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Anzeichen wahrnehmen

Vorzeitige Wehen: So lassen sich Frühwehen erkennen und behandeln

Viele werdende Mamas machen sich Gedanken um vorzeitige Wehen. Und das ist auch ganz normal, denn Wehen vor der 38. Schwangerschaftswoche können harmlos sein. Aber manchmal können sie auch zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Trotzdem: In vielen Fällen lassen sie sich gut behandeln. Wie du vorzeitige Wehen erkennst und welche Möglichkeiten zur Behandlung es gibt.

Viele Mamas haben vorzeitige Wehen – und die gute Nachricht ist, dass sie sich oft gar nicht auf den Muttermund auswirken. Damit das so bleibt, ist es aber wichtig sie schnell zu erkennen. Denn nicht immer sind die Wehen schmerzhaft. Und meistens lassen sie nur nach, wenn die Ursache bekämpft werden kann. Das Gute: Für viele von uns bedeutet das, Stress reduzieren und mehr Ruhe schaffen. Wie dir das gelingt, welche Mittel gegen vorzeitige Wehen helfen können und wie du damit umgehst, wenn die Wehen nicht nachlassen.

Anzeichen für vorzeitige Wehen

Wenn du dir unsicher bist, ist eine Untersuchung die beste Möglichkeit, vorzeitige Wehen zu erkennen. Bei diesen Anzeichen ist das aber besonders wichtig:

  • Menstruationsartige Schmerzen im Unterleib
  • Ziehen oder Schmerzen im unteren Rücken oder Lendenbereich
  • Ein harter Bauch, der mehr als 3 mal pro Stunde oder 10 mal pro Tag auftritt
  • Die Abstände zwischen den Wehen verkürzen sich
  • Bräunlicher oder rosa Ausfluss

Wichtig: Schon eins der Symptome kann auf vorzeitige Wehen hindeuten. Deshalb ist es ist es gut, zügig deine Ärztin oder Hebamme aufzusuchen.

Habe ich Übungswehen oder vorzeitige Wehen?

Vorzeitige Wehen können sich zu jedem Zeitpunkt deiner Schwangerschaft bemerkbar machen. Ab der 20. SSW etwa treten öfters Übungswehen, auch Braxton-Hicks-Wehen genannt, auf. Sie sind ganz normal und ein Zeichen, dass dein Körper sich auf die Geburt deines Kindes vorbereitet. Auch kann es sein, dass dein Bauch öfters hart wird, wenn du dich zu sehr anstrengst. Oder das Ziehen deiner Mutterbänder für echte Wehen hältst.

Da wir alle ein sehr unterschiedlich starkes Schmerzempfinden und Körperempfinden haben, lassen sich verschiedene Wehenarten schwer unterscheiden. Deshalb ist es wichtig, dass du bei Unsicherheiten deine Frauenärztin oder Hebamme aufsuchst. Mithilfe einer Untersuchung lässt sich leicht feststellen, ob du Übungswehen oder vorzeitige Wehen hast.

Was passiert bei der Wehen-Untersuchung?

Zunächst das Wichtigste: Es ist ganz normal, in der Schwangerschaft öfters den Rat deiner Ärztin oder Hebamme zu suchen, auch kurzfristig. Zunächst wird man überprüfen, wie lang dein Gebärmutterhals ist und ob dein Muttermund verschlossen ist. Ein verkürzter Gebärmutterhals und ein weicher Muttermund zeigen vorzeitige Wehen an, die behandelt werden sollten, um eine Frühgeburt zu vermeiden. Zusätzlich wird die Aktivität deiner Gebärmutter am Wehenschreiber, auch Cardiotokogramm oder CTG genannt, überprüft. Hier wird nicht auf die Stärke der Wehen, sondern die Abstände geschaut. Hieraus kann deine Ärztin abschätzen, ob eine weitere Behandlung nötig ist.

Was sind die Auslöser für vorzeitige Wehen?

In der Regel ist es nicht eine einzige Sache, sondern das Zusammenspiel vieler Faktoren, die an vorzeitigen Wehen und auch Frühgeburten beteiligt sind. Deswegen gehen Ärzte davon aus, dass eine Vorbeugung meist unmöglich ist. Man kennt aber einige Risikofaktoren, die zu vorzeitigen Wehen führen können:

Auch eine hohe Menge an Fruchtwasser und eine Mehrlingsschwangerschaft erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt. Oft können Ärzte aber nicht genau sagen, was die vorzeitigen Wehen auslöst.

