Für Links auf dieser Seite erhält familie.de ggf. eine Provision vom Händler, z.B. für mit oder grünblauer Unterstreichung gekennzeichnete. Mehr Infos.
  1. familie.de
  2. Schwangerschaft
  3. Schwangerschafts­diabetes: So kannst du dich und dein Baby schützen

Tipps für Mamas

Schwangerschafts­diabetes: So kannst du dich und dein Baby schützen

© Getty Images/ Basilico Studio Stock
Anzeige

Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, tritt häufiger auf als vielleicht gedacht und betrifft immer mehr Mamas. Aber keine Angst: Wenn eine Schwangerschaftsdiabetes bei dir festgestellt wurde, kann sie gut behandelt werden. Das kannst du tun, um dich und dein Baby zu schützen.

Etwas über 5 % aller schwangeren Frauen entwickeln Schwangerschaftsdiabetes – welche auch als Gestationsdiabetes, Typ-4-Diabetes oder GDM (Gestationsdiabetes mellitus) bezeichnet wird. Das klingt nach nicht viel, macht sie aber zur häufigsten Erkrankung während der Schwangerschaft – und der Trend geht deutlich nach oben. Wenn du mit GDM diagnostiziert wurdest, bist du also nicht allein. Und hast auch schon den wichtigsten Schritt getan, um dich und dein Baby zu schützen. Denn während sich eine erkannte Gestationsdiabetes gut behandeln lässt, kann sie unüberwacht ernste Risiken für euch beide bedeuten.

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus – auch Zuckerkrankheit genannt – bedeutet, dass der Körper aufgenommene Kohlenhydrate nicht selbstständig abbauen und verwerten kann. Wenn wir etwas essen, sorgt normalerweise in der Bauchspeicheldrüse gebildetes Insulin dafür, dass der Blutzuckerspiegel sich schnell normalisiert.

Bei Menschen mit Diabetes ist die Insulinproduktion zu gering oder ineffektiv und der resultierende erhöhte Blutzuckerspiegel belastet langfristig den ganzen Körper, besonders das Herz-Kreislauf-System. Mit einer Behandlung lässt sich Diabetes aber gut managen und Folgeerkrankungen abmildern oder sogar verhindern.

Wie entsteht Diabetes in der Schwangerschaft?

Eine Ursache für Diabetes kann eine ungesunde Ernährung sein, aber auch bestimmte Veranlagungen sind oft mitverantwortlich. Gestationsdiabetes entsteht dann, wenn du bereits schwanger bist und der Körper die Insulinproduktion umstellt. Ganze 40 % der Mamas haben vorher keine Risikofaktoren (dazu mehr weiter unten im Artikel).

Wie bei "normaler" Diabetes mellitus gelingt es dem Körper nicht, Blutzucker effektiv abzubauen, was eine Belastung für den Stoffwechsel und Organe darstellt. Unbehandelt kann die Krankheit auch eine Gefahr für die Schwangerschaft und das Kind bedeuten. Zum Glück gehört ein Zuckertest zur gesetzlich vorgeschriebenen Schwangerschaftsvorsorge. Der Bluttest gibt schnell Aufschluss darüber, ob ein Risiko von Schwangerschaftsdiabetes besteht.

Was sind Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes?

Jede Mama kann an Schwangerschaftsdiabetes erkranken – und häufig gibt es keinen klaren Auslöser. Statistisch gesehen erhöhen bestimmte Risikofaktoren aber die Wahrscheinlichkeit, dass Diabetes in deiner Schwangerschaft auftreten kann:

  • Du hast Übergewicht.
  • Es gibt eine erbliche Vorbelastung mit Diabetes mellitus.
  • Du hattest vor der Schwangerschaft leicht erhöhte Zuckerwerte.
  • Du bist über 25 Jahre alt.
  • Bei dir liegt eine Risikoschwangerschaft oder eine Mehrlingsschwangerschaft vor.
  • Dir wurde Bettruhe verordnet.
  • Du hast bestimmte Vorerkrankungen, z. B. PCOS oder hohen Blutdruck.
  • Du warst schon in einer vorherigen Schwangerschaft von GDM betroffen.

Wie kann ich Schwangerschaftsdiabetes vorbeugen?

Am besten ist es, spätestens ab Beginn deiner Schwangerschaft gezielt auf deine Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten. Wichtig sind Vollkornprodukte, viel Gemüse und nicht zu viel zuckerhaltiges Obst. Studien zufolge lässt sich Diabetes so in 85 % der Fälle verhindern bzw. rückgängig machen, wenn sie schon besteht.

Ursachen für Schwangerschafts­diabetes

#1 Erhöhte Glukoseproduktion

Für Schwangerschaftsdiabetes gibt es mehrere Auslöser. Zum einen produziert unser Körper während der Schwangerschaft mehr Glukose als sonst, um den erhöhten Energiebedarf zu decken. Und damit diese in die Zellen gelangt, produziert der Körper vermehrt Insulin. Wenn die Umstellung auf Mehrproduktion nicht reibungslos klappt, steigt der Blutzuckerspiegel mehr als sonst.

