Babyphones im Test: Die Sieger bei Stiftung Warentest

Einfach ist besser

Babyphones im Test: Die Sieger bei Stiftung Warentest

Die meisten Eltern vertrauen auf ein Babyphone, das ihnen meldet, wenn ihr Nachwuchs aufgewacht ist. Mittlerweile gibt es auf dem Markt neben Babyphones mit Ton, immer mehr Geräte, die Videos senden. Stiftung Warentest widmete sich der Thematik zuletzt im Babyphone Test 2018 und stellte fest: Supertechnik ist nicht alles.

So hat Stiftung Warentest die Babyphones getestet

Beim Babyphone Test 2018 untersuchte Stiftung Warentest 17 Produkte und unterschied dabei in drei Produktgruppen: Getestet wurden sechs Babyphones mit Ton, sechs Babyphones mit Video und fünf Webcams, die per App mit dem Smartphone verbunden werden. Dabei schauten sich die Tester zuerst die Qualität der Datenübertragung an und beurteilten die Handhabung, den Akku, die Umwelteigenschaften sowie die Datensicherheit der Produkte. Letzteres war gerade bei den Webcams entscheidend, die unter Umständen Hackern zum Opfer fallen könnten. Das Ergebnis des Tests: Nur zwei der 17 Produkte schnitten mit "gut" ab.

Die Testergebnisse im Überblick

Das Philips SCD585 wurde Testsieger bei den einfachen Babyphones mit Ton. Das Produkt, das mit "gut" ausgezeichnet wurde, ist leider nicht mehr erhältlich. Sein Nachfolger, das Philips Avent Audio-Babyphone SCD733/26, ist hier für knappe 130 € bei Amazon erhältlich*. Auch der Zweitplatzierte der Stiftung Warentest, das VTech BM230, schnitt mit Note "gut" kaum schlechter ab als der Testsieger. Noch besser: Das VTech BM230 kostet weniger als die Hälfte und ist für 45 € bei Amazon zu haben*. Beide Babyphones überzeugten durch ihre Übertragungsqualität.

Auch bei den Babyphones mit Video konnte sich ein Philips-Produkt durchsetzen. Beim Philips Avent SCD630/26 (knapp 200 €, ebenfalls Amazon)* überzeugt trotz sehr guter Handhabung die Bildqualität weniger, sodass es nur für Gesamtnote "befriedigend" reichte. Dabei waren die Tester von keiner Bildqualität überzeugt. Einzig das Motorola MBP48 (derzeit 125 € bei Amazon)*, punktete bei den Babyphones mit Kamera im Bereich Bildqualität mit "befriedigend", dafür war die Handhabung aber "mangelhaft". Bei den Webcams punkteten zwei Produkte, die mittlerweile nicht mehr (bzw. nur noch gebraucht) erhältlich sind: Die Philips SCD8702-Webcam und die Babymoov Babycamera A014409. Neben der hohen Übertrangungs-Distanz haben Webcams eigentlich noch einen klaren Vorteil: Da sie mit der Klangqualität der Smartphones arbeiten, ist die Tonqualität und Klarheit viel höher als bei klassischen Babyphones mit Receiver. Bleibt für Eltern zu hoffen, dass es bald bessere Nachfolgermodelle auf den Markt schaffen.

Die Babyphone-Testsieger im Detail

Testsieger Babyphone mit Ton: Philips Avent SCD585

Philips Babyphone AudioDer Testsieger Philips SCD585 mit Sternenprojektor überzeugte Stiftung Warentest durch seine gute Klangqualität, einfache Handhabung und verständliche Gebrauchsanweisung. Es warnt sofort, wenn es eine Übertragungsstörung gibt. Das Babyphone ist stabil gebaut. Auch wichtig: Es verbraucht nicht viel Strom. Das ganz große Plus des Babyphones ist sein Akku. Eine Laufzeit von 42 h (statt angegebener 24 h) setzte ihn klar vor dem Zweitplatzierten, dem VTech BM230, das "nur" auf 26 h kam.  Derzeit ist das Philips SCD585 leider nicht mehr erhältlich und wurde von seinem Nachfolgemodell, dem Philips Avent SCD733/26, abgelöst. Zwar wurde das noch nicht von Stiftung Warentest getestet, die technischen Eigenschaften sind aber fast die gleichen. Zwar ist die angegebene Akkulaufzeit mit 18 h etwas geringer, aber die wenigsten Babys dürften auf so lange Schlafeinheiten kommen. Erhältlich ist das Philips Avent SCD733/26 für 130 € bei Amazon*.

Zweitplatziert: VTech BM230

Vtech BabyphoneDas VTech BM230 hat nicht den langlebigsten Akku, was ihm unter anderem die Krone beim Test kostete. Aber seine Eulenform ist entzückend. Mit einem Nachtlicht, einem Thermometer und fünf Schlafliedern hat es auch die mittlerweile üblichen Extras. Das Babyphone gefiel den Testern auch im Gebrauch. Die Tatsache, dass es Übertragungsstörungen gleich meldet, kam gut an. Im Stromverbrauch ist es einen Tacken schlechter als das Philips-Modell und auch bei den Umwelteigenschaften bekam es nur ein "befriedigend". Dies alles macht es aber mit seinem geschmeidigen Preis wett: Derzeit ist das VTech BM230 für 45 € auf Amazon erhältlich*.

