Wachstumsschmerzen: Tut größer werden weh?

Fast jedes dritte Kind kennt die leidigen Schmerzen in den Beinen, die vorwiegend abends und nachts auftreten. Tut wachsen wirklich weh? Und was kann man gegen die Schmerzen tun?


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Was sind Wachstumsschmerzen?



Wachstumsschmerzen: Haben das alle Kinder?


© Thinkstock
Wachstumsschmerzen sind kindliche Gliederschmerzen in den Beinen und zum Teil auch in den Armen, die auf keine Verletzung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Sie werden im Ausschlussverfahren diagnostiziert. Auftreten können sie im Alter von etwa vier bis 16 Jahren, meistens haben die Kinder jedoch im Vor- und Grundschulalter unter ihnen zu leiden. Woher die Wachstumsschmerzen kommen, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Die vorherrscheine Meinung ist aber, dass abendliche und nächtliche Mini-Wachstumsschübe von etwa 0,2 Millimetern zu einer starken Dehnung der Bänder und Sehnen führen, die dann schmerzen. Andere Meinungen vertreten den Standpunkt, dass die unreife Muskulatur und eine Überlastung dieser für die sporadisch auftretenden Schmerzen verantwortlich ist. Egal woher sie kommen, Wachstumsschmerzen können - auch wenn sie völlig normal und harmlos sind - mitunter sehr stark und dadurch sehr belastend für Ihr Kind sein.
Woran erkennt man Wachstumsschmerzen?
Das Wachstum von Kindern lässt sich in drei Phasen gliedern. In jeder dieser Phasen wachsen Kinder zum Teil sehr schnell. Da die Beine im Kindesalter besonders wachstumsintensiv sind, schmerzen sie am häufigsten. Vor allem die Knie und die Unterschenkel sind betroffen. Aber auch die Arme können dann wehtun. Hat Ihr Kind Wachstumsschmerzen? In unserer Checkliste lesen Sie die wichtigsten Anzeichen dafür:

Anzeichen für Wachstumsschmerzen
  • 1 / 7
    Zeitpunkt der Schmerzen

    Nachmittags, abends, nachts – morgens sind sie meist wie weggeblasen.

  • 2 / 7
    Schmerzart

    dumpf, stechend oder brennend

  • 3 / 7
    Schmerzdauer

    wenige Minuten bis hin zu Stunden

  • 4 / 7
    Schmerzrhythmus

    ca. alle halbe Jahre

  • 5 / 7
    Schmerzpunkt

    nicht eindeutig lokalisierbar, er wandert und wechselt die Seiten häufig nach körperlicher Aktivität (z.B. Sport), nie aber währenddessen

  • 6 / 7
    Schmerzpunkt

    keine sicht- oder tastbaren Veränderungen der betroffenen Stelle (d.h. keine Blutergüsse, Schwellungen, Ausschläge usw.)

  • 7 / 7
    Begleiterscheinungen

    kein Fieber und keine Bewegungseinschränkung, d.h. das Kind kann normal laufen und auftreten


Kann Ihr Kind während der Schmerzphase nicht richtig auftreten, hat Fieber, Schwellungen oder Blutergüsse, Taubheitsgefühle, Kreislaufprobleme oder Übelkeit, dann suchen Sie bitte vorsichtshalber einen Arzt auf! 

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Was tun bei Wachstumsschmerzen?

Zunächst sollten Sie Ihrem Kind Verständnis entgegenbringen und es in den Arm nehmen. Oft hilft Kindern die elterliche Nähe und Zuwendung bereits, die Schmerzen zu vergessen oder wenigstens weniger wahrzunehmen. Da die Schmerzen meist in den Abendstunden auftreten, können Sie sich z.B. gemeinsam ins Bett kuscheln und noch ein schönes Buch zusammen lesen. Oder Sie trinken noch gemeinsam eine Tasse Tee und schmusen auf dem Sofa.


Wachstumsschmerzen: Wenn die Beine weh tun


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Ansonsten helfen bei Wachstumsschmerzen vor allem Wärme (z.B. Heizkissen, Wärmflasche, warmes Bad) und eine sanfte, kreisende Massage der schmerzenden Beine bzw. Arme  mit Johanniskrautöl, Arnikasalbe oder einer Sportlersalbe. Auch sanfte Dehnübungen können Schmerzlinderung verschaffen. Wer auf Homöopathie schwört, kann Guaiacum D6 ausprobieren (5 Globuli abends, bei Bedarf 2 weitere nachts). Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder in der Apotheke hinsichtlich der richtigen Dosierung und Anwendung beraten.

Helfen dieses oder andere homöopathische Mittel nicht und die Schmerzen sind sehr stark, kann auch mit der geeigneten Dosierung Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden. Holen Sie sich auch hierzu den Rat Ihres Arztes ein.
Kann man Wachstumsschmerzen vorbeugen?
Vorbeugen kann man den Schmerzen nicht wirklich. Um das Risiko für Wachstumsschmerzen nach dem Sport aber zu verringern, halten Sie Ihr Kind dazu an, sich vor dem Training ordentlich aufzuwärmen und sich danach ausreichend zu dehnen. Ansonsten kann eine ausgewogene, mineralstoffreiche und gesunde Ernährung dazu beitragen, dass sich die Schmerzen in Grenzen halten.

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