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Tischmanieren für Babys, Kleinkinder und Schulkinder? Diese Tisch-Regeln sind sinnvoll!

Knigge & Co

Tischmanieren für Babys, Kleinkinder und Schulkinder? Diese Tisch-Regeln sind sinnvoll!

Essen soll Kinder zu allererst satt und ihnen auch Spaß machen. Aber ab wann braucht ein Kind Tischmanieren und müssen es wirklich schon die berühmten Knigge-Regeln sein? Tipps für die ersten Regeln bei Tisch.

Brauchen Babys denn schon Tischmanieren?

Diese Frage kann sich sicher jeder selbst beantworten. Klares Nein. Kleine Babys, die vielleicht noch nicht mal richtig sitzen können und die erste Beikost bekommen, brauchen sicherlich keine Tischmanieren. Wie sollte man sie ihnen auch beibringen?

Und später, wenn das Sitzen klappt und die ersten Schritte gelingen, ist es für das Baby wichtig, das Essen anfassen zu dürfen. So sammelt es Informationen über die Konsistenz der verschiedenen Nahrungsmittel. Außerdem bereitet das Fühlen und Matschen mit dem Essen die pure Sinnesfreude. Babys sollen deshalb mit den Fingern essen dürfen – und zwar ohne, dass Mama und Papa es dauernd ermahnen, nicht so zu kleckern. Diese Phase ist für Kinder extrem wichtig. Also erstmal noch eine komplette Absage an Tischmanieren! Die Aufgabe der Eltern zu dieser Zeit: Sorgt mit einem unerschöpflichen Vorrat an Lätzchen und unempfindlicher Umgebung (Textilien, Hochtsuhl und Co) dafür, dass das unvermeidbare Chaos keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Erste Tischregeln können ab dem ersten Geburtstag eingeführt werden

Um den ersten Geburtstag kann man behutsam damit anfangen, die Kinder (Babys sind sie jetzt ja nicht mehr) an die ersten Tisch-Regeln heranzuführen. Das funktioniert natürlich am besten, wenn man selbst oder die Geschwister als gutes Vorbild herhalten können.

Es empfiehlt sich täglich mindestens eine gemeinsame Mahlzeit, bei der die ganze Familie am Tisch zusammenkommt. Dabei unbedingt Fernsehen und Radio ausschalten und auch keine Zeitung, kein Buch und kein Handy mit an den Tisch nehmen. Denn das Erste, was wir empfehlen den Kindern beizubringen, ist, dass die Mahlzeiten in ruhiger und angenehmer Atmosphäre eingenommen werden. Eine gemeinsame Pause im Trubel des Lebens. Das Essen soll bewusst genossen und die Zeit für gemeinsame Gespräche genutzt werden. So werden die Mahlzeiten zum Ritual, um sich zu entspannen und die Zeit gemeinsam zu genießen.

Welche Tischmanieren sollten Kleinkinder lernen?

Die Tischmanieren, die man von seinen Kindern verlangt, sollten natürlich altersgerecht sein. Irgendwann muss die Zeit des Mit-den-Fingern-Essens vorbei sein. Ab etwa einem Jahr können Kinder mit Esslern-Besteck das selbstständige Essen üben. Zwischen zwei und drei Jahren folgt dann der Umstieg auf Kinderbesteck, sodass das Kind dann mit drei bis fünf Jahren selbständig mit Erwachsenen-Besteck umgehen kann.

Folgende Tischmanieren kann man in der Regel einem Kleinkind bis zu einem Alter vor etwa vier Jahren nach und nach beibringen:

  • Vor dem Essen die Hände waschen.
  • Nach dem Essen die Hände und den Mund abputzen.
  • Unappetitliche Dinge wie schmatzen, rülpsen, mit der Hand im Essen matschen, mit vollem Mund reden oder Essen ausspucken möglichst zu unterlassen.
  • Gerade sitzen (denn das tut auch der Verdauung gut) und nicht auf dem Stuhl rumturnen.
  • Während des Essens nicht mit Spielzeug spielen oder in einem Buch blättern.
  • Erst wenn alle am Tisch sitzen, beginnt das Essen; erst wenn alle fertig sind, ist es vorbei und es darf aufgestanden werden (kleine Kinder, die dafür noch keine Geduld haben, sollten wenigstens fragen, ob sie schon aufstehen dürfen)
  • Nach dem Essen Teller und Besteck in die Küche bringen, ggf in die Spülmaschine räumen – denn Eltern sind keine Dienerschaft.
  • Apropos mithelfen: Ab spätestens drei Jahren können Kinder auch beim Tischdenken helfen!
So bitte nicht: Die Schüssel ausschlürfen sollte von Beginn an tabu sein.

