Inhalieren bei Kindern

Der Herbst ist da! Und neben bunten Blättern und Drachenwetter hat er mit großer Wahrscheinlichkeit noch etwas im Gepäck: die erste Erkältung. Inhalieren ist da eine wunderbare Methode, die Nase frei zu bekommen und den lästigen Husten loszuwerden. Wir sagen Ihnen, wie Sie richtig inhalieren und was zu beachten ist, wenn Kinder inhalieren.


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Inhalieren bei Kindern


© Thinkstock
Die Nase hört gar nicht mehr auf zu laufen, und nebenbei husten kleine Erkältungspatienten oft bellend wie Hunde - und das ohne Unterlass. Inhalieren ist da eines von Omas guten alten Hausmitteln, das sich auszuprobieren lohnt. Nicht selten kann es den Griff zu anderen Medikamenten ersetzen.

Wann hilft Inhalieren?


Inhalieren ist wohltuend bei allen Begleiterscheinungen einer Erkältung: Es löst den Schnupfen, lindert Husten (egal ob trockener Husten oder Husten mit Auswurf) und befeuchtet die malträtierten Schleimhäute. Auch bei einer Nebenhöhlenentzündung kann Inhalieren helfen.

Optimal:
Inhalieren hat im Unterschied zu anderen Methoden keinerlei Nebenwirkungen. Die Schleimhaut wird befeuchtet, festsitzender Schleim gelöst und abtransportiert. Extra Plus: Da viele Erreger hitzeempfindlich sind, werden sie beim Inhalieren geschädigt.

Unser Tipp:
Warten Sie mit dem Inhalieren bei sich und bei Ihren Kindern nicht zu lange: Beim Inhalieren wird zäher Schleim in den Nebenhöhlen gelöst, dadurch können sich dort keine Keime mehr ausbreiten – und eine langwierige Sinusitis (Entzündung) kann eventuell abgewendet werden.
Wenn Kinder inhalieren
Kinder ab zwei, drei Jahren können inhalieren. Aber: Lassen Sie Ihre Kinder NIE unbeaufsichtigt inhalieren. Heißes Wasser und heißer Dampf sind gefährlich! Mit diesen Tipps sind Sie auf der sicheren Seite:

● Nehmen Sie Ihr Kind am besten auf den Schoß.
● Auch wenn Ihr Kind schon größer ist: Immer daneben sitzen und aufpassen, dass es keinen Unfall mit dem heißen Wasser gibt.
● Tipp: Eine Geschichte von Mama vorgelesen lässt die Zeit schneller vergehen.
● Kinder sollten mit Kamille oder Salz inhalieren. Auf ätherische Öle reagieren Kinder oft empfindlich. Vor allem auf Pfefferminzöl sollten Sie verzichten.
● Nach dem Inhalieren Haare föhnen und nicht ins Freie gehen.

Beim Inhalieren beachten
  • 1 / 4

    In Erkältungszeiten empfehlen Experten drei Mal täglich zwischen fünf und zehn Minuten zu inhalieren.

  • 2 / 4

    Asthmatiker sollten NICHT inhalieren.

  • 3 / 4

    Wenn Sie eine chronische Erkältung haben, sollten Sie nicht inhalieren, da durch den heißen Dampf die Schleimhäute noch stärker anschwellen.

  • 4 / 4

    Wenn Ihre Beschwerden nicht von selbst abklingen, sollten Sie, bzw. Ihr Kind in jedem Fall zum Arzt gehen.


Wenn Ihr Baby eine Erkältung hat, können Sie Wasser oder Kamillentee im offenen Topf auf dem Herd 20 Minuten kochen lassen. Wenn Türen und Fenster zu sind, reichert sich genug Wasserdampf in der Luft an, um Erkältungssymptome zu lindern. Auch im warmen Bad nach dem Duschen ist die feuchte Luft wohltuend bei kleinen Schnupfenkindern.
Inhalieren – so funktioniert die klassische Methode

Inhalieren mit dem Topf

Heißer Dampf befreit die Atemwege


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➤ Wasser aufkochen und mit dem gewünschten Mittel vermischen. Bei Meersalz mischen Sie einen Liter Wasser mit neun Gramm Salz. Etwas abkühlen lassen – und dann mit dem Kopf über den Topf beugen. Wer mit Kamille inhalieren möchte, kann vier Beutel Kamillentee mit zwei Litern Wasser überbrühen.

➤ Intensiver wird das Inhalieren, wenn Sie Kopf und Schüssel mit einem Handtuch abdecken.

➤ Und dann heißt’s: Bitte tief einatmen! Und ruhig und langsam wieder ausatmen.
Zusätze beim Inhalieren
Beim Inhalieren wirken zum einen der heiße Wasserdampf und zum anderen die zugesetzten Kräuter, Tropfen oder Öle.

Hier sehen Sie, welches Mittel wie wirkt:

» Meersalz (oder auch einfaches Kochsalz): eignet sich auch, um Infekten vorzubeugen
» Eukalyptus: bei allen Erkältungskrankheiten, lockert festsitzenden Schleim
» Kamille: lindert Schnupfen und wirkt entzündungshemmend
» Salbei: hilft gut bei entzündeten Mandeln
» Thymian: bei allen Arten von Husten, wirkt schleimlösend
» Pfefferminze: bei Erkältungen mit Kopfschmerzen (nur für Erwachsene, nicht bei Kindern anwenden)

Inhaliergerät Kinder


© Thinkstock
 
Alternative zum Topf: Elektrische Inhaliergeräte

Bei einfachen Erkältungserkrankungen macht es keinen Unterschied, ob Sie über dem Topf oder mit dem Inhaliergerät inhalieren. Wenn sich Schleim in den Bronchien festgesetzt hat, ist das Inhalieren mit Wasserdampf allerdings sinnlos, die aufsteigenden Wassertröpfchen sind nicht klein genug, um die unteren Atemwege überhaupt zu erreichen.

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Bei einem elektrischen Inhaliergerät sind die Wasserteilchen kleiner, sie erreichen die Bronchien und lösen den dort festsitzenden Schleim. Ein weiterer Vorteil: Der Dampf geht nur in Nase und Mund und reizt daher nicht die Augen. Für Familien ist die Investition in ein Inhalationsgerät eine Überlegung wert. Oder einfach mal den Kinderarzt ansprechen: Bei häufigen Infekten kann er das Gerät vielleicht verschreiben.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Sie erst gar nicht krank werden. Hier finden Sie 15 Tipps, wie Sie einer Erkältung vorbeugen können. Und hier können Sie testen, wie fit Ihr Immunsystem ist.



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