Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
"Maid": 5 Dinge, die die Netflix-Serie genial machen

"Maid": 5 Dinge, die die Netflix-Serie genial machen

Serienhype

Auch wenn (berechtigterweise) alle über "Squid Game" reden, gibt es eine weitere Serie, die im Sturm die Netflix-Charts erobert. Wieso es höchste Zeit wird, mehr über "Maid" zu sprechen!

Inspiriert vom Bestseller "Maid: Hard Work, Low Pay, and a Mother’s Will to Survive" von Stephanie Land, erzählt die zehnteilige Miniserie "Maid" die Geschichte der jungen Mutter Alex. Sie flieht mit Tochter Maddy vor ihrem drogenabhängigen, gewalttätigen Partner, um ein neues, selbstbestimmtes und besseres Leben aufzubauen, und muss dabei gegen ein kaputtes System ankämpfen, das alle Menschlichkeit verloren zu haben scheint.

"Maid" läuft seit dem 1. Oktober und könnte laut Netflix in den ersten vier Wochen ganze 67 Millionen Haushalte erreichen. Damit steht die Serie kurz davor, die meistgeschaute Mini-Serie auf Netflix zu werden und sogar den Erfolg von "Das Damengambit" zu schlagen. Warum "Maid" so gut ankommt, dürfte viele Gründe haben, fünf davon möchte ich euch vorstellen.

#1: Keine Beschönigungen

"Maid" zeigt knallhart und ehrlich, wie mühsam das Leben als junge, alleinerziehende Mutter ohne Geld sein kann. Alex möchte für sich und Tochter Maddy ein neues Leben ohne den drogenabhängigen Partner Sean aufbauen, aber das ist ohne Geld, Betreuungshilfe und emotionale Unterstützung nahezu unmöglich. Ihre eigene Mutter ist bipolar und durch ihre wechselnden Stimmungsextreme keine verlässliche Bezugsperson, sondern eher ein weiteres "Pflegekind", auf das sie ein Auge haben muss. Dazu wird die junge Mutter vom Pech verfolgt: Ein Autounfall, eine schimmelbefallene Wohnung, ein Gerichtsverfahren – all das muss sie "nebenbei" noch bewältigen.

Aber auch wenn Alex' Leben ein – ich will an dieser Stelle auch so ehrlich wie die Serie sein – einziger Haufen Scheiße ist, verliert sie nicht die Kraft, weiterzumachen. Viele Stellen der Serie sind wirklich hart anzusehen, das ganze Pech von Alex ist wirklich unvorstellbar und unerträglich. Sie aber kämpft einfach weiter. Ganz still und ohne sich zu beschweren, gibt sie alles, wirklich alles, um ein besseres Leben für sich selbst und ihre Kleine zu ermöglichen. Die bedingungslose und unermessliche Liebe zu ihrer Tochter ist dabei ihr Motor, der sie auch in den schlimmsten Phasen unnachgiebig antreibt. Und das berührt einen als Zuschauer*in extrem.

# 2: Nicht engstirnig

Was die Serie nicht versucht, ist das klassische "Gut gegen Böse" zu spielen, was bei dieser Geschichte mit Sicherheit ein Leichtes gewesen wäre. Alex alkoholabhängiger Freund Sean ist nicht nur das fiese Arschloch, auf das wir Zuschauer*innen pausenlos sauer sein können. Auch er hat eine menschliche Seite, wird schwach und verletzlich gezeigt, als Opfer drogenabhängiger Eltern. Und auch die reiche Regina, die Alex als Reinigungskraft zunächst absolut unmenschlich behandelt, bekommt auf einmal eine tragische, extrem traurige Seite. Auf Alex manisch-depressive Mutter wird man als Zuschauer*in immer wieder wütend, gleichzeitig sehen wir auch, was es bedeutet, die Kontrolle über die eigene Gefühlswelt verloren zu haben und von einer psychischen Krankheit beherrscht zu werden.

# 3: Ein krankes System

"Maid" zeigt auch, wie düster und ungerecht es in unserer Welt zugeht. Und wie wenig Verständnis das US-amerikanische Sozialsystem für alleinerziehende Mütter aufbringt. Es offenbart sich ein wahrer Teufelskreis: Alex braucht finanzielle Unterstützung, um Maddy in die Kita zu stecken, damit sie sich einen Job suchen kann. Die finanzielle Unterstützung bekommt sie aber nur, wenn sie nachweisen kann, dass sie einen Job hat. Wie aber soll sie einen Job finden, wenn sie keine Betreuungsmöglichkeit für ihre Tochter hat?

