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Familienregeln für alle: Struktur für die ganze Familie

Auf Augenhöhe

Familienregeln für alle: Struktur für die ganze Familie

Was sind Familienregeln und wozu sind sie gut? Jede Familie hat eine ganz eigene Dynamik, Bedürfnisse und Grenzen, ob aufgestellte oder persönliche. Familienregeln könne helfen, dass Familienleben zu strukturieren.

Was genau sind Familienregeln und warum können sie helfen?

Wir kennen es alle: Welche Termine stehen heute noch mal an und wie bringe ich Kind 1 zum Sport und eine halbe Stunde später Kind 2 zum Reiten, eine halbe Stunde später hole ich Kind 1 wieder ab. Zwischendurch noch Kochen, Einkaufen und Bedürfnisse befriedigen. Stress und Konfliktpotential hoch zehn.

Familienregeln können hier Abhilfe und eine Familienstruktur schaffen. Sie funktionieren im Kleinen, wie beispielsweise das Handyverbot am Esstisch, wie im Großen: alle lassen einander ausreden.

Die Regeln bieten der Familie Orientierungshilfe und können das Familienleben entspannen, denn manche Dinge sind grundsätzlich geregelt und müssen nicht immer wieder diskutiert werden.

Im Mikrokosmos Familie lernen schon die Kleinsten, dass jedes Familienmitglied persönliche Grenzen hat und diese mitunter auch verteidigt. Werte, Konfliktlösung und Diskussionsregeln üben so schon die Kleinsten im geschützten Raum. Wichtig dabei: Jede Meinung ist ernst zu nehmen und wichtig!

Gelten die Regeln nur für die Kinder?

Hier lässt sich gleich schon die erste Regel formulieren: Familienregeln gelten für alle, ohne Ausnahme. Das ist gerade für Kinder wichtig, denn so stehen alle auf Augenhöhe. Alle Bedürfnisse sind gleichwertig. Eine tolle Erfahrung für Kinder.

Gerade, wenn ein Kind besonders viel Orientierungshilfe benötigt oder die Eltern gestresst sind, kann das im Alltag zu viel Konflikt und einer unausgeglichenen Kommunikation führen. Die Familienregeln holen alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Bei einem Streit kann eine Partei auf die Familienregeln verweisen und beispielsweise darum bitten, dass ausgesprochen wird und sich keiner ins Wort fällt.

Wie könnt ihr Familienregeln aufstellen?

Die Familienregeln könnt ihr gemeinsam mit euren Kids festlegen und natürlich jeder Zeit erweitern oder anpassen. Es macht Sinn, sich zusammenzusetzen und in ruhiger Atmosphäre zu überlegen. Was ist euch wichtig? Was läuft vielleicht zur Zeit nicht gut?

Entwickelt Rituale für die Kinder und euch. Trefft euch alle zwei Wochen zur Familienkonferenz und besprecht, was anliegt. Ältere Kinder können auch über die Wochen auf Zettel schreiben, was sie vielleicht besonders geärgert hat und worüber sie noch mal sprechen wollen.

Der Vorteil: Einige Tage nach dem Streit ist die Emotion nicht mehr ganz so gewaltig und alle können etwas nüchterner die Situation bewerten. Ist vielleicht eine Entschuldigung fällig?

Aber es geht nicht nur darum Konflikte nach zu besprechen. Sind die Kinder der Meinung, sie haben zu wenig Medienzeit? Dann können hier alle zusammen die Vor- und Nachteile diskutieren. Steht ein Urlaub an? Nutzt doch die exklusive Familienzeit und überlegt zusammen, wo es hingehen soll.

Macht es euch auf jeden Fall gemütlich. Auch das kann ein Ritual sein. Für euch Eltern gibt es ein Glas Wein, die Kids dürfen ausnahmsweise eine Schorle und Süßes. So freuen sich alle auf die gemeinsame Zeit.

Steht die Familienkonferenz im Sommer an? Nutzt doch den lauen Sommerabend, verabredet euch draußen und probiert unsere Frucht-Spieße aus:

Tipp der familie.de-Redaktion: Kathy Weber ist Kommunikationstrainerin und arbeitet mit der gewaltfreien Kommunikation. Ein super Mittel, um Konflikte zu lösen und in Verbindung zu bleiben. In ihrem Podcast gibt Kathy Weber regelmäßige Impulse und erklärt beispielsweise wie Rituale das Familienleben entspannen und wie bei ihr zu Hause die Familienregeln umgesetzt werden.

Beispiele für Familienregeln:

Beginnen wir mit den Familienregeln, die eher auf die Familienmoral abzielen. Jede Familie hat hier ihre eigene Vorstellung. Wichtig ist, diese Regeln sind nicht verhandelbar und gelten immer. Sie sind der Rahmen:

#1 Wir sind immer ehrlich zueinander.

#2 Wir respektieren uns.

#3 Diese Regeln gelten für alle.

Kommen wir nun zu dem, was flexibel und damit verhandelbar ist:

#1 Ab sieben Uhr gilt die Abendruhe.

#2 Am Esstisch haben wir Zeit füreinander, wir halten uns an unsere Esstisch-Regeln.

#3 Alle erfüllen ihre Aufgaben, die im Haushaltsplan aufgelistet sind.

Bleibt bei positiven Formulierungen, das Wörtchen "nicht" sollte nicht unbedingt vorkommen, denn das impliziert schon, dass etwas nicht klappt. Ihr werdet bei der Formulierung merken: Gar nicht so easy.

Ist ein Belohnungsplan für die Kinder nötig, damit die Familie die Regeln durchsetzen kann?

Es geht weniger darum, zu belohnen oder zu bestrafen. Schließlich drohen den Eltern ja auch keine Konsequenzen, wenn sie sich mal nicht an die Familienregeln halten, genauso wenig erhalten sie eine Belohnung für das Einhalten der Regeln. Bleibt auf Augenhöhe und besprecht lieber, was schief lief und was die Familie tun kann, damit es nicht noch mal passiert. Grundsätzlich gilt: Kinder sind soziale Wesen und wollen, dass das Familienleben klappt!

Quellen: Liebe und Hirn zu Familienregeln aufstellen

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Sarah Plück
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Rituale sind wichtig!

Familienregeln, wie hier beschrieben, haben wir noch nicht. Allerdings haben wir Rituale, wie beispielsweise die Abendroutine. Wobei eine haben wir doch: Handys haben am Tisch nichts zu suchen, selbstredend, dass die Regel eher für uns Eltern ist. Wenn unser Sohn etwas älter ist, wird es bei uns weitere Familienregeln geben.

Und mir ist es wichtig, dass diese für alle gelten. Wir gestalten sozusagen zusammen einen Rahmen, in dem sich alle frei bewegen dürfen. So weiß jeder, wo die Grenze ist. Bei einer Familienkonferenz kann dieser Rahmen ganz grundsätzlich diskutiert oder Ausnahmen gemacht werden. Aber das besprechen immer alle zusammen und jede Meinung ist gleichwertig und wichtig!

Bildquelle: Gettyimages/Nattakorn Maneerat

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