Pseudokrupp erkennen und behandeln


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Pseudokrupp ist eine besondere Art der Atemnot bei Kindern. Wie Sie erste Hilfe leisten, erklärt unser Kinderarzt im Video.

Der Kinderarzt Dr. med. Stefan Willimsky klärt im Video über eine besondere Form der Atemnot auf. Sie betrifft vor allem Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Es handelt sich um den sogenannten Pseudokrupp .


In der kalten Jahreszeit häufen sich diese Fälle. Auslöser ist meist eine Virusinfektion. Dabei kommt es zu einem Anschwellen der Schleimhaut unterhalb der Stimmbänder. Der kindliche Kehlkopf ist nämlich in den ersten Lebensjahren noch sehr klein. So kommt es, dass der sich bildende Schleim und die anschwellende Schleimhaut unterhalb des Kehlkopfs die Atemwege einengen oder sogar komplett verschließen. Atemnot ist die Folge.


Der typische Pseudokrupp-Anfall entsteht in der Nacht, nachdem zuvor Erkältungssymptome aufgetreten waren. Betroffene Kinder husten bellend und sprechen oder schreien mit heiserer Stimme. Beim Einatmen ist ein ziehendes Geräusch zu hören. In schweren Fällen kommt es sogar zu deutlicher Atemnot, dabei können sich die Lippen bläulich verfärben. Ein solcher Anfall wirkt oft bedrohlich.

Ganz wichtig ist es hier, dass Sie ruhig bleiben. Sie sollten langsam sprechen und ohne Hektik. So übertragen Sie Ihre Ruhe auf das Kind. Das ist ganz entscheidend für den weiteren Verlauf des Pseudokrupp. Hektik und Angst verstärkt die Symptomatik. Ruhe löst die Verkrampfungen im Kehlkopf und senkt den Atemwiderstand.


Kalte Luft lässt die Schleimhaut abschwellen, sodass wieder mehr Luft in die Lunge gelangen kann. In Herbst und Winter ist dies kein Problem. Im Hochsommer setzen Sie sich mit Ihrem Kind am besten vor den geöffneten Kühlschrank. Lassen Sie es die kalte Luft des Kühlschranks einatmen. Alternativ können Sie auch das Fenster im Kinderzimmer öffnen und feuchte Tücher aufhängen oder sie über die Heizung legen.


Auch kühle Getränke in kleinen Schlucken verabreicht unterstützen Ihre Bemühungen. Sollte es bei Ihrem Kind wiederholt zu einem Pseudokrupp-Anfall kommen, verschreibt Ihnen Ihr Kinderarzt als Notfallmedikament ein cortisolhaltiges Zäpfchen. Das wirkt schnell abschwellend. Keine Angst vor Cortison! Wenn es, wie in diesem Fall, als Notfallmedikament eingesetzt wird, hat es keinerlei Nebenwirkungen. Schnell eingesetzte Medikamente wie zum Beispiel Rectodelt 100 nehmen ihrem Kind rasch die Atemnot.


Dennoch kann die Schwellung im Bereich des Kehlkopfs in ganz seltenen Fällen zu einer bedrohlichen Atemnot führen. Wenn also trotz Ihrer bisherigen Maßnahmen, keine Besserung eintritt, dann sollten Sie mit Ihrem Kind zu Ihrem Kinderarzt oder ins Krankenhaus fahren bzw. den Rettungsdienst benachrichtigen. 

Anzeichen und Maßnahmen für einen Pseudokrupp-Anfall eines Kindes:
Rauer bellender Husten, Heiserkeit, ein ziehendes Geräusch beim Einatmen und Atemnot. Die Symptome treten meist nachts auf.
Beruhigen Sie das Kind, Angst verstärkt den Atemwiderstand.
Gehen Sie mit dem Kind ans offene Fenster oder an den geöffneten Kühlschrank und lassen Sie es frische kalte Luft atmen.
Bieten Sie dem Kind ein kaltes Getränk in kleinen Schlucken an.
Bei häufiger auftretenden Pseudokrupp-Anfällen verschreibt der Arzt Rectodelt-Zäpfchen, die die Schleimhaut im Kehlkopfbereich zum Abschwellen bringen.
Hält die Atemnot des Kindes trotz der Maßnahmen an, benachrichtigen Sie den Rettungsdienst.

Die Gesundheit Ihres Kindes ist Ihnen natürlich sehr wichtig! Familie.de hat hier noch einige Infos und Tipps zu typischen Kinderkrankheiten und die Gesundheit von Kindern für Sie.

 



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