Sieben Zeichen, an denen ein Psychologe gute Eltern erkennt

Diese sieben Dinge machen gute Eltern aus, sagt eine Psychologin und erklärt, warum Vergleiche, Wettstreit oder irgendwelche Messlatten für Erfolge garantiert nichts damit zu tun haben.

Gute Eltern

Eine gute Mutter oder ein guter Vater zu sein: der Wunsch aller Eltern


Was macht eine gute Mutter oder einen guten Vater aus? Eine Frage, an der sich die Geister scheiden. Gibt es doch so unendlich viele Themen in Sachen Kindererziehung, die heftig diskutiert werden. Stillennicht stillen, FamilienbettBabybett, vegan – omnivor – die Liste ist gar unendlich, genauso wie die verschiedenen Meinungen und Standpunkte dazu. Doch sind es wirklich diese Debatten, die ausschlaggebend sind für eine glückliche Kindheit und Jugend? Was ist wirklich wichtig, wenn wir unsere Kinder großziehen? Natürlich vor allem eins: Liebe!

Damit zusammenhängend gibt es Anzeichen, die zeigen, dass ihr als Eltern alles richtig macht und eurem Kind in der Erziehung alles Wichtige mitgeben. Die klinische Psychologin Nadene van der Linden hat in einem Artikel für Parent Co. sieben Anzeichen zusammengefasst, an welchen sie in ihrer Arbeit als Therapeutin erkennt, dass Eltern einen guten Job machen und Kinder gut aufgehoben sind.

Sieben Anzeichen, die verraten, dass ihr gute Eltern seid

➤ 1.Dein Kind zeigt dir gegenüber eine Bandbreite von Gefühlen
Keine Frage, manchmal kann es anstrengend sein – aber ist dein Kind dazu bereit, vor dir eine Bandbreite von Gefühlen zu zeigen, ist das immer ein gutes Zeichen. Ärger, Wut, Trauer oder Angst – kommt dein Kind mit seinen Gefühlen zu dir und zeigt diese offen, heißt das, dass es sich bei dir  sicher, geborgen und verstanden fühlt.

"Es macht mir immer große Sorgen, wenn Kinder ihre Gefühle vor ihren Eltern verbergen", schreibt van der Linden. "Oft ist das ein Zeichen für große Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung." Wenn dein Kind also zu dir kommt, solltest du nicht versuchen, seine Gefühle zu überspielen oder dein Kind abzulenken. Stattdessen solltest du deinem Nachwuchs zeigen, dass du seine Gefühle ernst nimmst und immer ein offenes Ohr für diese hast.

➤ 2. Dein Kind kommt zu dir, wenn es ein Problem hat
Es klingt simpel, ist aber enorm wichtig: "Ich weiß, dass Eltern einen super Job machen, wenn sie die erste Anlaufstelle für jegliche Probleme ihres Kind sind", schreibt van der Linden. Denn das heißt, dass du ein solides Grundgerüst oder Sicherheitsnetz erschaffen hast, zu dem dein Kind immer zurückkehren kann, wenn es Hilfe benötigt.

➤ 3. Dein Kind kann mit dir seine Gedanken und Gefühle besprechen, ohne deine Reaktion fürchten zu müssen
Dieser Punkt basiert auf den beiden vorher genannten Anzeichen. Manche Eltern beschränken unbewusst die Kommunikation mit ihrem Kind durch ihr Verhalten, indem sie beispielsweise auf manche Gefühle und Gedanken überreagieren oder sich selbst als Eltern gekränkt fühlen etc. Andere Eltern erscheinen ihren Kindern so sensibel, dass diese Mama und Papa nicht mit ihrem Gefühlsleben belasten wollen.

Nadene van der Linden schreibt: "Ich mache mir Sorgen, wenn Eltern sagen: 'Mein Kind ist mein Fels in der Brandung.' Eltern sind der Felsen; Kinder sollten nie der Fels für ihre Eltern sein." Versuche also, die Gedanken und Gefühle deines Kindes zu akzeptieren und zu unterstützen, ohne diese als Angriff auf dich selbst als Elternteil oder deinen Charakter zu sehen.

➤ 4.Dein Feedback ist nicht kritisch oder wertend
Gute Eltern geben ihrem Kind Feedback, das weder zu kritisch ist, noch abwertende Label wie "böse", "gierig" oder "faul" enthält.
Äußere Kritik an deinem Kind, fokussiere dich auf dessen Verhalten, nicht auf dessen Charakter. Sage: "Du hast alle Kekse aufgegessen, bevor jemand anderes die Chance hatte, einen zu probieren. Teilen ist für uns alle aber ganz wichtig. Fällt dir eine Möglichkeit ein, wie du das wieder gut machen kannst?" Anstatt: "Das war sehr gierig von dir. Heute gibt es kein Abendessen!"

➤ 5. Du ermunterst dein Kind dazu, seine Interessen und Talente zu verfolgen
Hobbys und Interessen helfen deinem Kind zu lernen, an einer Sache dranzubleiben. Sie geben ihm das Gefühl, etwas selbst und aus eigener Kraft geschafft zu haben.

Manchmal neigen Eltern dazu, ihren Kindern Hobbys aufzudrängen, die sie selbst gerne machen oder gemacht hätten. Doch das kann gehörig schief gehen. Das Kind kann sich unter Druck gesetzt fühlen, sich vorkommen wie eine große Enttäuschung und denken, dass seine eigenen Wünsche und Interessen nichts wert sind.

➤ 6. Du stellst Grenzen auf, um das Wohlergehen deines Kindes zu schützen
Gute Eltern leiten das Verhalten ihres Kindes, indem sie gut durchdachte Grenzen setzen. Denn Kinder ohne Grenzen fühlen sich oft verloren. Grenzen und Regeln helfen Kindern, sich geliebt und geschätzt zu fühlen – auch wenn sie manchmal gegen die Beschränkungen rebellieren.

➤ 7. Du machst deine Fehler wieder gut
Jeder macht Fehler. Auch die besten Eltern werden Fehler machen. Viele Fehler. Das Ausschlaggebende ist: Gute Eltern stehen für ihre Fehler ein und versuchen, diese zu reparieren.

Wenn du also einmal dein Kind anschreist oder überreagierst, ist es wichtig, diesen Bruch in der Beziehung wieder zu kitten. Das heißt auch: Sich für den eigenen Fehler beim Kind zu entschuldigen. Erkläre deinem Kind, warum es zu diesem Fehlverhalten kam und wie deine Gefühle in diesem Moment ausgesehen haben.

Vergleiche bringen nichts

Auch wenn es verlockend ist, nach Parametern zu suchen, die dir eindeutig attestieren, dass du eine gute Mama oder ein guter Papa bist... aber die "richtige Ernährung", der Lesefortschritt deines Kleinen oder der Sieg im nächsten Fußballspiel sagen überhaupt nichts über euch als Eltern aus. Denn Liebe, Fürsorge und eine gute Eltern-Kind-Beziehung lassen sich nicht an einer Messlatte ablesen.

Worum es eigentlich geht, was wirklich wichtig ist, ist, einen Ort, eine Familie, zu erschaffen, an dem sich dein Kind geborgen und sicher fühlt. Damit es so zu einem eigenständigen, respektvollen und selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen kann. Es geht um eine lebenslange Beziehung, die nicht von externen Ereignissen, Dingen oder Ergebnissen abhängt, sondern von Liebe, Respekt und Verbundenheit.

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