5 Wege dein Kind zu einem respektvollen Menschen zu erziehen

Kleinkind

5 Wege dein Kind zu einem respektvollen Menschen zu erziehen

Manieren sind mehr als nur „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Sich zu benehmen heißt, Respekt vor seinem Gegenüber auszudrücken und sich der Situation angemessen zu verhalten. 5 Tipps, wie du deinem Kind kindgerecht und nachhaltig Manieren vermitteln kannst.

1. Empathie: Das A und O

Empathie bringt uns Menschen dazu, anderen zu helfen und freundlich zu anderen zu sein. Daher ist die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und zu verstehen, wie z.B. dass das andere Kind leidet, wenn es ausgeschlossen wird, die Voraussetzung für angemessenes Verhalten. Das fängt im Kinderspiel an und geht im Erwachsenenalter unter Kollegen und im Privatleben weiter: Wer sich in die Position des anderen hineinversetzen kann, kann entsprechend handeln und Konflikte entschärfen.

Ein Kind mit einem ausgeprägten Einfühlungsvermögen entschuldigt sich leichter als ein Kind, dem seine Schuld gegenüber einem anderen nicht bewusst ist. Wer spürt, wie es den anderen geht und sich für das Befinden seines Umfeldes interessiert, erntet meist ebenso ehrliche Zuneigung und Anteilnahme an seiner eigenen Person. Beziehungen werden intensiver und echte Freundschaften entstehen.

Die Fähigkeit, sich in andere einzufühlen, ist nicht nur genetisch bedingt, sondern auch Erziehungssache: Dein Kind übernimmt, welchen Stellenwert du Gefühlen gibst. Sprichst du häufig über deine Empfindungen, lernt das Kind seine Beobachtung einzuordnen.

Frage dein Kind, wie sein Tag im Kindergarten war und gehe genauer auf seine Empfindungen ein: „Als Lena dir den Teddy weggenommen hat, wie hast du dich gefühlt?“ So lernt dein Kind, seine Empfindungen zu benennen und das Spektrum der Bezeichnungen wird von nur „gut/schlecht“ zu „enttäuscht“, „begeistert“, „traurig“ usw. erweitert. Das wiederum kann das Kind auch an anderen Menschen beobachten und beschreiben: „Lena war wütend, weil sie nicht mitspielen durfte.“

2. Lebe deinem Kind gutes Benehmen vor

Wenn dein Kind einen höflichen und freundlichen Umgang daheim erlebt, wird es sich auch unterwegs danach richten. Gewöhne dich daran, immer „Bitte“ zu sagen, wenn du dein Kind nach etwas fragst und bedanke dich ebenso bei ihm. Grundsätzlich gilt: Der Ton macht die Musik. Auch wenn es manchmal schwer fällt – bemühe dich um einen ruhigen, freundlichen Tonfall, auch unter Erwachsenen. Lehrer berichten, dass sie den schrillen, ungeduldigen oder fordernden Tonfall eines Kindes meist bei den Eltern wiedererkennen.

Von klein auf ahmen wir nach, was wir um uns herum sehen und hören – das beginnt schon bei Säuglingen. Sei dir also bewusst, was du deinem Kind vorlebst, denn es wird dir folgen.

3. Lobe dein Kind, wenn es sich gut verhält

Manche Dinge lernt man nicht über Nacht, das ist einfach so. Dem Nachfolgenden die Tür aufzuhalten, sich zu entschuldigen, wenn man jemanden anrempelt usw. sind keine Dinge, die Kinder automatisch machen. Weise dein Kind freundlich darauf hin, irgendwann wird es diese Verhaltensweisen übernehmen. „Hast du dich bei der Oma schon für das schöne Kuscheltier bedankt?“ Selbst Erwachsene vergessen im Eifer des Gefechts manchmal, was sich gehört, daher hat dein Kind ein Lob verdient, wenn es sich gut verhalten hat.

4. Vermittel klar, welches Verhalten angemessen ist

Wenn du dein  Kind mit lauter Stimme schimpfst, dass es seinen kleinen Bruder angeschrien hat, statt vernünftig zu sprechen, ist die Botschaft missverständlich. Wie soll es sich verhalten, wenn du genauso schreist?

Natürlich ist es nicht möglich, sich permanent unter Kontrolle zu haben und da steigt man als Eltern auch einmal in den lauten Streit mit ein, um sich Gehör zu verschaffen. Nachhaltig verändern wird sich das Verhalten deines Kindes aber erst, wenn du ihm freundlich und bestimmt erklärst, warum dieses Verhalten nicht richtig war und wie es besser geht: „Wenn du deinen Bruder anschreist, fängt er an zu weinen und wird dir die Puppe erst recht nicht zurückgeben. Frage ihn doch einmal freundlich, ob ihr euch abwechseln könnt.“

Auch hier gilt: Die Praxis zählt mehr als die Theorie.

5. Vermittel gute Manieren ohne Druck

Wenn du dein Kind dazu anhältst, „Bitte“ zu sagen, tun das im Rahmen eines freundlichen Ratschlags, nicht als Bedingung, damit es dieses oder jenes bekommt. Wenn es nur mit dem „Zauberwort“ kriegt, was es möchte, entwickelt es schon von Anfang an eine Abneigung dagegen. „Bitte“ und „Danke“ und sonstige gute Angewohnheiten nehmen durch konstantes Vorleben einen festen Platz bei deinem Kind ein.

Bildquelle: iStock

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