Masern: Symptome, Komplikationen und Impfung

Masern zählen wie Röteln oder Mumps zu den Kinderkrankheiten. Allerdings heißt das nicht, dass die Infektion harmlos ist und durchgemacht werden muss. Denn schwere Komplikationen und Spätfolgen müssen nicht sein. Deswegen sollten Sie Ihr Kind im Kleinkindalter impfen lassen.


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Erneuter Masernausbruch in Berlin


3. Juni 2016: In Berlin nimmt zur Zeit die Zahl der Maserninfektionen erneut zu. Masern zählen zu den meldepflichtigen Krankheiten. Aktuelle Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Berlin wurden am 1. Juni von einer Sprecherin des Gesundheitssenators Mario Czaja (CDU) bestätigt: „Wir sprechen nicht von einer Epidemie, aber wir registrieren wieder mehr Infektionen - im Schnitt steckt sich jeden Tag jemand Neues an.“ Woher die Ausbreitung kommt, darüber wird noch spekuliert - es wird vermutet, dass ein Reisender aus Asien der Auslöser sein könnte. Beim letzten Masernausbruch (Oktober 2015 bis September 2015) infizierten sich über 1.400 Menschen mit Masern. (zk/Quelle tagesspiegel.de)

Masern-Welle 2015 in Berlin


28. Februar 2015: Der Berufsverband der deutschen Kinder- und Jugendärzte empfiehlt Eltern in Berlin, mit Ihren Babys nicht in die Öffentlichkeit zu gehen. Die Ansteckungsgefahr sei derzeit zu groß. Babys sind stark Masern-gefährdet, weil der Nestschutz nur ca. 6 Monate anhält, eine Impfung aber erst mit vollendetem 1. Lebensjahr möglich ist. (zk)

11. Februar 2015: In Berlin nimmt die Anzahl der Masern-Infektionen darastisch zu, laut Robert Koch Institut (RKI) ist es der größte Masernausbruch seit 2001. Bisher erkrankten rund 270 Menschen, wobei zu Beginn vor allem Asylbewerber aus Bosnien, Herzegowina und Serbien betroffen waren, in deren Heimatländern bereits Anfang 2014 die Masern grassierten. Mittlerweile ist aber auch die übrige Berliner Bevölkerung betroffen, so das Robert Koch Institut. (zk)

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Im Bundestag beschlossen: Bei einem Maserausbruch dürfen zukünftig nicht geimpfte Kinder ausgeschlossen werden.


Was sind Masern?


Masern beim Kind

Masern sind eine hoch ansteckende Kinderkrankheit.


© kinderarzte-im-netz.de
Masern sind eine Viruserkrankung und hoch ansteckend, die Übertragung der Erreger erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Bei Verdacht auf Masern sollten Sie Ihr Kind auf jeden Fall einem Kinderarzt vorstellen. Gehen Sie jedoch nicht unangemeldet in die Praxis, da Masern für nicht geimpfte Babys und Kleinkinder sehr gefährlich sind. Masern gehören übrigens zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die Inkubationszeit bei Masern liegt bei ungefähr 8 bis 10 Tagen. Ansteckend sind Masern ein bis zwei Tage vor Ausbruch der ersten Symptome bis zu vier Tage nach Auftreten des typischen Hautausschlags.
Impfung gegen Masern

Wenn man einmal die Masern durchgestanden hat, ist man lebenslang immun. Heute wird eine zweifache Impfung im Kleinkindalter empfohlen. Kinder bekommen die erste Impfung gegen Masern meist zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat. Die zweite Impfung sollte zwischen 15 und 23 Monaten folgen. Zwischen beiden Impfungen sollten mindestens vier Wochen liegen. Meist wird gegen Masern in einer Dreifachimpfung zusammen mit Mumps und Röteln geimpft.

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Symptome von Masern

• Zunächst kommt es bei Masern zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Schnupfen und Husten.

• Die Augen sind meist sehr lichtempfindlich und es kommt zu einer Bindehautentzündung.

• Auf der Mundschleimhaut bilden sich auf Höhe der Backenzähne kleine weiße Flecken (Kopliksche Flecken), die rot umrandet sind.

• Etwa 4 Tage später beginnt der Masern-typische Hautausschlag: Er beginnt in der Regel bei den Ohren, Hals und Gesicht und breitet sich dann über den ganzen Körper aus. Oft haben die Flecken ein kleines Bläschen in der Mitte.

• Nach 4 bis 7 Tagen heilt der Ausschlag ab, dabei kann es zu einer Schuppung kommen.


Der typische Hautausschlag bei einer Maserninfektion

Der typische Hautausschlag bei einer Maserninfektion.


© kinderarzte-im-netz.de
Masern schwächen das Immunsystem für ein paar Wochen. Ihr Kind sollte sich also auch noch danach schonen. Erst nach ein bis zwei Wochen nach den Masern sollte Ihr Kind wieder in die Schule oder in den Kindergarten gehen.
Komplikationen und Spätfolgen von Masern
Bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten führen die Masern zu Komplikationen. Je älter der Patient ist, desto wahrscheinlicher ist ein schwieriger Krankheitsverlauf in der akuten Phase. Am häufigsten kommt es zu Mittelohr- und Lungenentzündungen, im schlimmsten Fall zu einer Gehirnentzündung.
Die schwerwiegendste Folge einer Maserninfektion die ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Sie tritt erst Jahre nach einer durchgemachten Krankheit auf und verläuft immer tödlich. Bei der SSPE siedeln sich die Erreger während der Maserninfektion im Gehirn an und vermehren sich Jahre später und zerstören das Nervengewebe. Ein besonders hohes Risiko besteht für Kinder, die als Säuglinge mit Masern in Kontakt gekommen sind.

➤ Mehr Informationen zu SSPE finden Sie hier.

Masern können schwere Komplikationen zur Folge haben.

Masern können schwere Komplikationen zur Folge haben.


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