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Untersuchungen in der Schwangerschaft: Welche sind sinnvoll?

Untersuchungen in der Schwangerschaft: Welche sind sinnvoll?

Alles auf einen Blick

Kaum finden wir heraus, dass wir schwanger sind, werden wir auch schon mit Prospekten und Terminen überhäuft. Damit ihr den Überblick behaltet, haben wir alle wichtigen Untersuchungen in der Schwangerschaft zusammengestellt. Denn eine gute Vorsorge in der Schwangerschaft ist wichtig, um sicherzustellen, dass es euch und eurem Baby gut geht. Welche Untersuchungen während der Schwangerschaft gemacht werden, wann sie anstehen und welche wirklich wichtig sind, erfahrt ihr bei uns.

Untersuchungen in der Schwangerschaft: 1. Ultraschall

Wenn euer Schwangerschaftstest positiv ist (das kann schon in der 4. SSW sein), könnt ihr euch die Schwangerschaft beim Frauenarzt bestätigen lassen. Das kann so früh passieren, wie ihr möchtet, hängt aber auch vom Arzt ab: Manche Gynäkolog*innen bestellen euch sofort in die Praxis, andere untersuchen erst ab der 7. SSW oder 8. SSW, wenn man den Dottersack und meist den darin liegenden Embryo per vaginalem Ultraschall erkennen und das Herzchen schlagen sehen kann.

Aber: Auch vorher könnt ihr euch untersuchen lassen. Der Arzt kann schon ab der 5. SSW sehen, ob eine erfolgreiche Schwangerschaft, eine Eileiterschwangerschaft oder ein Windei vorliegt.

Untersuchungen in der Schwangerschaft: Wie oft zum Termin?

In der Regel wird euch eure Frauenärztin, je nachdem, wie früh ihr von eurer Schwangerschaft erfahren habt, im ersten und zweiten Trimester alle vier Wochen sehen wollen. Wenn ihr Beschwerden oder Bedenken habt, kann dann ggf. auch ein kurzer Ultraschall gemacht werden. Ihr habt auch das Recht, alle oder einige Untersuchungen von eurer Hebamme durchführen zu lassen, wenn euch das lieber ist.

Ab der 32. SSW bekommt ihr dann in der Regel alle zwei Wochen einen Termin, bei dem auch die Herztöne eures Babys und eure Gebärmutter-Aktivität per CTG überprüft werden. Ab Beginn der Schwangerschaft wird euer Arzt folgende Untersuchungen vornehmen, die die Krankenkasse übernimmt:

  • Blutdruck
  • Gewicht
  • Blutwerte
  • Laborwerte: ggf. Toxoplasmose-Test, Zytomegalie-Test, Röteln-Antikörpersuchtest
  • Eisenwerte, Blutgruppe etc., die im Mutterpass vermerkt werden
  • Urinuntersuchung (auf Infektionen, Zucker, Eiweiß etc.)
  • Abtasten der Gebärmutter

Gerade bei Blutuntersuchungen ist es aber häufig der Fall, dass die Laborkosten privat gezahlt werden müssen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr die Termine auch abwechselnd bei der Hebamme und beim Arzt wahrnehmen. Oder alle regulären Schwangerschaftsuntersuchungen bei eurer Hebamme machen lassen und nur für die drei Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall und zur Frauenärztin gehen.

Bei Blutungen, Wehen, Schmerzen oder anderen Beschwerden kann euer Arzt euch auch außerhalb des Terminplans sehen und gegebenenfalls einen Ultraschall machen, wenn ihr euch Sorgen macht. Nur in medizinisch notwendigen Fällen wird dieser von der Kasse übernommen. Ultraschall-Untersuchungen außerhalb der drei Vorsorgeuntersuchungen sind möglich, werden aber privat abgerechnet.

Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaftsvorsorge in Deutschland sieht drei große Vorsorgeuntersuchungen vor, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Sie finden im dritten, sechsten und achten Monat statt und beinhalten neben dem Check-Up der Mama eine ausführliche Ultraschalluntersuchung eures Babys.

Wenn ihr Glück habt (und es wissen wollt!) könnt ihr rund um die 16. SSW – manchmal sogar früher – vielleicht schon das Geschlecht erkennen. Aber seid nicht enttäuscht: Viele Babys drehen sich vom Ultraschall weg. Es ist nicht selten, dass Eltern erst zur zweiten Vorsorgeuntersuchung oder sogar erst zur Geburt das Geschlecht ihres Kleinen erfahren.