Katja Nauck

"Maid" zeigt, wie privilegiert ich bin

Wir tauchen in ein soziales Milieu ein, das selten in Serien portraitiert wird und man bekommt einen interessanten Einblick in das US-amerikanische Sozialsystem und wie hart es ist, da aus eigener Kraft wieder herauszukommen, wenn niemand an dich glaubt. Da wird mir klar, wie privilegiert ich bin, weil ich mein Kind in einer Partnerschaft erziehe und wir uns gegenseitig unterstützen können. Welch enorme Kraft und Stärke es braucht, ein Kind groß zu ziehen, wenn man weder eine Ausbildung hat und keine emotionale noch finanzielle familiäre Unterstützung."

Ebenfalls wird in vielen Szenen deutlich, wie extrem die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht. Alex braucht jeden Cent, um sie und ihre Tochter überhaupt ernähren zu können, ist sogar auf Essensmarken angewiesen und klappt eines Tages beim Putzen im Haus der reichen Regina zusammen, weil sie kein Frühstück hatte. Regina hingegen backt für Thanksgiving ganze sieben Kuchen, die, wie sie selbst erklärt, weniger zum Essen als zur Deko dienen. Immer wieder sehen wir in "Maid" solche Szenen, die die Absurdität unserer geteilten Gesellschaft verdeutlichen.

# 4: Was ist eigentlich Gewalt?

"Maid" thematisiert auch das Thema häusliche Gewalt in Beziehungen. Sean misshandelt Alex auf emotionaler Ebene, brüllt sie an, zerstört Gegenstände, macht ihr Angst. Alex möchte zunächst nicht in ein Frauenhaus flüchten, weil sie ja nicht "richtig" misshandelt wurde. In vielen Rückblenden sehen wir aber, wie heftig Alex unter Seans Wutausbrüchen und seinem Drogenkonsum gelitten haben muss und es stellt sich die Frage, wieso wir als Gesellschaft Gewalt oft erst dann ernst nehmen, wenn sie physisch wird, wenn sie körperlich sichtbar wird.

Wenn auch du Opfer von häuslicher Gewalt bist oder betroffene Personen kennst, findest du hier Hilfe.

# 5: Mutter-Tochter-Gespann

Nicht zuletzt solltet ihr euch die Serie auch wegen der großartigen Hauptdarstellerin Margaret Qualley ansehen, die die Rolle der jungen, verzweifelten aber gleichzeitig kämpferischen Mutter Alex einfach perfekt verkörpert. Sie spielt die Rolle so überzeugend, dass wir als Publikum uns ihr extrem verbunden fühlen, mit ihr leiden, mit ihr lachen. Vielen dürfte sie aus Quentin Tarantinos "Once upon a time in Hollywood" (2019) bekannt sein, in welchem sie ein Hippie-Mädchen spielt, dass von Cliff Booth (Brad Pitt) im Auto mitgenommen wird.

Und auch die Rolle von Alex bipolaren, esoterischen Mutter Paula ist mit Schauspielerin Andie MacDowell ("Täglich grüßt das Murmeltier") einfach optimal besetzt. Schließlich spielt sie die Rolle nicht nur super überzeugend – Andie MacDowell ist auch im echten Leben Margaret Qualleys Mutter.

"Maid" mag für euch nun ziemlich deprimierend und schwerfällig klingen. Das ist die Serie aber nicht ausschließlich. Die hohen Streamingzahlen beweisen, dass die Serie es trotz der schwierigen Thematik schafft, das Publikum mitzureißen und zu unterhalten.

Wer mit "Maid" durch ist, kann sich schon langsam auf die Weihnachtszeit freuen. Diese Weihnachtsfilme laufen exklusiv bei Netflix:

Bilder-Quiz: Eltern erkennen diese Details sofort. Du auch?

Bildquelle: NETFLIX © 2021

Na, hat dir ""Maid": 5 Dinge, die die Netflix-Serie genial machen" gefallen, weitergeholfen, dich zum Lachen oder Weinen gebracht? Dann hinterlasse uns doch ein Like oder teile den Artikel mit anderen netten Leuten. Wir freuen uns sehr über dein Feedback – und noch mehr, wenn du uns auf Pinterest, Facebook, Instagram, Flipboard und Google News folgst.

Galerien
Lies auch
Teste dich