Wachstum bei Kindern: Was ist normal?

Wachs, wachs!

Wachstum bei Kindern: Was ist normal?

Mein Sohn wächst heimlich über Nacht. Wochenlang tut sich gar nichts - dann schwupps - will ich ihn morgens anziehen und die Hose ist zu kurz. Aber wie funktioniert das wirklich mit dem Wachstum bei Kindern? Was hat es mit der Wachstumskurve auf sich und wozu ist die Wachstumstabelle für Kinder gut? 

Mein Oma hat immer gesagt: Groß werden sie alle (mal mehr, mal weniger)! Macht es da überhaupt Sinn sein Kind mit irgendwelchen Wachstumstabellen für Kinder zu vergleichen? Oder mit anderen Kindern? In der Regel machen wir Eltern uns ja nur Sorgen, wenn wir die Vermutung haben, dass unser Kind im Vergleich zu den anderen schlechter abschneidet oder hinterher hinkt. Geht das bei der Größe überhaupt? Wächst nicht jedes Kind in seinem eigenen Tempo? Zeit unser Halbwissen mit wissenschaftlichen Fakten zu ersetzen, damit wir beim nächsten Spielplatzgrößenvergleich ganz entspannt antworten können: Ach, alles gut, der wächst noch! (Oder: Ach, alles gut, in unserer Familie sind alle so groß.)

Wachstumsphasen bei Kindern

Insgesamt gibt es bei Kindern drei wichtige Wachstumsphasen:

  1. Geburt bis zum dritten Lebensjahr: Am schnellsten wachsen Kinder in den ersten drei Lebensjahren. Sie strecken sich gewaltig, ihre Körpergröße verdoppelt sich nahezu. In dieser Zeit kann man seinem Kind wirklich sprichwörtlich beim Wachsen zusehen – körperlich und mental.
  2. Von drei Jahren bis zur Pubertät: In der zweiten Wachstumsphase verlangsamt sich das Wachstum wieder etwas. Aber jedes neue Jahr bringt dennoch gute fünf bis sechs Zentimeter Körpergröße mehr.
  3. In der Pubertät: Mit der Pubertät kommt dann nochmals ein wichtiger Entwicklungs- und der größte Wachstumsschub - das zeigt auch die Wachstumstabelle für Kinder deutlich. Bis die Pubertät überstanden ist, wachsen Kinder bis zu zehn Zentimeter im Jahr. Mädchen haben ihre körperliche Entwicklung und damit auch ihr Wachstum mit etwa 17 Jahren abgeschlossen, Jungen meist erst zwei Jahre später.

In jeder dieser Phasen streckt sich der Körper also fast täglich. Das geht nicht nur mit neuem Klamotteneinkauf einher, sondern manchmal leider auch mit Schmerzen, den sogenannten Wachstumsschmerzen. Am häufigsten leiden Kinder im Vor- und Grundschulalter darunter - mein Sohn klagt recht häufig über Schmerzen in den Beinen und kurz darauf kann ich einen neuen Strich an unserem Wohnzimmerregal machen, wo wir seinen Wachstum festhalten. Woher die stumpfen Schmerzen – vorwiegend in den Beinen – kommen, ist nicht eindeutig geklärt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Bänder und Sehnen durch das schnelle Wachstum zeitweise überdehnt werden. Wenn die Schmerzen jedoch länger anhalten, empfehlen wir die Symptome von einem Arzt abklären zu lassen, um sicher zu gehen, dass nicht doch etwas anderes dahinter steckt.

Wachstumstabelle bei Kindern: Alles ganz individuell

Viel Wachstumsschmerz bedeutet aber nicht viel Wachstum. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Generell ist das Entwicklungs- und Wachstumstempo bei Kindern sehr individuell. Wie die einen früher Laufen oder Sprechen als die anderen, wachsen die einen Kinder früher und die anderen erst etwas später. In der Kitagruppe meines Sohne sind alle Kinder etwa gleich alt und dennoch sehr unterschiedlich groß. In den letzten zwei Jahren konnte man dabei zu sehen, wie sich die Größenverhältnisse immer wieder verschoben haben.

Liegt die Körpergröße eures Kindes in den eingefärbten Bereichen, dann verläuft sein Wachstum normal. Die genauen Zahlen findet ihr weiter unten nochmal in unserer Wachstumstabelle für Kinder.