Wie lassen sich vorzeitige Wehen behandeln?

Die Behandlung von vorzeitigen Wehen hängt von ihrer Ursache und Schwere ab. Sehr starke, muttermundwirksame Wehen können auch mit medizinischen Maßnahmen oft nur wenige Tage lang hinausgezögert werden. Meistens werden die Wehen aber erkannt, bevor sie zur Öffnung des Muttermundes führen.

Besonders wenn Stress oder körperliche Anstrengung dominante Auslöser sind und wenn sich die Wehentätigkeit noch nicht auf den Muttermund ausgewirkt hat, wird meist zunächst die Einnahme von Magnesium und Schonung empfohlen.

Das hilft bei vorzeitigen Wehen

  • Hebammentee Baldrian: Die Mischung nach Hebamme Ingeborg Stadelmann wirkt beruhigend und entspannt die Gebärmutter. Ihr findet den Tee in der Apotheke oder online bei der Bahnhof-Apotheke Kempten.
  • Bryophyllum: Das pflanzliche Pulver bekommst du ebenfalls in der Apotheke. Bryophyllum wird von Hebammen traditionell bei vorzeitigen Wehen eingesetzt und wird auch gegen Stress und Überlastung verwendet.
  • Magnesium: Die Dosierung solltest du mit deiner Ärztin absprechen. Magnesium wird gegen Stress und Krämpfe und auch in der Schwangerschaft oft vorbeugend gegen Wehen eingesetzt. Bei vorzeitigen Wehen kann eine erhöhte Dosis helfen, diese zu mildern, besonders, wenn Stress einer der auslösenden Faktoren ist.
  • Schonung: Meist musst du keine strikte Bettruhe halten, solltest aber so wenigen physischen Tätigkeiten wie möglich nachgehen und dich so oft wie möglich hinlegen.
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Meine Erfahrung mit vorzeitigen Wehen

Ich hatte in meiner ersten Schwangerschaft ab dem 5. Monat immer wieder einen harten Bauch und einen verkürzten Gebärmutterhals, was zunächst mit Magnesium und Bettruhe behandelt wurde. Ab dem 7. Monat habe ich dann endlich eine Hebamme gefunden, die mir sofort Bryophyllum und Hebammentee Baldrian 'verschrieb'.

Die Kombination hat sofort geholfen und meine Zervix hat sich innerhalb der nächsten Wochen sogar wieder verlängert. Aber auch das Gefühl, Hilfe zu bekommen und selber etwas tun zu können, war für mich extrem wichtig. Und so haben es mein Kleiner und ich es bis zur 37+6 und einem perfekten Geburtsgewicht von 3.400 g geschafft. Deshalb ist mein Rat: Sucht euch so früh wie möglich Unterstützung von einer Hebamme und holt euch den Ratgeber von Ingeborg Stadelmann zum Nachlesen für alle Situationen:

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Behandlung bei möglicher Frühgeburt

Bei einem verkürzten Gebärmutterhals oder einem geöffneten Muttermund besteht ein hohes Frühgeburtsrisiko, sodass eine stationäre Behandlung häufig die beste Option ist. Diese Methoden werden meist angewendet:

  • Kortisonspritze: Die sogenannte Lungenreifespritze wird der Mutter verabreicht und kann das Baby auf eine mögliche Frühgeburt vorbereiten. Kortison beschleunigt die Entwicklung der kindlichen Atemwege und verringert sein Risiko einer Hirnblutung nach der Geburt. Nebenwirkungen sind sehr selten, sodass die Spritze sehr häufig eingesetzt wird.
  • Tokolyse: Die Gabe von Wehenhemmern, auch Tokolytika genannt, kann die Wehentätigkeit abmildern. Tokolytika werden generell nur kurzzeitig angewendet, weil sie einen starken Einfluss auf den Kreislauf der Mutter haben und langfristig den Geburtsprozess nicht aufhalten können.
  • Cerclage: Der operative Verschluss des Muttermunds mit einem Kunststofffaden kann zwischen der 15. und 28. Schwangerschaftswoche bei einem weichen Muttermund erfolgen. Die Wirksamkeit der Cerclage ist mittlerweile umstritten, weshalb sie nicht immer die beste Option ist und bei einem bereits geöffnetem Muttermund meist nicht mehr eingesetzt wird.
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Tipps für die Bettruhe

In den wenigsten Fällen wird mittlerweile echte Bettruhe, bei der du nicht aufstehen sollst, empfohlen. Es geht eher darum, dich viel auszuruhen und Anstrengungen und Aufregung zu vermeiden. Trotzdem fühlt man sich schnell isoliert und hat auch noch viel mehr Zeit, sich Gedanken zu machen. Deshalb: Decke dich mit neuen tollen Serien, Büchern und Magazinen ein und lasse dich oft von lieben Menschen anrufen und besuchen. Das hält deinen Kopf frei und lässt die Zeit etwas schneller vergehen.

