Was bedeutet eine Risikoschwangerschaft für dein Baby?

Nur keine Panik!

Was bedeutet eine Risikoschwangerschaft für dein Baby?

Immer häufiger hören werdende Eltern die Diagnose Risikoschwangerschaft. Was es mit dem Vermerk im Mutterpass auf sich hat, welche Faktoren eine Rolle spielen und ab welchem Alter automatisch eine Risikoschwangerschaft vorliegt.

Die Diagnose Risikoschwangerschaft kann verunsichern.

Sobald dein Schwangerschaftstest positiv wird, willst du nur das beste für dein Baby. Kein Wunder also, dass ihr als werdende Eltern zuerst einmal geschockt und verunsichert reagiert, wenn eure Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird. Dabei bedeutet die Diagnose auf keinen Fall, dass ihr kein gesundes Baby in den Armen halten werdet. Ärzte legen automatisch ein Augenmerk auf Dinge, die schief laufen können, um ihnen so schnell wie möglich entgegenzuwirken. Trotzdem oder genau deshalb verlaufen über 97 % aller Schwangerschaften, Risikoschwangerschaften eingenommen, völlig gesund. Wenn du selbst eine Risikoschwangerschaft hast oder dich wunderst, was sich hinter dem Begriff verbirgt, haben wir hier alle Fakten.

Was bedeutet eine Risikoschwangerschaft?

Auch wenn die Chancen gut stehen, dass deine Schwangerschaft und Geburt komplikationslos verlaufen, liegt bei jeder Schwangerschaft und Geburt ein Restrisiko vor. Wenn bestimmte Faktoren dieses Risiko erhöhen, sprechen Mediziner von einer Risikoschwangerschaft. Das heißt also nicht automatisch, dass etwas mit dir oder deinem Baby nicht stimmt. Nur ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Komplikationen auftreten könnten – weshalb deine Ärzte und deine Hebamme dich besonders gut überwachen wollen.

Wann spricht man von einer Risikoschwangerschaft?

Treten bestimmte Faktoren auf, steigt statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Komplikation während deiner Schwangerschaft, während oder nach der Geburt deines Kindes ergibt. Das können sowohl äußere Umstände, (Vor-)Erkrankungen, genetische Faktoren deines Kindes oder Begleitsymptome deiner Schwangerschaft sein.

Faktoren, die eine Risikoschwangerschaft bedeuten können:

  • Alter (siehe unten)
  • Übergewicht und Untergewicht
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • PCOS
  • Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen
  • Venenerkrankungen
  • Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes
  • Bluthochdruck und Präeklampsie
  • Vorhergehende Frühgeburt(en)
  • Vorhergehende Fehlgeburt(en)
  • Vorhergehender Kaiserschnitt
  • Erkrankungen des Fötus
  • Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum

Die Liste der Faktoren ist sehr lang, häufig ist es auch ein Zusammenspiel mehrerer Punkte, die eine Risikoschwangerschaft ausmachen.

Risikoschwangerschaft: Alter als Faktor

Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, hat die Altersgrenze für Risikoschwangerschaften nichts mit Stigmatisierung, sondern mit der statistischen Wahrscheinlichkeit von Komplikationen zu tun. Das gilt sowohl für Schwangere über 35 Jahren als auch für sehr junge Frauen – besonders, wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt.

Risikoschwangerschaft unter 18 Jahren

Frauen unter 18 Jahren haben ein höheres Risiko, während der Schwangerschaft einen hohen Blutdruck und einen Eisenmangel zu entwickeln. Auch das Frühgeburtsrisiko ist etwas höher. Wird die Schwangerschaften erst spät erkannt, kann das bedeuten, dass eine gesunde Ernährung bzw. eine vollständige Schwangerschaftsvorsorge (z. B. Impfungen, Schwangerschaftsvitamine) in der ersten Phase nicht gegeben und das Risiko von Entwicklungsproblemen beim Fötus somit höher ist. Bei sehr jungen Mädchen ist es nicht immer leicht, eine komplette Krankheitsgeschichte (z. B. Geschlechtskrankheiten) aufzustellen, die für eine gesunde Schwangerschaft wichtig ist. So werden Teenager-Schwangerschaften vor dem Hintergrund einer sehr engmaschigen Betreuung als Risikoschwangerschaften eingestuft.