Das liegt daran, dass manche Kinder langsam aber stetig wachsen, während andere plötzlich diesen großen Satz nach oben machen. Sollte euer Kind also aktuell viel kleiner oder viel größer als seine gleichaltrigen Kollegen sein, liegt das in den meisten Fällen nur an der individuellen Entwicklung oder an den genetischen Vorgaben. Wie groß euer Kind am Ende wird, hängt nämlich auch stark von euch und euren Vorfahren ab, sprich von den Genen. Es gilt die Faustregel: Große Eltern, große Kinder! Aber natürlich gibt es auch hier Ausnahmen.

Unsere Wachstumskurven für Jungen und Mädchen oben zeigt euch, ob die Größe eures Kindes im Normalbereich liegt – hier der farblich unterlegte Bereich. Doch selbst wenn euer Kind größer oder kleiner als der Durchschnitt sein sollte, ist das nicht gleich ein Grund zur Sorge. Wenn es außer der Körpergröße keine besonderen Auffälligkeiten gibt, ist euer Kind einfach nicht genormt – muss es ja auch nicht – und es ist vermutlich alles in bester Ordnung.

Wenn ihr euch jedoch sorgen bezüglich der Größe eures Kindes macht, weil es so gar nicht in der Norm der Wachstumstabelle für Kinder liegt, dann sprecht euren Kinderarzt oder eure Kinderärztin darauf an. In seltenen Fällen können auch andere Gründe für ein verzögertes Wachstum vorliegen, z. B. eine Hormonstörung.

Die konkreten Zahlen der Wachstumskurve für Jungen und Mädchen lassen sich am einfachsten aus der Wachstumstabelle für Kinder ablesen. Hier findest du jeweils unsere Wachstumstabelle für Jungen und unsere Wachstumstabelle für Mädchen:

Wachstumstabelle für Kinder: Mädchen von 2 bis 19 Jahren**

Größe in cm an der Perzentile→

Alter in Jahren ↓

3. Perzentile 15. Perzentile 50. Perzentile 85. Perzentile 97. Perzentile
2 79,6 82,4 85,7 89,1 91,8
3 87,9 91,1 95,1 99,0 102,2
4 94,6 98,3 102,7 107,2 110,8
5 100,5 104,5 109,4 114,4 118,4
6 105,5 109,8 115,1 120,4 124,8
7 110,5 115,1 120,8 126,5 131,1
8 115,7 120,5 126,6 132,6 127,5
9 121,0 126,2 132,5 138,8 144,0
10 126,6 132,0 138,6 145,3 150,7
11 132,5 138,1 145,0 151,9 157,5
12 138,4 144,1 151,2 158,3 164,1
13 143,3 149,2 156,4 163,6 169,4
14 146,7 152,5 159,8 167,0 172,8
15 148,7 154,5 161,7 168,8 174,8
16 149,8 155,5 162,5 169,6 175,3
17 150,3 155,9 162,9 169,8 175,4
18 150,6 156,2 163,1 169,9 175,5
19 150,9 156,4 163,2 169,9 175,5

Wachstumstabelle für Kinder: Jungen von 2 bis 19 Jahren**

Größe in cm an der Perzentile→

Alter in Jahren ↓

3. Perzentile 15. Perzentile 50. Perzentile 85. Perzentile 97. Perzentile
2 81,4 83,9 87,1 90,3 92,1
3 89,1 92,2 96,1 99,9 103,1
4 95,4 99,0 103,3 107,7 111,2
5 101,2 105,2 110,0 114,8 118,7
6 106,7 110,8 116,0 121,1 125,2
7 111,8 116,3 121,7 127,2 131,7
8 116,6 121,4 127,3 133,1 137,9
9 121,3 126,3 132,6 138,8 143,9
10 125,8 131,2 137,8 144,4 149,8
11 130,5 136,1 143,1 150,1 155,8
12 135,8 141,7 149,1 156,4 162,4
13 142,1 148,3 156,0 163,7 170,0
14 148,7 155,2 163,2 171,2 177,6
15 154,3 160,9 169,0 177,0 183,6
16 158,3 164,8 172,9 181,0 187,5
17 160,8 167,2 175,2 183,1 189,5
18 162,2 168,4 176,1 183,9 190,0
19 162,8 169,0 176,5 184,1 190,3

Wachstum bei Kindern: Iss dich groß!

