Wachstumsstörung bei Kindern: Leidet mein Kind unter Kleinwuchs?

Wächst du noch?

Wachstumsstörung bei Kindern: Leidet mein Kind unter Kleinwuchs?

Es gibt große Kinder, kleine Kinder und manchmal auch sehr kleine Kinder. Aber ist das schon eine Wachstumsstörung? Leidet mein Mini unter Kleinwuchs? Diese Frage stellen sich Eltern oft, wenn das eigene Kind kleiner ist als seine gleichaltrigen Kameraden. 

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Das gilt für das Erlernen bestimmter Fähigkeiten wie Laufen und Sprechen ebenso wie für Größe und Gewicht. Manche Kinder sind schon mit drei Jahren echte Riesen im Vergleich, während andere eher klein sind. Ihr habt auch so einen kleines Menschlein zuhause und macht euch Sorgen? Euer Kinderarzt hat die Größenentwicklung eures Kindes durch die regelmäßigen U-Untersuchungen im Auge und würde euch darauf hinweisen, wenn er den Verdacht auf Kleinwuchs bei eurem Kind hätte. Aber das Jahr zwischen den Vorsorgeuntersuchungen kann lang sein, deshalb haben wir hier schon einmal alle wichtigen Infos zum Thema Wachstumsstörung und Kleinwuchs bei Kindern für euch. Falls euch die Infos alarmieren – ab zum Arzt und nachfragen.

Wachstumsstörungen durch Hormonmangel

Wenn euer Kind im Wachstum zurückbleibt, kann ein Hormonmangel vorliegen, der eine Wachstumsstörung hervorruft. Allerdings ist nur eines von 4.000 bis 10.000 Kindern von einem isolierten Wachstumshormonmangel betroffen. Isoliert heißt in diesem Fall, dass kein Mangel an anderen Hormonen besteht.

Bei einem Wachstumshormonmangel fehlt eine ausreichende Menge des Hormon Somatotropin (STH). Es ist aber nicht nur ein Wachstumshormon, sondern hat auch Einfluss auf Knochen, Muskeln, Fett, Zuckerhaushalt und kognitive Funktionen.

Symptome bei Wachstumshormonmangel bei Kindern

Hat ein Kind einen angeborenen Wachstumshormonmangel, so zeigt sich dies meist zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat – das Kind bleibt im Wachstum deutlich zurück. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen das Wachstum bis zum zweiten Lebensjahr normal ist und sich erst dann verzögert. Kommt es zu einem Kleinwuchs durch einen Wachstumshormonmangel, so betrifft dies alle Körperteile. Man spricht von proportioniertem Kleinwuchs.

Liegt nur ein leichter Mangel vor, sind die betroffenen Kinder meist schlank. Ein deutlicher Mangel verstärkt hingegen die Bildung von Fettschichten und die Kinder sind eher etwas dicker. Da sich der Hormonmangel auf den gesamten Körper auswirkt, ist auch die Zahnentwicklung betroffen.

Ein weitere Sympton, das man seinem Kind jedoch nicht ansehen kann, ist ein sehr niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) bei Babys. Selbst wenn Gewicht und Größe noch unauffällig sind. Besonders bei Neugeborenen kann ein beständig niedriger Blutzuckerspiegel oft der einzige Hinweis auf einen Mangel des Wachstumshormons sein.

Manche Kinder werden von dem Mangel so sehr beeinträchtigt, sodass sie Essen und Trinken verweigern.

Wachstumsstörung durch Hormonmangel diagnostizieren und behandeln

Wenn euer Kind kleiner ist als seine gleichaltrigen Freunde, dann muss nicht sofort eine Wachstumsstörung vorliegen. Das Entwicklungstempo ist ganz individuell. Eine Wachstumsstörung kann auch niemals durch eine einzelne Messung beurteilt werden. Das Wachstum muss über einen längeren Zeitraum überprüft werden, etwa bei den U-Untersuchungen. Bei jeder Untersuchung trägt der Arzt Gewicht und Körpergröße in die sogenannte Perzentilenkurve ein. An der Kurve kann der Arzt ablesen, ob sich das Kind „normal“ entwickelt. Entscheidend ist dabei, wie weit und ob euer Kind von einem Durchschnittswert abweicht.

Wenn euer Kinderarzt einen begründeten Verdacht hat, nimmt er eine Blutuntersuchung vor, um zu bestimmen, ob ein Mangel an Wachstumshormonen die Ursache für den Kleinwuchs ist. Von der Diagnose hängt dann die Therapie ab. Ist die Ursache tatsächlich eine Wachstumshormonstörung, dann sorgt man für künstlichen Ersatz. Dabei ist es besonders wichtig, dass die Dosis des Hormons immer den körperlichen Veränderungen, also dem Wachstum und der Gewichtszunahme des Kindes angepasst wird. Mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen ist die gezielte Dosierung der Hormone für euer Kind aber kein Problem. Liegt bei euch ein Wachstumshormonmangel vor, wendet euch an einen  Endokrinologen. Die Spezialisten der Endokrinologie beschäftigt sich mit den (Hormon-) Drüsen des Körpers.

Die Ursachen für Wachstumsstörungen und Kleinwuchs sind allerdings vielfältig – Wachstumshormonmangel ist nur ein möglicher Grund.

Man unterscheidet: Primärer und Sekundärer Kleinwuchs

Wenn bereits die Eltern kleinwüchsig sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieser auf die Kinder vererbt wird. Hier spricht man von primärem Kleinwuchs. Manchmal kommt es zu Fällen von primärem Kleinwuchs, obwohl die Eltern und die Geschwister augenscheinlich normal groß sind. In der Vorgeschichte der Familie gab es dann aber Fälle von Kleinwuchs.

Kleinwuchs durch Wachstumshormonmangel gehört zum sekundären Kleinwuchs. Weitere Ursachen für sekundären Kleinwuchs können diese sein:

  • Krankhaft veränderte Erbanlagen wie z.B. Trisomie 21, Ullrich-Turner-Syndrom
  • Andere Hormonstörungen
  • Mangel- oder Fehlernährung während der Schwangerschaft
  • Rauchen in der Schwangerschaft
  • Alkohol-, Drogenkonsum, Infektionen in der Schwangerschaft
  • Immundefekte wie z. B. Morbus Crohn
  • Schwere Erkrankungen der inneren Organe
  • Skelettfehlbildungen (Skelettdysplasien)
  • Stoffwechselstörungen
  • Psychosoziale Ursachen: Vernachlässigung, Essstörungen (Magersucht), Depression, etc.
  • Nebenwirkungen von Behandlungen wie Strahlen- oder Chemotherapie, hochdosiertes Kortison, etc.
Bildquelle: Getty Images/ undefined undefined

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