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Alle krank?!?

So inhalieren Kinder richtig: Was unseren hustenden & schniefenden Kids jetzt hilft

© Getty Images / Kemal Yildirim
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Das Kind hustet im Akkord, die Nase läuft und läuft – und ihr wisst schon gar nicht mehr, wie ihr eurem erkälteten Nachwuchs helfen könnt? Versucht doch mal hartnäckige Erkältungs-Beschwerden mit einem Inhaliergerät zu lindern. Wer jetzt ein großes Fragezeichen im Kopf hat: Wir verraten, wie ihr mit euren Kids richtig inhalieren könnt und was laut Expertinnen No-Gos dabei sind (Spoiler: die Kochtopf-Methode und ätherische Öle).

Wann hilft Inhalieren bei Kindern?

Gerade bei Kindern kann so eine Erkältung inklusive Husten ganz schön langwierig und kräftezehrend sein. 3 bis 6 Wochen "böllern" und schniefen sind ganz normal. Solange es euren Kids sonst gut geht, sie nicht fiebern oder apathisch sind, braucht ihr euch also keine Sorgen zu machen. Um den kleinen PatientInnen die Hust- und Schnief-Zeit zu erleichtern, raten KinderärztInnen aber zum Inhalieren mit einem Düsen- oder Ultra­­schall-Vernebler.

Das Inhalieren befeuchtet die gereizten Schleimhäute, steigert die Durchblutung und hilft so, hartnäckigen Schleim in der Nase und den Bronchien zu lösen. Nicht nur bei Erkältungshusten und Schnupfen, auch bei einer Nebenhöhlen-Entzündung oder Bronchitis kann Inhalieren helfen. Je früher ihr damit beginnt, desto besser. Insbesondere vorm Schlafengehen ist Inhalieren bei erkälteten Kindern eine gute Idee.

Vorsicht: Bitte nicht mit der Kochtopf-Methode Inhalieren, die viele von uns noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Hier ist die Verbrühungsgefahr zu hoch – insbesondere bei Kindern unter 3 Jahren. Die heißen Dämpfe können Augen und Schleimhäute unnötig reizen und die Tröpfchen des Wasserdampfs sind oft zu groß und bleiben – statt in die Lunge zu gelangen – in Mund und Luftröhre stecken. Das führt mitunter zu Pilzinfektionen.

Inhalieren mit einem Düsen- oder Ultra­­schall-Vernebler hat dagegen keine Nebenwirkungen. Die Schleimhaut wird befeuchtet, festsitzender Schleim gelöst und abtransportiert. Extra Plus: Da viele Erreger hitzeempfindlich sind, werden sie beim Inhalieren geschädigt, was zur Genesung beiträgt. Auch nie verkehrt: Vorm Schlafengehen eine Zwiebel aufschneiden. Stinkt, hilft aber zumindest etwas, die Nacht besser durchzustehen.

Welche Zusätze sind beim Inhalieren okay?

Auch, wenn viele Erkältungsbäder und Mittel für Erwachsene Eukalyptus oder Menthol enthalten – bei Babys und Kleinkindern gilt: Finger weg von ätherischen Ölen! Kinder sollten mit Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) inhalieren. Am besten täglich 2 bis 4 Mal. Weil sich in geöffneten Flaschen schnell Keime bilden, empfehlen sich sterile Ampullen, zum Beispiel Emser Inhalationslösung (über Aponeo.de).

Für Babys und Kleinkinder unter 3 Jahren können insbesondere scharfe ätherische Öle wie Menthol, Kampher oder Eukalyptus gefährlich werden. Es besteht die Gefahr, dass dadurch die Stimmritze des Kehlkopfes verkrampft und das Kind eine akute Atemnot bekommt. In so einem Fall müsstet ihr sofort den Notarzt rufen.

Bei starkem Schleim sind auch Lösungen mit 3% Kochsalz okay – oder natürlich Medikamente aus der Apotheke, die der Kinderarzt oder die Pneumologin verschrieben haben, nachdem sie euer Kind untersucht haben. Das sind dann kortisol-ähnliche Wirkstoffe oder solche, die die Bronchien erweitern und die zudem entzündungshemmend wirken.