Wie kann man vorzeitigen Wehen vorbeugen?

Vorzeitige Wehen und auch Frühgeburten entstehen in der Regel aus einer Kombination mehrerer Faktoren, die nicht immer nachvollziehbar sind. Deshalb gibt es wenig, was man zur Vorbeugung tun kann. Wichtig ist es, alle Empfehlungen zur Gesundheit in der Schwangerschaft zu berücksichtigen:

  • Zahngesundheit: Am besten vor der Schwangerschaft Karies und Zahnfleischentzündungen behandeln und eine Zahnreinigung durchführen lassen. Wenn das nicht möglich ist, können fast alle Behandlungen und die Prophylaxe in der Schwangerschaft sicher durchgeführt werden. Auch die halbjährlichen Kontrollgänge nicht ausfallen lassen, denn Entzündungen im Mundbereich erhöhen das Frühgeburtsrisiko.
  • Auf Zigaretten, Drogen und Alkohol verzichten: Da du und dein Baby einen Blutkreislauf teilt, landen Schadstoffe ungefiltert bei deinem Kind.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Spätestens ab der 24. Schwangerschaftswoche wird deine Ärztin deine Zervixlänge ausmessen und bekommt einen Anhaltspunkt, ob du zu vorzeitigen Wehen neigst. Wenn du Bedenken aufgrund anderer Faktoren hast, ist es wichtig, diese direkt anzusprechen. Häufig hilft schon eine kleine Änderung im Alltag, manchmal ist eine medikamentöse Behandlung oder ein Attest sinnvoll, um eine Überlastung zu vermeiden.
  • Starke körperliche Belastung vermeiden: Auch wenn du dich fit fühlst, ist dein Körper in der Schwangerschaft weniger belastbar als sonst. Es ist wichtig, auch im Alltag viele Ruhepausen einzulegen und Hilfe anzunehmen. Sport ist in der Schwangerschaft erlaubt und gesund, sprich aber vorher mit deiner Ärztin, welchen Umfang sie für sinnvoll hält.
  • Scheideninfektionen vermeiden: In der Schwangerschaft ist die Scheide für Infektionen besonders anfällig, welche manchmal symptomfrei ablaufen können. Ausschließen lassen sich Scheideninfektionen durch einen Abstrich bei der Frauenärztin, der bei der Vorsorge durchgeführt wird. Dazwischen kannst du Änderungen in der Scheidenflora mit Teststreifen zweimal wöchentlich überprüfen, z. B. dem vaginalen ph-Selbsttest von Elanee (über Amazon). Atmungsaktive Unterwäsche aus Naturfasern wie z. B. die Engel Bikinislips aus Wolle und Seide (Amazon) und die Vermeidung von öffentlichen Whirlpools schränkt Risikofaktoren ein.

Was, wenn mein Baby jetzt zu früh kommt?

Auch wenn der Gedanke an eine Frühgeburt beängstigend ist, liegt die Rate in Deutschland bei ca. 9 %. Dank der stetig wachsenden frühmedizinischen Möglichkeiten überleben die meisten frühgeborenen Babys und wachsen gesund auf. Sehr viele Mütter werden von vorzeitigen Wehen überrascht, schaffen es aber mit den obigen Maßnahmen sogar mehrere Monate zu überbrücken und eine Frühgeburt zu verhindern. Jeder Tag, den dein Baby mehr in deinem Bauch verbringt, ist eine unbezahlbare Hilfe für seine Entwicklung.

Viele werdende Mamas fragen sich um den Geburtstermin: Geht es jetzt los? Sind das schon Anzeichen für die Geburt? Wir haben alle sicheren und unsicheren Zeichen für den Beginn der Geburt für dich auf einen Blick.

Quellen: Berufsverband der Frauenärzte e.V. www.bvf.de

Bei Stress kann Yoga echt Wunder bewirken. Probier es doch mal mit unseren 5 Übungen für die Schwangerschaft! (Wenn du vorzeitige Wehen hast, sprich aber erst mit deiner Ärztin und Hebamme, ob Yoga gut für dich ist).

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Bildquelle: Getty Images/Antonio_Diaz

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