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Forscher können schon im Babyalter feststellen, ob ein Kind später übergewichtig wird

Früherkennung

Forscher können schon im Babyalter feststellen, ob ein Kind später übergewichtig wird

Laut einem niederländischen Forscherteam sind die ersten sechs Lebensmonate eines Babys entscheidend: In der Zeit könne man schon sagen, ob das Kind einmal übergewichtig sein wird. Die Wissenschaftler wollen dies an bestimmten Parametern erkennen können und diese Eltern daher frühzeitig beraten.

Übergewicht bei Kindern müsse früh behandelt werden

Tanja Vrijkotte vom Academic Medical Center in Amsterdam forscht daran, welche Parameter dafür verantwortlich sind, dass ein Baby eine Fettleibigkeit entwickelt. Dabei geht es ihr darum, dass Eltern früh gewarnt werden können, wenn die körperlichen Umstände des Kindes darauf hindeuten. Übergewicht sei bei Kindern sonst ihrer Meinung nach nur sehr schwer zu behandeln.

Ich denke, wir sollten uns auf die Prävention konzentrieren, damit aus Kindern gesunde Erwachsene werden

Tanja Vrijkotte

Die Wissenschaftlerin schlug daher auf einem europäischen Kongress zu Adipositas bei Kindern in Glasgow vor, schon früh Hebammen, Krankenschwestern und Ärzte einzubeziehen. Denn schon das Gewicht bei der Geburt und in den ersten Monaten sei ausschlaggebend für die Entwicklung. Daneben ermittelten die Forschergruppe weitere wichtige Indikatoren.

Diese Parameter deuten auf spätere Fettleibigkeit hin

In den Niederlanden würden Kinder schon ab zwei Jahren als fettleibig eingestuft. Die Forscherin betont, dass es dabei nicht darum gehe, die Eltern zu beschuldigen, sondern ihnen bewusst zu machen, dass sie etwas in ihren Gewohnheiten zugunsten des Kindes ändern müssen.

Das Team um Tanja Vrijkotte untersuchte in Amsterdam in einer letzte Jahr veröffentlichten Studie über 8.000 Kinder. Verglichen wurden über 17 Parameter, die zu einem Übergewicht führen können. Dabei stellte sie fest, dass schon 12 der Faktoren ausreichen würden, um eine genaue Vorhersage zu treffen, wie sich das mit ca. 10 Jahren körperlich entwickelt.

Folgende Faktoren seien u. a. ausschlaggebend:

  • Gewicht bei der Geburt und in den ersten sechs Lebensmonaten
  • Geschlecht
  • Rauchen während der Schwangerschaft und nach der Geburt des Kindes
  • Diabetes der Mutter
  • Body-Mass-Index der Eltern
  • Bildung der Mutter
  • Herkunft der Eltern

Sicherlich spielen immer sehr viele Faktoren gemeinsam eine Rolle. Denn nur eines betrachtet, kann wohl kaum eine Aussage über das spätere Leben treffen. Daneben gäbe es weitere genetische Hinweise auf Fettleibigkeit, die jedoch noch nicht sehr verbreitet sind bzw. nicht angewendet werden, um Eltern nicht zu beschämen.

Gefährdeten Kindern und deren Eltern früher helfen

Auch wenn es schwierig ist, Eltern auf diese Parameter hin anzusprechen, weil dies ihre Gefühle verletzen könne, sehen es die Forscher als notwendig an. Denn man helfe damit schon Kleinkinder zu identifizieren und könne zum Schutz ihrer zukünftigen Gesundheit beitragen. Fettleibigkeit gehe nicht nur mit physischen sondern auch psychischen Problemen einher.

Die Wissenschaftler denken, dass dieses frühzeitige Identifizieren helfen kann, das spätere Übergewicht bei Erwachsenen zu reduzieren, wenn das Gespräch früh mit den Eltern gesucht wird.

Wir wissen, dass übergewichtige Kinder eher zu übergewichtigen Erwachsenen mit einem erhöhten Risiko für ernsthafte Gesundheitsprobleme werden, so dass die Fähigkeit, gefährdete Kleinkinder zu identifizieren und ihnen zu helfen, ein Stück weit zum Schutz ihrer Gesundheit in der Zukunft beitragen würde.

Dr. Max Davie, Royal College of Paediatrics and Child Health

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Quelle: Guardian

Katja Nauck
Das sagtKatja Nauck:

Meine Meinung

Eltern hören vor allem im Babyalter natürlich ungern, dass ihr Kind irgendwie "zu dick" oder "zu groß" oder irgendwas sein könnte. Dass die Forscher da vorsichtig sind, Eltern eine Schuld zuzuweisen, ist daher sehr verständlich. Bei einem Kind, das in den ersten sechs Monaten gestillt wird, kann ja eher noch keine Rede von Parametern für Fettleibigkeit sein. Wenn es diese laut Forschung jedoch so früh schon gibt, wäre es sicherlich eine gute Sache, wenn der Kinderarzt zumindest frühzeitig eine Befragung nach diesen Faktoren unternimmt und ein Gespräch zu den Eltern sucht.

Es kann nicht falsch sein, Eltern da früh zu beraten. Vor allem, wenn das Kind dann richtige Nahrung zu sich nimmt, sind die Eltern in der Verantwortung, ihr Kleinkind ausgewogen zu ernähren. Dann sollten Ärzte schon einmal genauer hinsehen und den Eltern beratend zur Seite stehen. Wichtig ist ja auch, dass Mama und Papa selbst Vorbilder in Sachen gesunde Ernährung sind. Sonst weiß ein Kind auch nicht, wie man sich gut ernährt.

Bildquelle: Getty Images/mmg1design

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