Muss der Teller leer gegessen werden?

Ein klares Nein an dieser Stelle. Denn nur, wenn das Kind lernen kann, seine Portion selbst zu bestimmen, lernt es auch sein Sättigungsgefühl kennen. Die elterliche Bitte, den Teller nicht zu voll zuladen, sei dennoch erlaubt.

Tipps für Eltern: So bringen Sie Ihrem Kleinkind Tischmanieren bei

  • Spielerisch: Denn so lernen Kinder am besten. Zeigen Sie zum Beispiel mit dem Lieblingsstofftier oder einer Puppe, wie man richtig am Tisch sitzt. Oder machen Sie einen „Wer-kleckert-am-wenigsten?“-Wettbewerb. Ist Ihr Kind schon etwas älter, können Sie gemeinsam ein Poster malen, auf dem die wichtigsten Tischmanieren zu sehen sind und es dann aufhängen.
  • Vorbild sein: Sprechen Sie selbst mit vollem Mund oder tippen neben dem Essen am Handy herum, wird Ihr Kind Sie und die Tischmanieren nicht ernst nehmen.
  • Regeln erklären: Erklären Sie Ihrem Kind, warum man nicht schmatzt („Das finden andere eklig“) oder das Messer ableckt („Du könntest dich verletzen!“).
  • Viel Lob: Lob wirkt besser als Bestrafung, deshalb loben Sie richtiges Verhalten.
  • Konsequenz: Klar, bei Ein- bis Zweijährigen sollten Sie die Einhaltung der Regeln eher lockerer sehen, sie aber immer wieder wiederholen. Aber: Einmal verinnerlicht, sollten die Tischmanieren auch bei jedem Essen beachtet werden und nicht nur im Restaurant oder bei Besuch. Auch wenn es mal schneller gehen muss oder Sie einen schlechten Tag haben, denken Sie daran: Wenn Sie einmal nachgiebig werden, wird Ihr Kind Sie sicher immer wieder herausfordern.

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10 grundlegende Tischmanieren für größere Kinder

  1. Hände waschen vor dem Essen
  2. Mit dem Essen wird erst begonnen, wenn alle etwas auf dem Teller haben.
  3. Den Teller nicht zu vollschaufeln, sondern lieber später eine zweite Portion nehmen.
  4. Aufrecht sitzen und das Besteck zum Mund führen und nicht umgekehrt.
  5. Am Esstisch (wie auch anderswo) "bitte" und "danke" sagen.
  6. Nicht schmatzen, schlürfen, schniefen oder schlingen..
  7. Ellbogen beim Essen nicht aufstützen.
  8. Messer nicht abschlecken.
  9. Während des Essens nicht vom Tisch aufstehen, wenn es nicht ganz dringend ist.
  10. Auf das Essen konzentrieren – nicht nebenbei aufs Smartphone gucken oder spielen.

All diese Regen und insbesondere Regel Nummer 10 sollten selbstverständlich auch für alle Erwachsenen am Tisch.

Micky Moses
Das sagtMicky Moses:

Mein Fazit

Jede Familie muss für sich entscheiden, welche Tischregeln bei ihnen Priorität haben. Heute erst hat sich meine dreijährige Tochter beim Abendessen von ihrem Tripp-Trapp gestürzt und von Essensresten, die nach so mancher Mahlzeit unter unserem Esstisch zu finden sind, könnte gefühlt ein weiteres Familienmitglied ernährt werden. Dennoch gelten an unserem Tisch einige eiserne Regeln, z.B. Messer abschlecken, schmatzen und mit den Händen manschen ist tabu und wer ungefragt ein Handy benutzt, muss 20 Liegestütze machen (man kann Ausnahmen erwirken, um wichtige Fragen aus der Tischkonversation zu klären, wie z.B. wie lange ein Eisbärbaby im Bauch der Mutter heranwächst).

 

Bildquelle: Getty/iStock/MarianVejcik

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