Ausschabung – die häufigsten Fragen und Antworten

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Ausschabung – die häufigsten Fragen und Antworten

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Ausschabung - wann der Eingriff nötig ist, wie er abläuft und was du danach beachten sollten.

Die Ausschabung der Gebärmutter ist ein operativer Routineeingriff, bei dem die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutterhöhle und dem Gebärmutterhals entfernt wird. Je nachdem, welches Instrument der Arzt verwendet, wird die Operation als Abrasio oder Kürettage bezeichnet.

Wann ist eine Ausschabung notwendig?

  • Nach einer Fehlgeburt: Um das Infektionsrisiko nach einer Fehlgeburt zu minimieren, wird in manchen Fällen eine Ausschabung durchgeführt, wenn der Embryo oder der Mutterkuchen nicht vollständig abgegangen sind.
  • Diagnostik: Die bei der Ausschabung entnommenen Gewebeproben werden feingeweblich untersucht. So können hormonelle Störungen, gutartige Polypen der Gebärmutter, Myome aber auch bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut (Gebärmutterkrebs/ Endometriumkarzinom) erkannt werden.
  • Schwangerschaftsabbruch: Direkt nach einem Schwangerschaftsabbruch wird in vielen Fällen eine Ausschabung vorgenommen, um sicher zu gehen, dass Embryo und Plazenta vollständig entfernt wurden. Diese Methode wird Saugkürettage genannt.

Wie läuft eine Ausschabung ab?

Die Ausschabung erfolgt in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose und dauert nur ca. fünf bis 15 Minuten. Nach dem Aufdehnen des Muttermundes entfernt der Arzt mit einem scharfen (Abrasio) oder einem stumpfen Löffel (Kürettage) die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut. Diese kann dann im Anschluss an die Ausschabung untersucht werden. In den meisten Fällen müssen Sie für eine Ausschabung nicht stationär ins Krankenhaus, der Eingriff kann ambulant in einer gynäkologischen Praxis oder Klinik durchgeführt werden.

Eine Abtragung der Gebärmutterschleimhaut ist im Übrigen für den Körper ganz normal, da die Schleimhaut auf natürliche Weise monatlich in Form der Regelblutung abgestoßen wird.Grundsätzlich ist eine Ausschabung ein kurzer, komplikationsarmer Eingriff, es kann aber sein, dass Sie sich danach aufgrund der Narkose müde und erschöpft fühlen. Sehr selten wird die Gebärmutter verletzt, wobei diese Verletzungen meist ohne Schwierigkeiten abheilen.

Was sollte man nach einer Ausschabung beachten?

Leichte Blutungen nach einer Ausschabung sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Treten jedoch Fieber, starke Schmerzen und starke Blutungen auf, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, um die Beschwerden abklären zu lassen.
Da der Muttermund noch leicht geöffnet ist, besteht nach der Ausschabung ein erhöhtes Infektionsrisiko durch in die Gebärmutter aufsteigende Keime. Sie sollten deswegen die ersten drei Wochen auf Sauna- und Schwimmbadbesuche sowie Tampons verzichten.

Periode und Schwangerschaft nach der Ausschabung

Normalerweise bekommen Sie Ihre nächste Periode in einem Zweitraum von vier bis acht Wochen nach der Ausschabung. Aber auch ohne Regelblutung können Sie schwanger werden! Nach einer Ausschabung heißt es also konsequent verhüten, wenn Sie keine Schwangerschaft planen.Nach einer Fehlgeburt und nachfolgender Ausschabung galt lange, dass die betroffenen Frauen drei Monate bis zum nächsten Versuch warten sollten. Diese Ansicht ist veraltet, das Risiko für eine erneute Fehlgeburt ist in den ersten drei Monaten nicht erhöht.* Trotzdem sollten Sie sich, Ihrem Körper und auch der Seele ein bisschen Zeit geben, bevor Sie den Kinderwunsch erneut in Angriff nehmen. Sinnvoll kann es sein, bis nach der ersten normalen Regelblutung zu warten.

(*nach einer Langzeitstudie der Universität von Aberdeen)

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