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Bedürfnisse von Kindern: 7 wichtige Regeln zum Glücklichsein

Bedürfnisse von Kindern
© Getty Images/PeopleImages

Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Als Mama oder Papa ist es oft das Bedürfnis nach etwas Me-Time, die durchaus wichtig ist. Die Bedürfnisse von Kindern sind jedoch besonders wichtig, denn sie bilden das Fundament einer gesunden Entwicklung in einen glücklichen Erwachsenen und spielen somit eine entscheidende Rolle für ihr Wohlbefinden und ihre gesunde Entfaltung. 

Grundbedürfnisse von Kindern

Kinder sind wie kleine Wunder auf zwei Beinen. Damit sie zu glücklichen und ausgeglichenen Erwachsenen heranwachsen, ist es von besonderer Bedeutung, ihren kindlichen Bedürfnissen nachzukommen – vor allem als Eltern, aber auch als Erzieher oder Erzieherin in der Kita oder Lehrer und Lehrerin an der Schule.

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Grundbedürfnisse von Kindern sind eigentlich ganz einfach zu befriedigen. Zum einen haben Kinder körperliche Grundbedürfnisse:

  • genug Nahrung und Flüssigkeit
  • ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Körperpflege
  • Gesundheitsfürsorge
  • Körperkontakt

Dazu kommen die nicht weniger wichtigen emotionalen kindlichen Grundbedürfnisse:

  • Kinder brauchen Fürsorge. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind darauf angewiesen, dass ihre Signale verstanden werden und schnell darauf reagiert wird.
  • Kinder brauchen Schutz und zwar nicht nur vor Gewalt, sondern auch vor Gefahren und Krankheiten. Beispielsweise durch angemessene, auf das Wetter abgestimmte Kleidung, durch Aufsicht oder durch regelmäßige ärztliche Untersuchungen.
  • Kinder brauchen Förderung und Ermutigung, um selbstständig zu werden und zu lernen, an sich selbst zu glauben.
  • Sie benötigen Wertschätzung und emotionale Verbundenheit.
  • Sie möchten sich als wichtigen Teil einer Gemeinschaft erleben.

Die Bedürfnispyramide

1943 entwickelte der amerikanische Psychologe Abraham Maslow eine Bedürfnispyramide, die als Stufenmodell die fünf Grundbedürfnisse des Menschen beschreibt. Ihre Wichtigkeit nimmt von unten nach oben ab. Die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen sichern das Überleben und sind somit am wichtigsten, während die Selbstverwirklichung eher die allgemeine Zufriedenheit begünstigen und somit das "unwichtigste" Grundbedürfnis ist. Interessant ist hierbei, dass Kinder ohne die Erfüllung der ersten drei Bedürfnisse, auch Defizitbedürfnisse genannt, gar nicht erst die Bedürfnisse der 4. und 5. Stufe entwickeln. Sie werden deshalb auch Wachstumsbedürfnisse genannt.

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7 wichtige Bedürfnisse von Kindern

Die Maslowsche Bedürfnispyramide gilt heute mehr und mehr als veraltet. Stattdessen orientieren sich Pädagogen und Eltern an T. Berry Brazelton und Stanley Greenspan, zwei erfahrene Kinderärzte und renommierte Fachleute in der Entwicklungspsychologie und Säuglingsforschung. Sie haben sieben grundlegende Bedürfnisse von Kindern identifiziert, die von großer Bedeutung sind:

1. Bindung und Sicherheit: Die wichtigste Grundlage ist die Bindung. Kinder brauchen jemanden, der sie liebt und sich um sie kümmert. Das gibt ihnen Sicherheit und Vertrauen. Eltern, Großeltern, oder Pflegepersonen sind wie der starke Fels in ihrem Leben.

2. Körperliche Sicherheit: Auf der nächsten Stufe geht es um Sicherheit. Kinder müssen sich sicher fühlen, sowohl zu Hause als auch draußen. Das bedeutet, dass sie vor Gefahren geschützt werden müssen und nicht ständig in Angst leben sollten.

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3. Körperliche Selbstkontrolle: Kinder müssen auch lernen, wie ihr Körper funktioniert und wie sie ihn kontrollieren können. Das ist wichtig, damit sie verstehen, was in ihrem Inneren vor sich geht und wie sie ihre Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken können.

4. Aufmerksamkeit und Respekt: Kinder brauchen Aufmerksamkeit und Respekt. Das bedeutet, dass wir ihnen zuhören sollten, wenn sie sprechen, und ihre Meinungen und Gefühle ernst nehmen. So entwickeln sie ein gesundes Selbstbewusstsein.

5. Grenzen und Struktur: Kinder sind wie Forscher, die die Welt erkunden. Aber sie brauchen auch klare Regeln und Struktur, damit sie wissen, was erlaubt ist und was nicht. Das hilft ihnen, Verantwortung und Selbstkontrolle zu lernen.

6. Erfahrungen und Herausforderungen: Kinder sind kleine Abenteurer, die gerne Neues entdecken. Geben wir ihnen die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren und sich Herausforderungen zu stellen. Das stärkt ihre Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen.

7. Gemeinschaft und Freunde: Zu guter Letzt brauchen Kinder Freunde und die Möglichkeit, Teil einer Gruppe zu sein. Das hilft ihnen, soziale Fähigkeiten zu entwickeln und sich in der Gemeinschaft wohlzufühlen.

Indem wir als Eltern, Angehörige, Pädagogen oder auch einfach nur als Mitmenschen die kindlichen Bedürfnisse respektieren und ihnen nachkommen, tragen wir dazu bei, dass Kinder zu glücklichen und gesunden Erwachsenen heranwachsen. Ein schönes Ziel, dessen man sich von Zeit zu Zeit (vor allem in der Trotz-Phase) immer mal wieder bewusst werden sollte …

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Die Montessori-Pädagogik hat im Besonderen die Bedürfnisse von Kindern im Blick. Im Video erfahrt ihr, wie das gelingen kann:

​​Die 7 Grundprinzipien der Montessori-Pädagogik auf einen Blick
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Quellen: Deutsche Lebensbrücke e.V., Kinderschutzbund Landesverband Nordrhein-Westfalen, Science Direct Studie zur intuitiven Elternkompetenz

Welcher Mama-Typ bist du oder wirst du vielleicht sein?

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