Wer unsicher ist, welcher Zusatz zum Inhalieren im konkreten Akutfall der passende ist: Klärt ruhig mit eurer Kinderärztin ab, was sie euch rät.

Ab wann dürfen Kinder inhalieren?

Im Prinzip können schon Säuglinge mit einem Gerät inhalieren, das mit einer Inhalationslösung funktioniert – und das wird in Kliniken auch gemacht. Wer zuhause Inhalieren möchte, achtet bitte immer genau auf die Herstellerangaben. Generell gilt: Für Babys und Kleinkinder bis etwa 2 Jahre gibt es Düsen- oder Ultra­­schall-Vernebler mit Masken, die ihr auf Mund und Nase setzt, ab rund 3 Jahren können Kinder auch mit Hilfe eines Mundstücks inhalieren – letzteres ist oft effektiver. Denn:

Eine Inhalationsmaske muss perfekt mit dem Gesicht abschließen. Sonst kann man sich das Inhalieren leider sparen.

Inhalieren: Wie funktionieren elektrische Inhaliergeräte?

Was viele nicht wissen: Hat sich Schleim in den Bronchien festgesetzt, ist das Inhalieren mit Wasserdampf sinnlos. Die aufsteigenden Wassertröpfchen sind nicht klein genug, um die unteren Atemwege überhaupt zu erreichen. Bei einem elektrischen Inhaliergerät sind die Wasserteilchen kleiner, sie erreichen die Bronchien und lösen den dort festsitzenden Schleim. Ein weiterer Vorteil: Der Dampf geht nur in Nase und Mund und reizt daher nicht die Augen. Für Familien ist die Investition in ein Inhalationsgerät also definitiv eine Überlegung wert. Am besten eins, das alle nutzen können.

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Sprecht ruhig euren Kinderarzt an: Bei häufigen Infekten kann er ein Inhaliergerät verschreiben. Die (Teil-)Kosten übernimmt dann die Krankenkasse.

So inhalieren Kinder mit einem Inhalator

In der Regel ist eine aufrechte Haltung fürs Inhalieren ideal. Das heißt, das Kind sitzt je nach Alter auf dem Schoss eines Elternteils oder steht vor dem Inhalationsgerät. Für Babys gibt es auch Geräte mit speziell angepassten Masken, die ihr im Liegen verwenden könnt.

  • Je nach Alter und Empfehlung in der Packungsbeilage legt ihr eurem Kind entweder mit leichtem Druck eine Maske auf Mund und Nase oder bittet es, das Mundstück gut mit den Lippen zu umschließen.
  • Ein Tipp: Ist das anfangs zu beängstigend, könnt ihr das Inhalieren erst mal bei einem Kuscheltier oder mit der Lieblingspuppe üben.
  • Wenn euer Kind soweit ist und die Maske bzw. das Mundstück gut sitzt, bittet ihr es, ruhig und möglichst entspannt übers Mundstück oder die Maske ein- und auszuatmen. Oft hilft es, wenn ihr während des Inhalierens eine Geschichte erzählt oder vorlest, um die Zeit für das inhalierende Kind etwas angenehmer zu gestalten. Inhalieren tut zwar nicht weh, aber es macht auch nicht jedem Kind Spaß.
  • Auch hier gilt: Wer unsicher ist, bespricht sich nochmal mit seinem Kinderarzt oder seiner Pneumologin. Die ExpertInnen können auch die Handhabung des Geräts nochmal genau erklären und zeigen, wie das mit dem Inhalieren funktioniert.

Nach der Erkältung ist gerade bei kleinen Kindern ja oft vor der Erkältung. Hier findet ihr Rezepte für DIY-Hustensäfte. Plus Tipps für den Kinderarztbesuch.

Und dann gibt es da ja auch nicht nur Atemwegserkrankungen im großen Kinderkrankheiten-Angebot:

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Wichtig zu wissen: Die Ratschläge und Informationen in diesem Artikel ersetzen keine medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Bitte wendet euch bei gesundheitlichen Fragen und Beschwerden an eure ÄrztInnen oder ApothekerInnen, damit sie euch individuell weiterhelfen können.

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