten von Irmela Erckenbrecht und Rainer Lutter


erschienen im pala-verlag, ca. 18 Euro





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Kommentare
  • Bonny

    Super Idee, man muss nur ein Auge auf die Kleinen haben.Tolle Ideen habe ich auch bei draussen-spaß gefunden.