Erziehungsstil: Wie gehst du mit deinem Kind um?

8 verschiedene Methoden

Erziehungsstil: Wie gehst du mit deinem Kind um?

Hast du eher einen autoritären oder demokratischen Erziehungsstil? Wir stellen acht Methoden vor und du kannst schauen, in welchem du dich wiederfindest.

Wie du als Mutter oder Vater mit deinem Kind umgehst, wie du ihm deine Werte vermittelst, bestimmt deinen Erziehungsstil. Dabei spielt auch eine wesentliche Rolle, wie du selbst aufgewachsen bist, aber sicherlich auch, was gesellschaftlich akzeptiert wird. Einige der hier vorgestellten Erziehungsstile mögen überholt wirken, aber sie finden sich trotzdem noch in einigen Familie wieder.

Bist du streng oder nachgiebig: Wie erziehst du deinen Nachwuchs?

Autokratischer Erziehungsstil

Beim autokratischen Erziehungsstil verlangst du den absoluten Gehorsam deines Kindes. Es ist deine starke Hand, die das Leben deines Nachwuchses bestimmt. Du allein stellst die Regeln auf und bestrafst, wenn sie nicht eingehalten werden. Eigeninitiative ist nicht gefragt - du allein weißt, was das Beste für deinen Spross ist, der, durch Sanktionen eingeschüchtert, auch gar nicht wagen würde, dir Widerworte zu geben.

Autoritärer Erziehungsstil

Auch hier verlangst du absoluten Gehorsam, aber wenn dein Kind dies einhält, wird es belohnt. Aber natürlich auch bestraft, wenn es sich deinem Regelwerk widersetzt. Du hast klare Erwartungen, was Disziplin, Sauberkeit und Ordnung betrifft, und die muss dein Kind erfüllen. Du setzt einen sehr eng abgesteckten Rahmen, in dem es sich bewegen darf. Das gilt für die Schule, aber auch für die außerschulischen Aktivitäten. Zeitpläne müssen eingehalten werden und bei Hobbys, die deiner Meinung nach nichts bringen, greifst du ein. Ebenso wird der Umgang mit Freunden verboten, die deinen Ansprüchen nicht gerecht werden.

Antiautoritärer Erziehungsstil

Dein Kind darf alles selbst entscheiden, denn du denkst, dass es dies schon kann. Es soll sich absolut frei entfalten und so kreativ wie möglich sein. Du machst Vorschläge, gibst aber keine Regeln und Grenzen vor. Die muss dein Kind sich selbst stecken und wenn es eben lange aufbleiben will, dann darf es das auch. Du vertraust darauf, dass es selbst lernt, was gut für es ist und sparst mit Bestrafungen und Sanktionen.

Autoritativer Erziehungsstil

Hier lebst du deinem Kind die Erwartungen vor. Du gibt ihm einen Handlungsspielraum. Dein Kind hat klare Grenzen, wird aber bei allem sehr von dir unterstützt und viel gelobt. Die Regeln, die du aufstellst, vermittelst du deinem Kind in einer klaren Kommunikation. Du beziehst es nach Möglichkeit in den Entscheidungsprozess mit ein, aber triffst letztendlich die Entscheidungen. Du überträgst dem Kind schon viel Verantwortung. Du erwartest viel, aber du selbst lebst deine Wertvorstellungen auch vor. Dein Kind hat eine Orientierung und das bist du.

Demokratischer Erziehungsstil

Du erklärst deinem Kind alles. Natürlich auch die Regeln, die du vorgegeben hast. Dein Kind darf sie auch hinterfragen und wenn es gute Argumente geliefert hat, werden Regeln auch geändert. Kommunikation ist alles bei dir. Dein Kind hat eine klare Vorstellung, was du erwartest und hält es sich nicht an die besprochenen Regeln, weiß auch, was es als Konsequenz erwartet. Keine harte Züchtigung, aber schon eine kleine Sanktion. Du überträgst deinem Nachwuchs schon viel Eigenverantwortung und unterstützt ihn mit Wärme und Liebe.

Laissez Faire Erziehungsstil

Du hegst keinerlei Erwartungen an dein Kind. Du gibst auch kaum Regeln vor: Wenn dein Kind die wenigen nicht einhält, braucht es allerdings auch keine Konsequenzen fürchten, denn im Prinzip lässt du deinen Nachwuchs einfach gewähren. Ob es jetzt kreativ ist oder nicht, sich nett zu seiner Umwelt verhält oder garstig ist - du hältst dich im Hintergrund und bleibst passiv.

Egalitärer Erziehungsstil

Du und dein Kind bestimmen alles gemeinsam. Will dein Kind nicht zur Schule, wird das ausdiskutiert. Willst du, dass es sein Zimmer aufräumt, wird das ausdiskutiert. Du gibst hier keine Regeln vor, sondern machst Vorschläge, die dann gemeinsam beschlossen werden. Du hast viel Geduld, denn es braucht schon mal viel Zeit, bis die Dinge geklärt werden.

Permissiver Erziehungsstil

Dein Kind darf machen, was es will. Du verwöhnst es, wo du nur kannst. Das bedeutet auch, dass du schlechtes Verhalten tolerierst und in keiner Weise bestrafst. Dein Kind kennt auch kein Regelwerk und wenn, darf es sich darüber hinwegsetzen. Du stellst auch keine richtigen Forderungen an das Kind. Wenn es etwas nicht will, muss es das auch nicht machen. Du erwartest jedoch viel Eigeninitiative. Braucht das Kind Hilfe, muss es diesen Wunsch schon selbst formulieren. Dann hilfst du auch.

Und? Erkennst du dich in diesen verschiedenen Stilen wieder? Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus den verschiedenen Stilen. Im Prinzip geht es beim Erziehungsstil darum, wie du dein Kind siehst - eher als eigenständige Persönlichkeit oder als formbare Masse. Gibst du alle Regeln vor oder gibst du ihm ein Mitspracherecht? Oder erklärst du zumindest die Vorgaben? Es hängt auch stark davon ab, wie alt das Kind ist und wahrscheinlich kommt es auf die Situation an. Das Wichtigste ist wohl, dass dein Kind sich geliebt, aufgehoben und ermutigt fühlt. Es liegt in deiner Hand, wie du dieses Ziel erreichst.

Bildquelle: Getty Images

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