Nackenfaltenmessung: Was wird gemacht?

Bei der Nackenfaltenmessung (auch Messung der Nackentransparenz) kann die Wahrscheinlichkeit genetischer Auffälligkeiten, speziell Trisomie 21, abgeleitet werden. Häufig findet sie zum Termin der Vorsorgeuntersuchung im ersten Trimester per Ultraschall statt, wenn ihr das wünscht. Aber auch wie beim Geschlecht eures Babys gilt: Ihr habt als Eltern bei allen Untersuchungen am Baby ein Recht auf Nichtwissen. Das bedeutet, ihr könnt die Nackenfaltenmessung ablehnen oder euch entscheiden, dass ihr die Ergebnisse nicht erfahren wollt.

Pränataldiagnostik und Feindiagnostik: Ja oder nein?

Spätestens zur ersten Vorsorgeuntersuchung gibt euch eure Ärztin dann auch Infos und Kontakte für die Feindiagnostik und weitere Möglichkeiten der Pränataldiagnostik mit. Der Begriff bezieht sich auf weiterführende, teilweise nicht von der Kasse übernommene Untersuchungen, die mögliche Krankheiten, Fehlentwicklungen und die Wahrscheinlichkeit genetischer Auffälligkeiten bestimmen können.

Als Eltern hat man dann leider meist nur ein kurzes Zeitfenster, um sich für oder gegen bestimmte Maßnahmen der pränatalen Diagnostik zu entscheiden. Deshalb ist es sicher gut, wenn ihr euch schon vorher über Ersttrimesterscreening, Organscreening und Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) informiert. Alle Untersuchungen haben für jede Familie individuell relevante Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt. Die Fruchtwasseruntersuchung kann in der Regel zwischen der 11. SSW und 17. SSW durchgeführt werden, das Organscreening zwischen der 20. SSW und 24. SSW. Alle Untersuchuchungen der Pränataldiagnostik findet ihr bei uns auf einen Blick:

Andere Länder, andere Sitten: Auch wenn wir manchmal bei dem übertriebenen Angebot für Schwangere die Augen rollen, genießen wird damit in Deutschland einen "Luxus", der in anderen Ländern seinesgleichen sucht. Denn auch wenn die vielen Termine überwältigend sind, können Ärzte und Hebammen uns beruhigen, wenn wir Beschwerden oder Sorgen haben, die außerhalb der Vorsorgetermine fallen. In welchem Umfang wir das zusätzliche Angebot nutzen, ist aber am Ende uns überlassen.

Schwangerschafts­mythen: Stimmt's oder stimmt's nicht?

Quellen:

Berufsverband der Frauenärzte e. V.

BMFSFJ

Deutscher Hebammen Verband

So war es bei uns:

Bei unserem ersten Kind war ich zwei Wochen nach dem positiven Testergebnis in der 6. SSW das erste Mal bei meiner Ärztin, die mir auch schon ein Ultraschallbild von einem kleinen, weißen Pünktchen in die Hand drückte. In der 8. SSW durfte ich auch bei meinem zweiten Kind das Herzchen schlagen sehen und in der 12. SSW konnten wir schon das Geschlecht erfahren.

Mein Partner war vor allem bei den gesetzlichen Untersuchungen und beim Organscreening dabei. Zum 3-D-Screening entschlossen wir uns bei beiden Kindern, weil zwei Babys in unserem Familienkreis mit einer schweren Herzkrankheit geboren wurden. Wir wollten uns so gut wie möglich auf die Geburt unserer Kleinen vorbereiten, die zum Glück beide gesund auf die Welt kamen. Die Untersuchungen selbst waren nicht unangenehm und die Ärztin sehr einfühlsam und nett. Trotzdem fand ich die Termine bei beiden Kindern sehr nervenaufreibend und brach am Ende in Tränen aus. ;-)

Aber die Sorge um unsere Kleinen ist etwas, das uns Eltern alle ab Beginn der Schwangerschaft und unser Leben lang mehr oder weniger begleitet – egal, für wie viel Wissen, Nichtwissen und welche Untersuchungen wir uns entscheiden.

Bildquelle: Getty Images

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