Märchen und Kindergeschichten

Monster unter dem Bett (ab 4 Jahre)


Da! Da raschelt doch was! Laura liegt im Bett und lauscht. Ein Monster!, denkt sie. Unter dem Bett! Sie will schon nach Mama oder Papa schreien, doch dann muss sie plötzlich an Prinzessin Rosenfee denken. Die coole Zauberelfe, die in all ihren bunten Heften die tollsten Abenteuer erlebt. Die hätte nicht die Bohne Angst vor Monstern. "Z…zeig dich, Schweinebacke!" Das hatte sie zufällig mal einen Polizisten im Fernsehen sagen hören. "O…okay!" Obwohl sie ja mit einem Monster gerechnet hat, ist Laura doch verblüfft, dass jemand antwortet. Und noch verblüffter ist sie über das, was dann im Schein der Nachttischlampe, die Papa angelassen hat, vor ihrem Bett auftaucht: eine pinke Wuschelgestalt, die mit ihren Riesenschlappohren und zwei großen Zähnen aussieht wie ein Kaninchen. Ein Kaninchen mit einer Kindergartentasche um den Hals, um genau zu sein.


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Es sieht Laura ängstlich an. "Wer bist du?", fragt Laura. "Mo-Mo Monster!" "Stotterst du immer?", fragt Laura. "Nur wenn ich aufgeregt bin", sagt das Monsterkaninchen. "Aber eigentlich ist das mein Name: Mo-Mo. Nachname: Monster. Also Mo-Mo Monster!" "Aha", sagt Laura beeindruckt. "Ich bin Laura. Was machst du unter meinem Bett?" "Ich muss dich erschrecken", erklärt Mo-Mo. "Damit ich richtig superekelmonsterhässlich werde und endlich in die Schule für große Monster darf." "Erschrecken? Mich?" Laura kichert. "Du bist doch viel zu süß." "Süß?" Mo-Mo ist empört. "Süß? Ich bin ein Monster! Hast du denn gar keine Angst?" Laura schüttelt den Kopf. "Nicht mal ein bisschen?" Wieder schüttelt Laura den Kopf, und dann kullern Mo-Mo dicke Monstertränen die Wangen herab.

Cover Lusige Monstergeschichten

ellermann


© ellermann
Laura hat eine Idee. "Wie wär's, wenn wir noch mal anfangen? Du kommst raus, und ich kreische vor Schreck das Haus zusammen. Was meinst du?" "Das würdest du tun?", schnieft Mo-Mo. "Klar", antwortet Laura. "Aber was ist, wenn Mama und Papa kommen?" "Kein Problem", antwortet Mo-Mo und zeigt auf seine Tasche. "Dann streu ich mir Monsterpulver auf den Kopf, und schon bin ich wieder zu Hause." "Wow!" Laura staunt. Dann fällt ihr noch etwas ein. "Sag mal, sehen wir uns wieder?" "Logisch, wir sind doch jetzt Freunde, oder?", antwortet Mo-Mo, der schon wieder unterm Bett verschwindet. "Natürlich", sagt Laura. "Okay, also dann! Bereit?" "Bereit", ertönt es unter ihr, und gleich darauf taucht Mo-Mo wieder auf. "AAHH! JIIIHHH!", kreischt Laura. "AAHH! JIIIIIHHH!" Begeistert sieht sie, dass der Plan zu klappen scheint. Mo- Mos Wangen werden feuerrot, die Zähne gefährlich spitz, und aus dem Gesicht wächst eine Knubbelnase, die mit herrlich fetten Eiterpickeln übersät ist. Grinsend betastet Mo-Mo seine tolle neue Monsternase. "Super. Monsterschule, ich komme!"

Da ertönen Schritte auf dem Flur. "Beeil dich", flüstert Laura. Mo-Mo nickt. Dann holt er schnell etwas lila Pulver aus der Tasche und streut es sich auf den Kopf. "Pupsgestank und Krötenschleim - Monsterpulver, bring mich heim!" Mit einem leisen Plopp! löst sich Mo-Mo vor ihren Augen in Luft auf ... Schade, denkt Laura, als sie am nächsten Morgen aufwacht und sich verschlafen die Augen reibt. War wohl alles nur geträumt. Aber dann guckt sie doch noch einmal unter dem Bett nach, und plötzlich muss sie grinsen: Vor ihr liegt ein kleines Häufchen lila Pulver.

➤ Kategorie: Gute-Nacht-Geschichten

➤ Text: Christian Dreller aus dem Buch "Lustige Monstergeschichten" (erschienen bei Ellermann). www.ellermann.de

➤ Hier können Sie die Geschichte kostenlos Downloaden: Das Monster unter dem Bett


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