#2 Veränderter Hormonhaushalt

Eine andere Ursache für Schwangerschaftsdiabetes ist die Ausschüttung bestimmter Hormone in der Schwangerschaft. Diese, unter anderem das hCG, sorgen zunächst dafür, dass der Körper sensibler auf Insulin reagiert. Im Verlauf der Schwangerschaft entwickelt er aber eine zunehmende Resistenz gegen das Insulin. So kann der Blutzuckerspiegel nicht gesenkt werden, obwohl eigentlich genug Insulin verfügbar wäre – und Schwangerschaftsdiabetes entsteht.

#3 Einseitige Ernährung

Auch eine unausgewogene Ernährung kann ein Auslöser für Schwangerschaftsdiabetes sein. Zu viel kalorienreiche, fettige und zuckerhaltige Lebensmittel, eine starke Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und fehlende Bewegung steigern das Risiko für Gestationsdiabetes. Natürlich ist es normal, dass du in der Schwangerschaft mehr Heißhunger und auch einen höheren Kalorienbedarf hast – aber eine gute Balance zwischen "ungesunden" Snacks und vollwertigen Lebensmitteln ist wichtig.

Welche Symptome für Schwangerschafts­diabetes gibt es?

Schwangerschaftsdiabetes bleibt oft unbemerkt, wenn die Betroffenen keine Beschwerden verspüren. Mögliche Anzeichen, die auf Gestationsdiabetes hinweisen, sind:

Babys reagieren auf die Erhöhung des mütterlichen Blutzuckerspiegels oft mit einer gesteigerten Produktion von Insulin, was die Urinproduktion und somit die Fruchtwassermenge erhöht. Wenn das der Fall ist, lässt es sich in der Regel im Ultraschall erkennen.

Risiken und Folgen von Schwangerschafts­diabetes

Wird Schwangerschaftsdiabetes rechtzeitig erkannt und überwacht, stellt sie in der Regel keine Gefahr für dich und dein Baby dar. Komplikationen treten erst auf, wenn die Kondition unerkannt bleibt und nicht behandelt wird.

#1 Komplikationen bei der Geburt

Bei einer Erhöhung der Fruchtwassermenge während der Schwangerschaft steigt das Risiko für eine Frühgeburt. Die gesteigerte Insulinproduktion wirkt sich auch auf das Wachstum des Babys aus, weshalb Babys bei Gestationsdiabetes oft größer und schwerer als der Durchschnitt sind.

Aus diesem Grund wird bei Frauen mit Gestationsdiabetes häufiger ein Kaiserschnitt durchgeführt – auch deshalb, weil Ärzte und Ärztinnen bei der Geburt oft kein Risiko eingehen möchten und zu einer Entbindung vor ET raten. Auch Eingriffe wie Dammschnitt und Geburt mit Saugglocke sind bei Frauen mit GDM häufiger. Leider ist bei einer unbehandelten Diabetes auch die Wahrscheinlichkeit einer Stillgeburt größer.

#2 Erkrankungen des Babys

Eine unkontrollierte Schwangerschaftsdiabetes kann kurzfristige und langfristige Erkrankungen beim Baby hervorrufen. So besteht ein höheres Risiko für eine Störung der Lungenreifung und auch Neugeborenen-Gelbsucht tritt öfter auf. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, im weiteren Leben Übergewicht und Diabetes-Typ-2 zu entwickeln.

#3 Erkrankungen der Mutter

Mütter mit Gestationsdiabetes haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, nach der Schwangerschaft Diabetes-Typ-2 zu erkranken. Das ist bei etwa 9 % der Schwangeren der Fall. Bleibt die GDM unbehandelt, ist das Risiko einer Präeklampsie erhöht, die gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben kann.

Aber: Alle Risiken treten nur für Mütter auf, deren Blutzuckerwerte nicht reguliert werden. Zum Glück gibt es einfache Maßnahmen, wie du das tun kannst.

Wie wird Schwangerschafts­diabetes behandelt?

Wenn Schwangerschaftsdiabetes erkannt wird, ist sie gut zu behandeln. Für die meisten Mamas sind eine Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung ausreichend. In manchen Fällen kann eine überwachte Insulintherapie helfen. Wichtig ist, dass du dich mit deinem Team aus Frauenärztin, Hebamme und ggf. Ernährungsberatung eng zusammenarbeitest. Dann lässt sich Schwangerschaftsdiabetes mit folgenden Schritten gut in den Griff bekommen.