Neben den Genen spielen noch weitere Faktoren in das Größenwachstum unserer Kinder hinein, z. B. die allgemeinen Lebensumstände. Das soziale Umfeld, Stress, schädliche Umwelteinflüsse und die Ernährung können das Wachstum von Kindern beeinflussen. Für ein gesundes Wachstum braucht euer Kind eine regelmäßige Zufuhr aller wichtigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Kalzium, Phosphor, Magnesium und Vitamin D sind für die Entwicklung und Erhaltung gesunder Knochen besonders wichtig.

Viele der Vitamine und Mineralien stehen in Wechselwirkung, sprich unser Körper braucht das eine, um das andere aufnehmen zu können. Ohne Vitamin D kann unser Körper z. B. nicht viel mit Kalzium anfangen. Und ohne Vitamin K hat er Probleme das Vitamin D aufzunehmen. Deshalb ist es wichtig, sich möglichst vielseitig zu ernähren. Bei manchen Vitaminen macht es Sinn, diese zu supplementieren. So nehmen wir Nordeuropäer besonders im Winter in der Regel zu wenig Vitamin D auf, da dieses durch die Sonneneinwirkung auf unsere Haut von unserem Körper selbst gebildet wird. Wer unsicher ist, kann den Vitamin- und Mineralstatus seines Kindes (und den eigenen) beim Hausarzt mit einer Blutanalyse checken lassen und dann gezielt mögliche Mängel ausgleichen.

Größenrechner

Angaben zur Berechnung:

  • Alter des Kindes: ${ model.age.year } Jahre ${ model.age.month } Monate
  • Geschlecht des Kindes: ${ genders[model.gender].toLowerCase() }
  • ${ label.name } des Kindes: ${ model.measurements[measurement] } ${label.unit}

Ergebnisse:

Wahrscheinliche Größe des Kindes mit 18: ca. ${ results.predictedSize } cm

${ label.name }

Die ${ label.name } ihres Kindes liegt genau im Mittelwert.

Dein Kind ist ${ label.adj[+(results[measurement] > 50)] } als ${ Math.max(results[measurement],100-results[measurement]) }% der Kinder.

${ label.unit }

Wachstum bei Kindern: Tob dich groß!

Durch Toben und Rennen wird euer Kind zwar nicht wirklich größer, aber Bewegung fördert zusammen mit einer richtigen Ernährung die optimale „Knochenversorgung“. Dadurch gewinnt das Knochengerüst an Masse und Stabilität. Zusätzlich wird die Muskulatur gestärkt und der Kreislauf bleibt auf Trapp. Und das ist nicht nur gut für ein gesundes Wachstum, sondern kann auch chronische Krankheiten wie Rückenschmerzen vorbeugen, die gerade bei Schulkindern immer früher und häufiger auftreten. Schaut doch mal bei unseren Bewegungsspielen vorbei, wenn ihr mehr Action in euren Alltag bringen wollt.

Quellen:
**Daten der Wachstumstabellen von World Health Organization (Stand 2019)

Charoline Bauer
Das sagtCharoline Bauer:

Unser Familien-Fazit

Unser Sohn war bei seinem Kita-Start auch eines der kleinsten und zartesten Kinder. Knapp drei Jahre später hat er mächtig aufgeholt und ist mit den meisten seiner Kitakollegen auf Augenhöhe. Bei einer U-Untersuchung hat uns damals auch der Kinderarzt ganz kirre gemacht, weil unser Kind in Größe und Gewicht eher im unteren Bereich lag. Drei Monate später war er schon wieder eine Perzentile nach oben geklettert und die Kurve sah ganz anders aus. Aber die Sorgen und Selbstzweifel, ob wir etwas falsch machen, hätte ich mir gerne gespart.

Mein Sohn ist auch heute noch eher zarter Natur, dafür aber schnell, zackig und aufgeweckt. Er ist gut (die meiste Zeit, aber es kommt ja nicht auf einzelen Tage, sondern auf das Gesamergebnis an), entwickelt sich bestens, ist fit und munter. Auch der Blutcheck, den ich zur Sicherheit habe machen lassen, kam nur mit besten Werten zurück. Deshalb mein Tipp: Wenn ihr das Gefühl habt, eurem Kind geht es gut, es ist gesund und munter und entwickelt sich weiter, dann lasst euch nicht verrückt machen, wenn es in Größe nicht mit anderen mithalten kann oder ihnen weit voraus ist. Wenn ihr euch jedoch Sorgen macht, dass lasst einen Bluttest machen oder fragt einen Experten um seine Meinung. Ihr werdet sehen, in den meisten Fällen ist alles in bester Ordnung!

Bildquelle: Getty Images/ Choreograph

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