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Stichwort Koffein!

Ist es gefährlich fürs Baby, wenn ich während der Schwangerschaft Kaffee trinke?

© Getty Images / AleksandarGeorgiev
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Ob als Wachmacher am Morgen oder zwischendurch, viele von uns möchten auf ihren täglichen Kaffee nicht verzichten. Kaum ist der Schwangerschaftstest positiv, fragt sich aber so manche werdende Mama: Kann ich in den Monaten mit Baby im Bauch überhaupt zu koffeinhaltigen Getränken greifen – oder riskiere ich damit, dem Kind zu schaden oder sogar eine Fehlgeburt zu erleiden? Die Kurz-Antwort: Komplett verzichten musst du nicht. Worauf du aber achten solltest, und warum.

Die gute Nachricht für Kaffee-Fans: Die meisten Schwangeren brauchen nicht komplett auf ihr Lebenselixier zu verzichten. Allerdings sollten sie den Konsum ihrem Baby zuliebe auf maximal zwei kleine Tassen am Tag beschränken – weniger oder gar kein Koffein ist allerdings noch besser. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) rät ganz konkret, eine Dosis von 200 mg Koffein am Tag nicht zu überschreiten. Und das gilt auch schon in der Frühschwangerschaft.

Zu viel Kaffee in der Frühschwangerschaft begünstigt Studien zufolge Fehlgeburten

Wenn du deinen Kaffee über alles liebst und ihn am liebsten morgens, mittags, abends trinkst, dann musst du jetzt tapfer sein: Gerade in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft steigt das Risiko einer Fehlgeburt, wenn mehr als zwei Tassen Kaffee pro Tag getrunken werden. Es verdoppelt sich sogar, wie eine 2016 veröffentlichte Studie der US-Gesundheitsinstitute (NIH) und der University of Ohio ergab.

Die Gefahr geht vom Koffein aus – deshalb darfst du auch schwarzen oder grünen Tee, Matetee, Eistee oder koffeinhaltige Erfrischungsgetränke wie Cola nicht außer Acht lassen, wenn es ums Maß halten geht. Energydrinks sind in der Schwangerschaft sowieso tabu. Sogar Kakaobohnen enthalten geringe Mengen Koffein. Je höher der Kakaogehalt, desto mehr Koffein ist in einer heißen Schokolade drin – deutlich weniger als in Kaffee und Tee, aber wenn du sie gerne trinkst, achte auf die Mengen.

Die Forscher aus Ohio ermittelten 200 Milligramm Koffein als Höchstgrenze – was den maximal empfohlenen zwei Tassen (nicht Riesenbechern) Kaffee pro Tag entspricht.

Gut zu wissen

 

Kaffee ist natürlich nicht gleich Kaffee: Je 100 Milliliter enthält ein...

  • Filterkaffee rund 45 mg Koffein
  • Instantkaffee rund 52 mg Koffein
  • Latte Macchiato rund 11 mg Koffein
  • Espresso rund 110 mg Koffein

Dies sind Durchschnittswerte, die von der Zubereitungsart und Dosierung abhängen. Genieß deinen Kaffee also am besten nicht hochkonzentriert, sondern verdünnt – oder schwenke um auf entkoffeinierten Kaffee.

Warum Koffein dem Baby schaden kann

Vielleicht fragst du dich: Warum ist zu viel Koffein in der Schwangerschaft so ein Problem? Inwiefern genau Koffein dem Embryo bzw. Fötus Schaden zufügt und eine Fehlgeburt auslösen kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Möglicherweise hemmt es die Blutzufuhr in der Plazenta und stört das Zellwachstum. Erwiesen ist, dass das Koffein ungehindert vom Blutkreislauf der Mutter in den des Babys gelangt, weil es die Plazenta passieren kann.

Das heißt, dein Baby reagiert darauf ähnlich wie du:

  • sein Herzschlag beschleunigt sich,
  • sein Nervensystem wird durchs Koffein angeregt
  • und es kann überstimuliert und unruhig werden.

Das hält deutlich länger an, als bei seiner Mutter, weil der kleine Körper Koffein noch nicht verstoffwechseln kann. Wer sich das einmal bewusst macht, kann seinen Kaffeedurst oft leichter zügeln.

Auch wenn ein zu hoher Kaffeekonsum natürlich nicht zwangsläufig zu einer Fehlgeburt führt, kann er immer noch ein geringeres Geburtsgewicht zur Folge haben. Das gilt sogar für die als sicher geltende Menge von zwei Tassen pro Tag, wie eine norwegische Studie aus dem Jahr 2013 belegt. In einer britischen Studie beobachteten Forscher das bei rund 20 Prozent aller Frauen, die in der Schwangerschaft bis zu 200 Milligramm Koffein am Tag konsumierten.

Hierbei handelt es sich zwar lediglich um Größenordnungen von einem um 50 bis 90 Gramm verringerten Geburtsgewicht. Und das spielt bei einem gesunden Kind in den allermeisten Fällen keine entscheidende Rolle. Riskant kann es allerdings dann werden, wenn das Baby krank ist oder zu früh auf die Welt kommt. Dann zählt jedes Gramm.

Schadet Koffein auch der Schwangeren?

Hast du Kaffee bisher immer gut vertragen, bedeutet das nicht, dass das während der Schwangerschaft so bleibt. Dein Körper verändert sich in diesen Monaten und er ändert auch seine Vorlieben. Übelkeit und Schwindelgefühle sind ebenso wie Bluthochdruck Grund genug, vom Kaffee ganz die Finger zu lassen, da er diese Probleme verschlimmern könnte. Bisweilen hilft die Natur auch einfach nach: Plötzlich schmeckt manchen der geliebte Kaffee gar nicht mehr.

Nicht zu unterschätzen: Kaffeekonsum vor der Zeugung

Die Wissenschaftler der Ohio-Studie aus dem Jahr 2016 lieferten sogar Belege dafür, dass auch Kaffee, der bereits vor der Empfängnis getrunken wurde, das Risiko von Fehlgeburten erhöhen kann. Dabei geht es nicht nur um die Tassen, die die zukünftige Mutter geleert hat, sondern auch der Vater!

"Der Konsum koffeinhaltiger Getränke durch den Mann, der das Kind zeugt, ist ebenso eng wie bei der Frau mit dem Verlust des Fötus verknüpft", betonte Germaine Buck Louis, Leiterin der Studie, in einer Erklärung zu ihren Forschungsergebnissen.

Auch hier sind zwei Tassen mit koffeinhaltigen Getränken pro Tag die magische Grenze. Trinken die zukünftigen Eltern in den Wochen vor der Zeugung ihres Babys regelmäßig deutlich mehr, steigt das Fehlgeburtsrisiko.

Paare, die sich ein Baby wünschen, sollten also rechtzeitig damit beginnen, ihren Kaffeekonsum zu drosseln, auf koffeinfreien Kaffee umzusteigen oder gesunde koffeinfreie Alternativen wie Kräutertee für sich zu entdecken. Dann fällt es in der Schwangerschaft umso leichter, ganz auf Kaffee und koffeinhaltige Getränke zu verzichten oder möglichst wenig davon zu trinken. Das gilt übrigens auch für Stillende. Genauso wie der Tipp, zu nährstoffreichen Lebensmitteln zu greifen, die Omega-3-Fettsäuren, Eisen und Folsäure enthalten.

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