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Plazenta praevia: Was eine tiefliegende Plazenta bedeutet

Plazenta praevia: Was eine tiefliegende Plazenta bedeutet

Gut vorbereitet

Liegt die Plazenta zwischen Baby und Zervix, ist sie empfindlicher für Blutungen und kann sich leichter ablösen. Die gute Nachricht: In vielen Fällen verschiebt sich eine Plazenta praevia während der Schwangerschaft wieder von allein. Ist das nicht der Fall, ist eine Geburt per Kaiserschnitt meist die sicherste Lösung für Mama und Baby.

Wie kommt es zu einer tiefliegenden Plazenta?

Die Plazenta bildet sich im Laufe des ersten Trimesters und sorgt während der Schwangerschaft dafür, dass dein Baby über die verbundene Nabelschnur mit Sauerstoff, Vitaminen und allen nötigen Nährstoffen versorgt wird. Nach der Bildung dockt das Plazenta-Gewebe meist seitlich oder an der oberen Gebärmutterwand an. Seltener bleibt sie im unteren Teil der Gebärmutter und verschließt dabei den Muttermund von innen. Je nachdem, wie weit die Plazenta die Zervix verdeckt, spricht man von einer partiellen oder totalen Plazenta praevia (auch tiefliegende bzw. vorliegende Plazenta).

Wie erkennt man eine vorliegende Plazenta?

In der 1. Vorsorgeuntersuchung (um die 12. SSW) wird per Ultraschall die Größe und Lage der Plazenta untersucht. Liegt sie vor dem Muttermund, wird deine Ärztin das im Mutterpass vermerken und dich über mögliche Symptome und Risiken aufklären.

Soweit zur Theorie: Die Diagnose und der Gedanke, dass deine Plazenta deinen Gebärmutterhals verschließt, kann ganz schön verunsichern und wirft die Frage auf, was genau das für dich und dein Baby bedeutet.

Wie häufig ist eine Plazenta praevia?

Diese ist relativ selten und tritt in etwa 0,5 %, also in 1 von 200 Schwangerschaften auf. Dabei bedeutet die Diagnose nicht zwingend, dass du im weiteren Verlauf deiner Schwangerschaft mit Komplikationen rechnen musst: In der Mehrzahl der Fälle verschiebt sich die Plazenta mit dem Wachstum der Gebärmutter von alleine, besonders, wenn es keine Mehrlingsschwangerschaft ist: So lösten sich einer Studie zufolge hier 85 % der totalen Plazenta praevia Fälle und 98 % der partiellen von allein.

Ist Plazenta praevia gefährlich für’s Baby?

Je mehr Gewebe der Plazenta den Muttermund verdeckt, umso wahrscheinlicher ist es, dass Blutungen in der Schwangerschaft auftreten. Diese sind in der Regel schmerzfrei, sehr starke Blutungen können aber sehr gefährlich für dich werden und sind ein Notfall, der nur mit einer schnellen Entbindung per Kaiserschnitt und Transfusionen behandelt werden kann. Blutungen durch Plazenta praevia sind in der Regel für dein Baby nicht gefährlich. Die Kondition erhöht aber die Wahrscheinlichkeit einer Frühgeburt, die gewisse Risiken mit sich ziehen kann.

Welche Arten von Plazenta praevia gibt es?

Der lateinische Begriff Placenta praevia heißt übersetzt vorliegende Plazenta und beschreibt ihre Lage vor dem Muttermund, also im unteren Bereich der Gebärmutter. Dabei verschließt sie diesen selten komplett, häufig liegt sie nur über einem Teilbereich. Je nach Höhe und Lage der Plazenta wird zwischen den Folgen Arten unterschieden:

  • Placenta praevia totalis: Der innere Muttermund ist durch eine breite Schicht Plazenta-Gewebe komplett verdeckt.
  • Placenta praevia partialis: Die Plazenta bedeckt den Muttermund nur teilweise.
  • Placenta praevia marginalis: Die Plazenta liegt nahe am Rand des Muttermundes.
Plazenta Praevia Arten
Lage der Plazenta von links nach rechts: "normal" liegende Plazenta, Placenta praevia marginalis, Placenta praevia totalis

Was sind die Ursachen von Plazenta praevia?

Es gibt keine klare Ursache für eine tiefliegende Plazenta, manchmal ist sie einfach eine Laune der Natur. Allerdings gibt es Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Plazenta praevia erhöhen:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • künstliche Befruchtung
  • vorheriger Kaiserschnitt (je öfter, desto höher)
  • vorherige Operationen an der Gebärmutter
  • Anomalien der Gebärmutter
  • Rauchen
  • Alter der Mutter (ab 35 Jahren erhöhtes Risiko)

Was sind die Symptome von Plazenta praevia?

