Einkochen für die Familie: So macht ihr Obst und Gemüse easy haltbar

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Einkochen für die Familie: So macht ihr Obst und Gemüse easy haltbar

Einwecken, Einmachen, Einkochen oder Einlegen – das klingt vielleicht etwas spießig. Es ist aber eine tolle Technik für ein nachhaltiges Familienleben ohne Lebensmittelverschwendung.

Obst und Gemüse einfach und günstig konservieren muss nicht immer nur gleich mit der Oma verbunden, mal abgesehen davon, dass Großmütter eh die Besten sind. Wer selbst einkocht, weiß ganz genau, dass alles „echt“ ist und keine künstlichen Zusatzstoffe vorhanden sind. Ideal auch für die Kleinen. Aber ist das viel Arbeit in der Küche? Nein, solange du nicht Vorräte für mehrere Winter in meterlangen Kellerregalen stapeln willst.

Ab und zu nach dem gemeinsamen EInkochen ein paar Gläser zu füllen, kann zu einem schönen Ritual werden. Während in vielen Familien für die kleinen Schleckermäuler bereits Marmelade, Gelee, Saft oder Sirup selbst eingekocht wird, stehen die herzhaften Geschmacksrichtungen noch nicht so hoch im Kurs. Dabei hat die klassische Vorratsküche noch viel mehr zu bieten, denn heimisches Obst und Gemüse im Glas lässt sich z. B. süßsauer einlegen (als englisches Relish oder indisches Chutney perfekt zum Würzen) oder milchsauer vergären.

Das brauchst Du zum Einkochen

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Rezeptideen fürs Einkochen

Zutaten für Apfel-Chutney:

  • 1 kg Äpfel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 250 g Zwiebeln
  • 250 g Sultaninen
  • 3/8 l Weinessig
  • 500 g Zucker
  • 2 EL gemahlener Ingwer
  • 3 EL Senfpulver
  • 1 TL Cayennepfeffer

Zubereitung: Äpfel schälen, entkernen, in dünne Scheiben schneiden, Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. Alles außer den Sultaninen bei schwacher Hitze eine Stunde kochen. Gelegentlich umrühren. Sultaninen zugeben, weitere 15 Minuten kochen und dann in Gläser füllen.

Zutaten für Zuckergurken:

  • 2,5 kg Schmorgurken
  • 1 l Weinessig
  • Wasser
  • 800 g Zucker
  • 50 g Salz
  • 12 Gewürznelken
  • 2 Sangen Zimt
  • 200 g weißer Kandis

Zubereitung: Gurken waschen, schälen, halbieren, entkernen, klein schneiden und drei Minuten in 2 Liter Wasser und 500 ml Essig blanchieren. 750 ml Wasser mit dem Rest Essig, Zucker, Salz und den Gewürzen aufkochen. Gurken fünf Minuten darin kochen. Mit Kandis in Einweck-Gläser füllen, mit Essig übergießen, verschließen und bei 80 Grad 30 Minuten einkochen

Essen haltbar machen: Hier sind die weiteren Techniken

  • Einlegen in Essig: Neben Einkochen und Einmachen gibt es noch viele andere Verfahren, Lebensmittel zu konservieren - und das ganz ohne Erhitzen. Viele Arten von rohem Gemüse kann man in Essig einlegen und so zwischen drei und zwölf Monate haltbar machen: Vorher sollte das Gemüse gesalzen werden und ein paar Stunden durchziehen, damit Wasser austreten kann.
  • Einlegen in Öl Geradezu kinderleicht ist das Konservieren in Öl.Damit lassen sich viele mediterrane Köstlichkeiten zaubern - zum Beispiel herzhaft in kaltgepresstem Olivenöl eingelegter Schafskäse. Das Öl sorgt für luftdichten Verschluss und verhindert die Bildung von Mikroorganismen.
  • Milchsaures Einlegen: Sehr zu empfehlen ist auch „milchsaures Einlegen“. Das verwandelt zum Beispiel schlichten Weißkohl in feines Sauerkraut. Auch Möhren, Gurken und Paprika halten sich bis zu drei Monate. Vorteile: Vom Nähr- und Wirkstoffgehalt geht nichts verloren. Im Gegenteil: Der Vitamin-C-Gehalt nimmt sogar noch zu, es bildet sich zusätzlich Vitamin B12 und die entstehende Milchsäure stärkt das Immunsystem.