Testsieger Babyphone mit Video: Philips SCD630/26

Philips Babyphone VideoWenn die Bildqualität der Videos besser gewesen wäre, hätte das Babyphone vom Testsieger Philips SCD630/26 ein "gut" bekommen, aber Stiftung Warentest vergab hier nur ein "ausreichend" und das zog die gesamte Bewertung herunter. Ansonsten hatte das Gerät nämlich gute Werte. Die Tester gaben ein "sehr gut" für die Handhabung und ein "gut" für die Umwelteigenschaften, was Stromverbrauch und Verarbeitung betraf. Die Reichweite von 50 m war nur befriedigend, dies traf aber auf fast alle Geräte zu. Erhältlich ist das Philips Avent SCD630/26 für knapp 200 € hier bei Amazon).*

Die großen Verlierer: Webcams

Wenn schon die Babyphones mit Video kein "gut" bekamen, können sie sich damit trösten, dass die Webcams noch viel schlechtere Ergebnisse erreichten. Das große Minus war für Stiftung Warentest die mangelnde Datensicherheit. Bei einigen Produkten, z. B. den Webcams von Beurer und Motorala, konnten Hacker die Videos relativ einfach abgreifen. Besonders bei unverschlüsselten Verbindungen, z. B. in Ferienanlagen, sei das riskant. Die beiden als sicher eingestuften Produkte, der Testsieger Philips SCD8702 und die Babymoov Babycamera A014409 sind nicht mehr erhältlich. Babyphones mit Webcam haben ein weiteres Problem: Sie funktionieren nur mit WLAN.  Bei Verbindungsproblemen kann es passieren, dass den Eltern altes Bildmaterial gesendet wird, während die Kids schon länger weinen. Stiftung Warentest bemängelte zudem die Bedienungsanleitung: Die Apps zu installieren, sowie App und Webcam aufeinander abzustimmen, wäre nicht einfach gewesen, da überzeugte nur der Testsieger von Philips. Dafür gab es für die Handhabung bei Beurer BY88 Smart, Motorola MBP845 Connect und Nuk Smart Control Multi 310 sogar ein "mangelhaft".

Im täglichen Gebrauch waren die Webcams nach Meinung der Tester schlecht und bei Störung im Empfang gab es keine Warnung. Das war genug, um die drei mit der Gesamtnote "mangelhaft" abzustrafen. Als großes Plus von Webcams wurde die Reichweite gesehen, da kommen die normalen Babyphones nicht mit – theoretisch könnte man weite Strecken zwischen sich und dem Baby lassen. Da bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Generation der Webcams mit vielen technischen Updates aufwartet.

Ökotest-Sieger: Angelcare

Da der Testsieger bei den Babyphonen mit Ton bereits vergriffen ist, wollen wir euch noch ein weiteres Gerät ans Herz legen: das Angelcare AC423-D wurde 2017 Testsieger bei Ökotest. Die Geräte mit der Engel-Optik schnitten generell sehr gut bei der Strahlenmessung ab. Gerade wenn ihr euch Sorgen über Elektrosmog macht, ist das Angelcare AC423-D eine gute Alternative, denn in der Verarbeitung bekam es ebenfalls gute Noten. Es kann zwar keine Schlaflieder vorweisen, aber dafür ein Nachtlicht und ein Thermometer. Preislich liegt im mittleren Bereich. So ist das Angelcare AC423-D für knappe 80 € hier bei BabyWalz erhältlich*.

familie.de-Kaufberatung

Da keins der Produkte alles kann, sind eure Prioritäten entscheidend. Für eine hohe Reichweite sind Webcams die beste Wahl, für die Überwachung der Luftfeuchtigkeit, von Umgebungsgeräuschen und der Raumtemperatur sind die neuesten Babyphones mit Video ideal. Meist habt ihr hier die Möglichkeit, das Video auch mal auszustellen. Gerade bei unruhigen Schläfern ist die Videofunktion aber praktisch. So könnt ihr sehen, ob euer Baby im Schlaf vor sich hinbrabbelt oder munter durchs Bettchen turnt. Ein richtig klares Bild konnte zwar keines der Geräte liefern, aber die Auflösung reicht, um zu sehen, wie und in welcher Position euer Nachwuchs schlummert. Manche Eltern beruhigt die Gewissheit, ihr Kind sehen zu können. Andere schalten besser ab, wenn sie nicht ständig vom blinkenden und piependen Babyphone abgelenkt werden. Dann sind die klassischen und meist günstigen Babyphones ohne Video die bessere Wahl.

Der Test von Stiftung Warentest warnte bei Webcams vor Datenmissbrauch. Habt ihr aber ein stabiles WLAN und einen guten Router, könnte euch die Reichweite der Webcams locken, denn dann ist auch die Arbeit im Garten oder der Kaffee bei der Nachbarin kein Problem. Doch ist da immer noch die Sache mit der Datensicherheit. Niemand möchte, dass Hacker Videos vom schlafenden Kind abfischen, deshalb solltet ihr besonders drauf achten, wie die Übertragungssicherheit ist.

Dass die einfachen Geräte so gut abgeschnitten haben, beruhigt. Sie sind meistens günstiger und erfüllen ihren Zweck: Ihr hört, wann euer Kind aufgewacht ist. Und darum geht es ja bei den Babyphones.

Quellen:
* Stiftung Warentest
* Ökotest

Bildquelle:

Getty Images

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