Plazenta: Der Mutterkuchen für das Ungeborene

Mamas Wunderorgan

Plazenta: Der Mutterkuchen für das Ungeborene

Die Plazenta sorgt während der Schwangerschaft dafür, dass das Ungeborene mit Nährstoffen versorgt und vor Schadstoffen geschützt wird. Aber das ist noch längst nicht alles, was dieses Wunderorgan kann.

Die Plazenta bildet ist die Verbindung vom müttelichen zum kindlichen Kreislauf.

Woher die Bezeichnung "Mutterkuchen" für die Plazenta stammt, lässt sich leicht erklären: Der Begriff Plazenta kommt aus dem Lateinischen (placenta) und bedeutet soviel wie "Kuchen". Er ernährt den Fötus und späteren Embryo von Beginn der Schwangerschaft bis zur Abnabelung nach der Geburt.

Die Plazenta - Ein Organ auf Zeit

Es ist wirklich erstaunlich, wie die Plazenta aufgebaut ist und wie sie funktioniert: Sie ist ein Organ, das sich einzig und allein während einer Schwangerschaft bildet. Nach Abschluss der Schwangerschaft, also mit der Geburt des Kindes, verliert sie an Funktion und wird vom Körper ausgestoßen.

Die Plazenta besteht aus mütterlichem und embryonalem Gewebe

Bereits in den ersten Schwangerschaftswochen bildet sich die Plazenta aus den sogenannten Trophoblasten, also dem äußeren Teil der Zellkugel, die nach der Einnistung wächst. Die Zotten - das sind wurzelähnliche Fortsätze - der Trophoblasten dringen ins Gewebe der Gebärmutter ein und verankern sich: Die Plazenta wächst dort fest. Nun entwickelt sich das Gewebe weiter, bis es ungefähr in der 14. Schwangerschaftswoche seine endgültige Struktur erreicht hat.

Meistens ist die Plazenta scheibenförmig, sie kann aber auch ring- oder gürtelförmig sein. Ihre Dicke beträgt ungefähr drei Zentimeter. Bis zur Geburt wächst die Plazenta mit dem Kind und kann am Ende der Schwangerschaft einen Durchmesser von 15 bis 25 cm haben und zwischen 500 bis 600 Gramm wiegen.

Die Lage der Plazenta in der Gebärmutter

Je nachdem, an welcher Stelle der Gebärmutter sich die Eizelle einnistet, kann die Plazenta an verschiedenen Stellen anwachsen. Meistens liegt sie gegenüber dem Muttermund im oberen Teil der Gebärmutter. Sie kann sich aber an der Seiten- sowie Hinter- und Vorderwand festsetzen, dann spricht man von einer Vorderwandplazenta oder einer Hinterwandplazenta. Das ist völlig komplikationslos. Problematisch kann es nur werden, wenn die Plazenta zu tief sitzt, so dass sie den Muttermund bedeckt. Bei der so genannte Placenta praevia ist eine natürliche Geburt nicht möglich. Außerdem besteht hier das Risiko einer vorzeitigen Plazentaablösung.

Welche Rolle spielt die Plazenta während der Schwangerschaft?

Die Plazenta hat vom Anbeginn der gesamten Schwangerschaft wichtige und für das entstehende Baby lebenserhaltende Aufgaben:

Die Plazenta versorgt und schützt das Kind

Die Plazenta versorgt den Embryo mit wichtigen Nährstoffen, die sein Überleben sichern und seine Entwicklung ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Sauerstoff, Mineralstoffe, Vitamine, Glukose und Aminosäuren. Auch wichtige Antikörper, die dem Baby nach der Geburt den Nestschutz sichern, werden über die Plazenta von Mutter zu Kind weitergebeben.

Das alles geschieht über den mütterlichen Blutkreislauf und die Nabelschnur.