Auch wenn vor der ärztlichen Untersuchung und Diagnose nicht immer Anzeichen auftreten, sind im weiteren Verlauf der Schwangerschaft die folgenden Symptome sehr häufig:

  • schmerzfreie Blutungen: Für die Mehrzahl der Blutungen im dritten Trimester ist eine tiefliegende Plazenta verantwortlich, ab der 20. Schwangerschaftswoche ist sie eine wahrscheinliche Ursache. Bei vielen Mamas deuten sie bereits vor dem ersten Ultraschall auf eine Plazenta praevia hin.
  • vorzeitige Wehen: Auch wenn sie kein sicheres Anzeichen für Plazenta praevia sind, sind sie eine häufige Begleiterscheinung für Mamas.

Nicht selten haben Mamas mit tiefliegender Plazenta bereits in der Frühschwangerschaft Blutungen und suchen ihre Gynäkologin noch vor dem nächsten Routine-Ultraschall auf. Dabei deuten besonders hellrote Blutungen auf frisches Blut aus nah liegendem Gewebe und somit auf eine tiefliegende Plazenta hin.

Wichtig: Lass jede Blutung direkt ärztlich abklären. Ist die Blutung hellrot und periodenstark, heißt es sofort in die Klinik! Egal, wie weit du in der Schwangerschaft bist, ob du Wehen hast oder nicht. Auch wenn sie sehr, sehr selten ist, kann es eine drohende Plazentaablösung sein, die ein echter Notfall ist. Ab der 34. SSW ist es auch bei einer tiefsitzenden Plazenta wahrscheinlicher, dass sie starke Blutungen auslöst.

Wie wird Plazenta praevia behandelt?

Leider gibt es keine Medikamente oder Behandlungen für Plazenta praevia. In der Regel wird deine Frauenärztin dich gut überwachen und durch häufige Ultraschalluntersuchungen überprüfen, ob sich die Plazenta noch verschiebt. Vaginale (Kontroll-)untersuchungen der Zervix können schnell zu Blutungen führen, weshalb sie in der Regel bei einer tiefliegenden Plazenta nicht durchgeführt werden. Dazu werden die folgenden Maßnahmen der körperlichen Schonung empfohlen:

Bei leichten Blutungen reicht es meist aus, wenn du dich zunächst schonst. Im dritten Trimester, meist ab der 32. SSW wird deine Ärztin dich besonders strikt überwachen, denn das Risiko spontaner starker Blutungen steigt im Laufe der Schwangerschaft an. Ab der 36. SSW empfehlen Ärzte bei einer totalen Plazenta praevia deshalb häufig einen geplanten Kaiserschnitt.

Muss bei Plazenta praevia ein Kaiserschnitt durchgeführt werden?

Nicht immer, wenn die Plazenta wenig von der Zervix verdeckt, kann eine vaginale Geburt eine Möglichkeit sein. In den meisten Fällen birgt ein geplanter Kaiserschnitt aber die wenigsten Risiken, denn ein Plazentariss unter der Geburt kann sehr gefährlich für Mama und Kind werden. Wichtig ist, dass durch regelmäßige Untersuchungen die Vorlage vor der Geburt erkannt wird, sodass die behandelnden Ärzte starke Blutungen vor und während der Geburt einplanen und rasch handeln können. Bei schweren Fällen kann dein Arzt einen vorzeitigen Kaiserschnitt zum frühestmöglichen Termin in Erwägung ziehen.

Schwangerschafts­mythen: Stimmt's oder stimmt's nicht?

Quellen:
Placenta praevia
Placenta previa in the second trimester: sonographic and clinical factors associated with its resolution

Die Hebammensprechstunde, Ingeborg Stadelmann (Amazon)

So war es bei uns:

In meiner zweiten Schwangerschaft kam die Diagnose "tiefliegende Plazenta", nachdem ich wegen Blutungen gegen Ende des 1. Trimesters bei meinem Frauenarzt war. Auch wenn das ja erst mal bedeutet, dass es dem Kleinen gut geht und mit der Schwangerschaft selbst alles nach Plan verläuft, ist die Diagnose - und jede Blutung, die dann wieder überwacht werden muss, ob sie stärker wird - richtig beängstigend und aufwühlend. Man kann nicht mehr tun, als abzuwarten und für alle Szenarien (Bettruhe, Frühgeburt, schwallartige Blutungen) zu planen. Bei uns hat sich die Plazenta gegen Ende des zweiten Trimesters dann von alleine (oder eher durch das Wachstum meines Minis) weiter nach oben bewegt und die Blutungen hörten schlagartig auf. Das ist das einzig Gute an der Kondition: Häufig verschwindet sie zum Glück von allein.

Bildquelle: Getty Images/kieferpix; Getty Images/Anastasia Usenko

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