  • Halte dich an deinen Ernährungsplan. Hilfe bekommst du von deiner Gynäkologin oder einer Ernährungsberatung.
  • Überwache deinen Blutzuckerspiegel, z. B. mit einem Diabetes-Kit.
  • Führe ein Ernährungstagebuch, in dem du alles aufschreibst, was du über den Tag isst. So bekommst du ein gutes Gefühl dafür, welche Lebensmittel deinen Blutzucker ansteigen lassen.
  • Leichte Bewegung: Besonders nach Mahlzeiten helfen Spaziergänge oder leichte Übungen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
  • Überwache deine Gewichtszunahme während der Schwangerschaft.
  • Gehe zu allen geplanten Vorsorgeuntersuchungen, auch dann, wenn du dich fit fühlst.

Ernährung & Schwangerschaft: Diese Lebensmittel sind jetzt besonders wichtig

Ernährung & Schwangerschaft: Diese Lebensmittel sind jetzt besonders wichtig
Bilderstrecke starten (8 Bilder)

Wie kann man Schwangerschafts­diabetes erkennen?

Damit die Erkrankung nicht unentdeckt bleibt, wird bei dir im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge auf Zucker im Urin untersucht. Das reicht zwar noch nicht aus, um Schwangerschaftsdiabetes sicher nachzuweisen, ist aber ein guter Indikator, dass ein Risiko besteht. Auch eine steile Gewichtszunahme in der Schwangerschaft kann ein Erkennungsmerkmal sein. Das ist einer der Gründe, weshalb du regelmäßig gewogen und die Gewichtskurve im Mutterpass festgehalten wird. Zusätzlich wird um die 25. Schwangerschaftswoche während der Vorsorge ein Zuckertest gemacht.

Wie läuft der Zuckertest in der Schwangerschaft ab?

Kleiner Zuckertest

Beim ersten bzw. kleinen Diabetes-Test, der zwischen der 24. und 28. SSW durchgeführt wird, bekommst du ein großes Glas Zuckerlösung mit 50 g Glukose zu trinken. Du darfst vor dem Termin normal essen und trinken, musst also nicht “nüchtern” sein. Nach einer Stunde Wartezeit wird dann etwas Blut abgenommen, um deinen Blutzuckerspiegel zu messen. Anhand der Werte lässt sich dann erkennen, ob ein Diabetes-Risiko besteht.

Großer Zuckertest

Optional gibt es den zweiten bzw. großen Zuckertest, der gemacht wird, wenn der erste Test auf Diabetes hindeutet. Für den Termin planst du am besten etwas mehr Zeit ein, denn er dauert zwei bis drei Stunden. Wichtig ist, dass du acht Stunden vorher nichts isst, deshalb wird der Termin für den Blutzuckertest meistens direkt morgens eingeplant. Dieses Mal bekommst du 75 g Glukose zu trinken, weshalb er auch manchmal 75-Gramm-Test genannt wird. Dann wird dreimal Blut abgenommen und der Wert überprüft: vor, eine Stunde und zwei Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung.

Jennifer Kober

Wichtig zu wissen

Über den kleinen Diabetes-Test wird seit einiger Zeit debattiert, denn Kritiker halten ihn für nicht aussagekräftig genug. Als Schwangere hast du deshalb das Recht, sofort den großen Diabetes-Test durchführen zu lassen. Viele Frauenarztpraxen sprechen dahingehend sogar ausdrücklich ihre Empfehlung aus. Das "zweite" Diabetes-Screening wird aber als sogenannte IGEL-Leistung abgerechnet und von den Krankenkassen nicht übernommen. Es kostet dann ca. 20-25 €.

Kann ich Schwangerschaftsdiabetes erneut bekommen?

Viele Mamas haben Angst, dass sie beim nächsten Baby wieder Gestationsdiabetes entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit, in einer folgenden Schwangerschaft erneut GDM zu bekommen, ist höher als bei einer Ersterkrankung und liegt bei 50 %. Trotzdem kannst du einiges tun, um das Risiko einer Folgeerkrankung geringer zu halten: Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind die besten Mittel, um Diabetes vorzubeugen.

Du hast noch andere Ängste in der Schwangerschaft? Das können wir total verstehen und haben aufgeschrieben, wie du am besten damit umgehst und wo du überall Hilfe bekommst.

Mit Yoga kannst du auch in der Schwangerschaft gut entspannen und gleichzeitig etwas Gutes für Körper und Geist tun:

Schwangerschafts-Yoga: Die 5 besten Übungen für zuhause Abonniere uns
auf YouTube

Schwangerschaftsmythen: Stimmt's oder stimmt's nicht?

Quellen:

diabinfo.de
diabetesDE
Deutsche Diabetes Gesellschaft
March of Dimes
What to Expect

Na, hat dir "Schwangerschafts­diabetes: So kannst du dich und dein Baby schützen" gefallen, weitergeholfen, dich zum Lachen oder Weinen gebracht? Dann hinterlasse uns doch ein Like oder teile den Artikel mit anderen netten Leuten. Wir freuen uns sehr über dein Feedback – und noch mehr, wenn du uns auf Pinterest, Facebook, Instagram, Flipboard und Google News folgst.