Obst einkochen: Welcher Gelierzucker soll es denn sein?

  • Ganz einfach: Wer keine Konservierungsstoffe in der Marmelade fürs Brötchen möchte, mischt Frucht und Gelierzucker im Verhältnis 1:1.
  • Die Gelierzucker „2:1“ und „3:1“ kommen zwar mit weniger Zucker aus (zwei beziehungsweise drei Teile Frucht auf einen Teil Zucker), enthalten aber den Konservierungsstoff Sorbinsäure.
  • Und wer verstärkt auf die Kalorien achtet? Auch kein Problem: Zucker lässt sich durch andere Geliermittel ersetzen. Der Handel bietet mit Pektin und Agar-Agar gute Alternativen.

Lebensmittel konservieren: Wann ist was reif?

Juni

  • Obst: Erdbeeren, Holunderblüten, Johannisbeeren, Kirschen, Pflaumen, Rhabarber, Stachelbeeren
  • Gemüse: Bohnen, Erbsen, Kohlrabi, Möhren, Pilze, Spargel, Kohl, Zucchini, Zwiebeln

Juli

  • Obst: Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren,Himbeeren, Holunderblüten, Johannisbeeren, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Stachelbeeren, Zwetschgen
  • Gemüse: Bohnen, Brokkoli, Erbsen, Gurken, Kohlrabi, Möhren, Kohl, Sellerie, Tomaten, Pilze, Zucchini, Zwiebeln

August

  • Obst: Äpfel, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Himbeeren, Kirschen, Mirabellen, Pflaumen, Preiselbeeren, Stachelbeeren, Vogelbeeren, Zwetschgen
  • Gemüse: Bohnen, Erbsen, Gurken, Kohlrabi, Kürbis, Mais, Möhren, Kohl, Rote Bete, Sellerie, Tomaten, Pilze, Zucchini, Zwiebeln

September

  • Obst: Äpfel, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Hagebutten, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Mirabellen, Pflaumen, Preiselbeeren, Quitten, Sanddornbeeren, Zwetschgen
  • Gemüse: Gurken, Kohlrabi, Kürbis, Mais, Möhren, Rote Bete, Kohl, Sellerie, Tomaten, Pilze, Zucchini, Zwiebeln

Oktober

  • Obst: Äpfel, Birnen, Brombeeren, Hagebutten, Heidelbeeren, Holunderbeeren, Mirabellen, Pflaumen, Preiselbeeren, Quitten, Sanddornbeeren, Schlehen, Zwetschgen
  • Gemüse: Gurken, Kohl, Kohlrabi, Kürbis, Mais, Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Sellerie, Tomaten, Pilze, Zucchini, Zwiebeln

November

  • Obst: Äpfel, Birnen, Hagebutten, Quitten, Sanddornbeeren, Schlehen
  • Gemüse: Kohl, Kürbis, Möhren, Pastinaken, Rote Bete, Schwarzwurzeln, Sellerie

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Yao Fordemann
Das sagtYao Fordemann:

Mein Fazit

Der geschmackliche Unterschied zwischen selbst gemacht und industriell hergestellt kann ein Unterschied wie Tag und Nacht sein. DIY schmeckt einfach besser. Ich finde es wunderbar, dass schon seit einiger Zeit echte Handarbeit beim Thema Essen wieder sehr geschätzt wird. Und dazu gehört Einkochen definitiv dazu. Saisonales Obst und Gemüse haltbar zu machen, hat nichts ausschließlich mit den Lebensumständen zu tun. Im Gegenteil, auch in meiner Generation schenken sich die Leute gerne ein Glas "Made by Me" und die Freude ist dann groß, denn es steckt viel Liebe und Zeit dahinter. Und kommt oft besser an, als der x-te Gutschein.

Bildquelle: Prostock-Studio/iStock/Getty Images Plus

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