Für Eltern gilt: Auf dem Spielplatz zurückhalten

Kinder müssen erst noch lernen, wie sie in sozialen Situationen und in Konfliktsituationen richtig handeln. Und das können sie im Spiel mit Gleichaltrigen üben. Da heißt es für die Eltern: Zurückhaltung bitte!


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Für Eltern gilt: Auf dem Spielplatz zurückhalten


Damit es auf der großen freien Spielfläche für alle auch möglichst oft zu solchen lehrreichen Begegnungen kommt, sollten Erwachsene sich unbedingt in Zurückhaltung üben – auch wenn es schwerfällt. „Vielen Eltern ist es peinlich, wenn ihr Kind oder Baby sich anderen gegenüber nicht sozial oder rücksichtsvoll genug verhält, und sie schreiten deshalb oft recht drastisch ein“, sagt die Diplom-Psychologin Dr. Angelika Faas.

Sie warnt aber davor, das eigene Kind und Baby aus derartigen Situationen einfach wegzureißen oder ihm heftige Vorhaltungen zu machen: „Gerade kleinere Kinder sind oft noch gar nicht in der Lage, abzuschätzen, wie ihr Verhalten bei anderen ankommen wird. Harsche Kritik der Eltern bleibt für sie oft im Kern unverständlich – und sorgt so letztlich dafür, dass sie eine allgemeine Verunsicherung erleben und sich nicht mehr trauen, ungehemmt auf andere zuzugehen“.


  Sozialverhalten der Kinder


Angelika Faas rät dazu, es bei Kindern zunächst einmal mit Worten zu probieren. Ein klares „Nein“ oder „Halt“, in einem deutlichen Tonfall ausgesprochen, kann manchmal schon ausreichen, um eine heikle Situation zwischen zwei kleinen Babys auf dem Spielplatz zu entschärfen. „Eltern sollten sich vor Augen halten, dass das Benehmen ihrer Kinder normal ist – und gelassen bleiben“, so die Baby&Co-Expertin.
Kinder lösen Konflikte auf dem Spielplatz fantasievoll
Solange Kinder nicht überfordert wirken, sollte man sie Streitigkeiten unter sich austragen lassen, meint auch die Pädagogin Gisela Dittrich vom Deutschen Jugendinstitut in München. Sie hat mit einem Team das Konfliktverhalten von Kleinkindern und Babys auf Video dokumentiert und dabei beobachtet, wie gut Kinder Probleme untereinander selbst in den Griff bekommen.


  Streiten trainiert Freundschaften


Gewisse Fähigkeiten sind dazu natürlich nötig: Um einen Konflikt als solchen zu begreifen, muss ein Kind zunächst einmal lernen, klar zwischen sich und den anderen zu unterscheiden. Erst dann ist es in der Lage, die Interessen beider Seiten gegeneinander abzuwägen. Meist wird diese Fähigkeit ab dem dritten Lebensjahr ausgebildet. Kinder, die – etwa auf dem Spielplatz – viele soziale Kontakte haben, sind oft schon früher dran. „Sobald dieser Lernschritt vollzogen ist, sind Kleinkinder sehr fantasievoll und effektiv bei der Auflösung von Konflikten“, so Dittrich. Deshalb rät sie, Kinder erst mal machen zu lassen und nur einzugreifen, wenn sie von selbst Hilfe suchen.