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Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft: Eine gute Idee?

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Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft: Eine gute Idee?

Themen wie Lust in der Schwangerschaft sind für viele ein Tabu. Frauen kann es deshalb peinlich sein, zu fragen welchen Einfluss Masturbieren in der Schwangerschaft auf ihr Ungeborenes hat. Wir erklären dir hier, wie Selbstbefriedigung sich positiv auf dein Kind auswirkt und zeigen, wie du dabei kein unnötiges Risiko eingehst.

Sex und Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft sind Themen, über die selten offen gesprochen wird – zum Glück hat sich das in den letzten Jahren geändert! Mary Jane Minkin, eine Gynäkologin an der Yale Medical School sagt, dass eine reguläre Routine beim Masturbieren sich positiv auf Mutter und Kind auswirken kann, da die Stimulierung der Genitalien den Blutfluss im Uterus ansteigen lässt. Höhere Durchblutung bedeutet mehr Sauerstoff, mit dem Resultat eines gesünderen Babys.

Was aber wahrscheinlich noch wichtiger ist: Es hat den Vorteil Frauen daran zu erinnern, dass obwohl sie bald Mütter werden es nicht automatisch heißt, dass sie weniger sexuell sind als vor ihrer Schwangerschaft. De facto ist Selbstbefriedigung eine sehr gute Strategie, um einen Sinn für seinen Körper zu bekommen und zugleich das Selbstbewusstsein zu stärken!

In der Schwangerschaft wird der Körper mit Hormonen geflutet. Sie lassen das Kind wachsen, bereiten die Frau auf Geburt und Mutterschaft vor – und Hormone machen mehr Lust auf Sex. (Manche Frauen haben jetzt gar keine Lust auf Sex – auch das ist völlig normal und kein Grund zur Besorgnis.) Von dieser ungestümen Lust sind manche Frauen überrascht und bisweilen überfordert. Sie fragen sich, wie sie mit dem Begehren umgehen sollen. Sind Sex und Selbstbefriedigung während der Schwangerschaft sicher oder könntest du deinem Kind damit schaden?

Hab keine Berührungsängste

Die gute Nachricht: In einer gesunden Schwangerschaft spricht nichts gegen Sex, im Gegenteil. Du kannst unbesorgt Sex genießen, denn es entspannt und hilft, den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Und alles was dir guttut, tut auch dem Baby gut. Das gilt für Sex mit dem Partner ebenso wie für Selbstbefriedigung. Dabei ist Masturbieren sogar die sicherste Variante von Sex in der Schwangerschaft!

Der Körper ist jetzt besonders empfänglich für Streicheleinheiten, denn wegen des ungeborenen Babys fließt mehr Blut als gewöhnlich durch deine Adern. Dadurch sind auch Vagina und Klitoris besser durchblutet – das verspricht intensivere Orgasmen. Das Baby bekommt davon übrigens nichts mit, falls du ein komisches Gefühl dabei hast. Höchstens erfreut es sich an den Endorphinen, die die glückliche Mutter mit ihm teilt. Darum solltest ruhig Hand anlegen, wenn dir danach ist.

Die Vorzüge von Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft

  • Wenn dir Sex mit dem Partner nicht reicht: Vielleicht hast du, Hormonen sei dank, so viel Sehnsucht nach Streicheleinheiten, dass dein Partner nicht mithalten kann? Selbst ist die Frau – dann hast du eben zwischendurch auch mal allein Spaß.
  • Wenn dein Partner keinen Sex möchte: Oder du hast einen Mann, dem Sex mit deinem Babybauch irgendwie unheimlich ist – manche Männer haben Angst, dem Baby zu schaden, andere können den Gedanken nicht abschalten, dass ihr beim Sex zu dritt statt nur zu zweit seid. Und einige finden schwangere Frauen leider nicht sexy, das heißt aber nicht, dass du auf lustvolle Gefühle verzichten musst.
  • Wenn dein Babybauch im Weg ist: Gerade in der späten Schwangerschaft kann der Babybauch so groß sein, dass ihr Probleme habt, eine bequeme Stellung zu finden. In diesen Fällen kann Masturbation, ob allein oder zu zweit, eine wunderbare Alternative oder Ergänzung sein.
  • Wenn dich Schwangerschaftsbeschwerden plagen: Manchmal lassen sich Probleme wie Übelkeit, Rückenschmerzen, Ischiasbeschwerden oder geschwollene Füße durch Selbstbefriedigung lindern – probier‘s aus.