Aber: Bei einer gesunden Plazenta gibt es keinen direkten Kontakt zwischen dem Blut der Mutter und dem des Kindes. Doch wie funktioniert die Nährstoffanlieferung dann? Über den Prozess der Diffusion. Dieser Begriff dürfte einigen noch aus dem Biologie-Unterricht bekannt sein. Kurz erklärt: Die Plazenta-Zotten werden vom mütterlichen Blut umspült. Dabei gehen die Nährstoffe der Mutter als winzige Moleküle durch die dafür durchlässigen Wände der Blutgefäße in den kindlichen Blutkreislauf über. Die sogenannte Plazentaschranke sorgt dabei dafür, dass nur die winzigen Nährstoff- und Antikörpermoleküle an das Kind weitergegeben werden. Gift- und Schadstoffe, Krankheitserreger und Bakterien werden weitgehend herausgefiltert.

Die Plazenta versorgt das Baby jedoch nicht nur mit frischen Nährstoffen, sie nimmt auch Abfallprodukte aus dem kindlichen Kreislauf zurück und gibt sie an den mütterlichen Kreislauf weiter. Dort werden sie dann abgebaut oder ausgeschieden.

Die Plazenta erhält die Schwangerschaft

Neben der Versorgung des Embryos produziert die Plazenta auch verschiedene Hormone, die die Schwangerschaft aufrechterhalten. Dazu zählen beispielsweise das Gelbkörperhormon Progesteron, welches die Regelblutung unterdrückt. Auch das sogenannte humane Plazenta-Laktogen, kurz HPL, wird im Mutterkuchen gebildet. Es ist etwa ab der 8. Schwangerschaftswoche im Körper der Mutter nachweisbar und bereitet die mütterliche Brust auf die Produktion der Muttermilch und das Stillen vor.

Hormone in der Schwangerschaft: so wirken sie

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Und weil die Plazenta so wichtig ist für die gesunde Entwicklung des Babys, untersucht sie der Arzt bei jeder Ultraschall-Untersuchung mit. Dabei erkennt er, ob sie richtig liegt, sie gut arbeitet oder ob vielleicht eine Plazentainsuffizienz (LINK) vorliegt.

Die Plazenta nach der Geburt

Etwa 10 bis 30 Minuten nach der Geburt des Kindes wird die Plazenta als "Nachgeburt" geboren. Meistens tut das nicht mehr weh. Sollte sich die Plazenta nicht von selbst lösen, helfen zum Beispiel folgende Tricks:

  • Das Kind wird zum Stillen angelegt.
  • Die Hebamme zieht leicht an der Nabelschnur.
  • Die Hebamme massiert die Gebärmutter
  • manuelle Stimulation der Brustwarzen
  • Akupunktur
  • homöopathische Mittel
  • Fußreflexzonenmassagen

Ist die Plazenta geboren, wird sie von der Hebamme oder dem Arzt gründlich auf ihre Vollständigkeit untersucht. Keine Rückstände dürfen im Körper der Mutter verbleiben, da sie sich dprt entzünden könnten. Erst, wenn die Plazenta vollständig aus dem Körper der Mutter entfernt ist, gilt die Geburt als beendet.

Wenn du möchtest und es der Hebamme rechtzeitig mitteilst, kannst du die Plazenta mit nach Hause nehmen um sie dem Brauch entsprechend im Garten zu vergraben und einen Baum darauf zu pflanzen. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, aus dem Gewebe der Plazenta homöopathische Mittel herzustellen, welche später die Selbstheilungskräfte bei Krankheiten in Gang setzen sollen.

Vorderwandplazenta und Hinterwandplazenta

Der Mutterkuchen ist nicht immer scheibenförmig. Er kann zum Beispiel auch ring- oder gürtelförmig sein. Ebenso kann die Lage der Plazenta variieren. Ja nach Position kann es individuell eine Voderwand- oder eine Hinterwandplazenta oder die Plazenta Praevia sein.

Hier gibt es mehr Informationen zur Vorderwandplazenta

Hier gibt es mehr Informationen zur Hinterwandplazenta

Hier gibt es mehr Informationen zur Plazenta Praevia

Bildquelle:

Getty Images

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