Risikoschwangerschaft ab 35 Jahren

Schwanger sein über 35 ist mehr als normal: Über 25 % der Schwangeren fallen in diese Gruppe, tendenz steigend. Dass das automatisch einen Vermerk im Mutterpass nach sich zieht, hat statistische Gründe. Ab 35 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit genetischer Abnormalitäten des Babys an. Gleichzeitig erhöht sich das Risiko für bestimmte Komplikationen:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes
  • Eileiterschwangerschaft
  • Fehlgeburt
  • Frühgeburt
  • Blutungen während der Geburt
  • Lange Geburt und Geburtsstillstand (somit Kaiserschnittrate)

Auch die Sterblichkeitsrate während der Geburt steigt für dich als Mutter.

Risikoschwangerschaft ab 45 Jahren

In Schwangerschaften ab 45 Jahren steigen die oben genannten Risiken weiter an, weshalb eine besonders genaue Kontrolle Standard ist. Aus der Ruhe bringen sollten dich das aber nicht: Schon seit jeher bringen Frauen jeden Alters gesunde Kinder zur Welt – und die Konditionen sind heute besser als je zuvor. Ob du alle zusätzlichen Untersuchungen in Anspruch nehmen möchtest oder nicht, ist deine Entscheidung.

Was bedeutet eine Risikoschwangerschaft für mich und mein Baby?

Deine Ärztin und deine Hebamme werden dich besonders engmaschig untersuchen – und das gilt auch für den Baby. Nicht selten kommt es vor, dass Untersuchungen bei dir oder deinem Baby zum Ergebnis führen, dass keine Risikoschwangerschaft mehr vorliegt

Risikoschwangerschaft: Untersuchungen am Baby

In einer Risikoschwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit eines geringen Geburtsgewichtes, genetischer Anomalitäten und auch schwerer Folgen wie Tod vor oder nach der Geburt (sehr selten) höher, sodass der Fokus auf der Kontrolle der Herztöne und der körperlichen Entwicklung liegt. Neben Ultraschall und CTG werden auch Nackenfaltenmessung,  Ersttrimester-Screening und Fruchtwasseruntersuchungen von vielen Ärzten besonders empfohlen. Ob ihr diese Untersuchungen möchtet, bleibt aber eure Entscheidung. Manchen Eltern geben die zusätzlichen Termine und die Vorbereitung auf hypothetische Probleme Sicherheit. Andere empfinden sie als große Belastung und haben somit Schwierigkeiten dabei, ihre Schwangerschaft zu genießen.

Risikoschwangerschaft: Untersuchungen bei der Mutter

Deine Ärztin wird dein Laborwerte wie Blut und Urin und deinen Blutdruck besonders häufig überprüfen und dich öfter sehen wollen, um deine Symptome zu besprechen.

Wie kann ich die Risiken in der Schwangerschaft einschränken?

Wurde bei dir eine Risikoschwangerschaft festgestellt, kannst du einiges tun, um dich und dein Baby so gesund wie möglich zu halten:

1. Gesunde Lebensweise

Eine gesunde Ernährung, genügend Schlaf, Entspannung und regelmäßiger Sport sind die beste Möglichkeit, damit du und ein Baby gesund bleiben.

2. Regelmäßige Untersuchungen

Erkrankungen wie Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck solltest du regelmäßig untersuchen lassen und dich an die Anweisungen deiner Ärztin und Hebamme halten. Alle notwendigen (oder vom Arzt induzierten)  Zusatzuntersuchungen werden von deiner Krankenkasse getragen.

3. Stress reduzieren

Stress in der Schwangerschaft kann viele der Faktoren haben, die eine Risikoschwangerschaft definieren, auslösen und verschlimmern. Natürlich hat jede Schwangere manchmal Stress und die vielen Untersuchungen helfen nicht unbedingt dabei, immer cool zu bleiben. Entspannungsrituale im Alltag wie Yoga und Meditation sind deshalb besonders wichtig. Schwangerenyoga und -gynmastik geben gute Hilfestellungen für mentale Gelassenheit im Alltag und Gelegenheiten für den Austausch mit anderen Schwangeren. Für den Einstieg oder wenn dir gerade wenig Zeit für einen Kurs bleibt, sind Meditations-Apps wie Head Space und Bücher toll, wie z. B. Yoga in der Schwangerschaft von GU, hier erhältlich über Amazon*.

Quellen:
Berufsverband der Frauenärzte e.V. 
National Institutes of Health

Bildquelle: Getty Images

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