Zusätzlich hilft es dabei Stress abzubauen, deinen Schlaf zu verbessern und setzt mehr Glückshormone frei!

Sexspielzeug in der Schwangerschaft

Dr. Krychman, der Autor des Buches "100 Questions & Answers About Women's Sexual Wellness and Vitality" (nur in Englisch erhältlich, bei Amazon, ca. 30 Euro), unterstreicht die Sicherheit von Toys während der Schwangerschaft „Vibratoren sind absolut okay, sie bringen keine Verletzung für das Baby mit sich“ und empfiehlt zukünftigen Müttern bei der Benutzung vor allem auf eine gute Reinigung der Toys zu achten.

Aufgepasst: Beim Kauf von Sexspielzeug ist der Satz „Nicht geeignet für Schwangere“ sehr beliebt in der Gebrauchsanweisung. Jedoch sollte man sich von dem nicht abschrecken lassen.

Worauf du bei der Benutzung und dem Kauf von Sextoys achten solltest:

  1. Benutze nur schadstofffreie Spielzeuge, z. B. aus medizinischem oder hautfreundlichem Silikon.
  2. Verzichte auf übergroße und überlange Exemplare, die gängigen Größen sind jedoch vollkommen in Ordnung.
  3. Benutze ein Gleitgel auf Wasserbasis (bei Amorelie, ca. 16 Euro).
  4. Reinige die Spielzeuge nach jeder Benutzung gründlich mit einem Toy Cleaner (bei Amorelie, ca. 16 Euro).
  5. Achte auf eine geschützte Aufbewahrung (bei Amorelie, ca. 40 Euro), so dass sie keinen Staub oder Schmutz abbekommen können.
  6. Gehe mit dem Vibrator nicht zu wild ran, um keine Verletzungen der Schleimhaut zu verursachen.
  7. Teste langsam aus, was dir gefällt, denn in der Schwangerschaft kann dein Intimbereich viel empfindlicher sein.
  8. Verwende nur Sextoys ohne Fernbedienung und App (oder verknüpfe die App nicht mit dem Spielzeug), da noch nicht genau geklärt ist, was die Funkwellen in Baby-Nähe bewirken können.
  9. Hat der Vibrator oder Dildo Risse, solltest du ihn entsorgen. Denn die Rillen können ein Heim für Bakterien bieten.

Den Liebeskugeln solltest du während der Schwangerschaft übrigens eine Pause gönnen. Die typischen Liebeskugeln könnten den Muttermund reizen oder vorzeitig Wehen auslösen, dennoch musst du nicht komplett verzagen!

Sofern deine Schwangerschaft ohne Komplikationen verläuft, kannst du die leichten Liebeskugeln von Chiaro (ca. 199 Euro, bei Amorelie) nutzen, die du auch ohne Tracking App verwenden kannst. Falls du nicht sicher bist, ob der Verlauf deiner Schwangerschaft dafür geeignet ist, berede die Benutzung sicherheitshalber mit deinem Frauenarzt.

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Welche Sextoys eignen sich für die Schwangerschaft?

Grundsätzlich ist es kein Problem Vibratoren und Dildos in der Schwangerschaft zu nutzen. Wenn deine Ärztin oder dein Arzt dich gewarnt hat, dass deine Plazenta tiefer liegt oder dein Gebärmutterhals schwach ist, solltest du jedoch aufpassen. Denn im letzteren Fall kann sich der Muttermund auch ohne Wehen öffnen – befriedige dich in dieser Situation sicherheitshalber lieber nur oberflächlich mit der Hand oder mit einem Außenvibrator. Liegen solche Einschränkungen nicht vor, kannst du so Spaß haben, wie es dir gefällt!

Der Frauenarzt Dr. med. Vinzenzo Bluni bestätigt, dass bei Vibratoren der Geräuschpegel unbedenklich ist, da die eigenen Verdauungsgeräusche noch lauter sind als die Vibration. Außerdem hat das Baby in der Plazenta genug Wasser auf den Ohren, womit die Geräusche erheblich gedämpft werden.

Die besten Außenvibratoren für die Schwangerschaft:

Die besten Vibratoren für die Schwangerschaft:

Die besten Analtoys für die Schwangerschaft:

Auch dem Spiel mit dem Hintertürchen steht in der Schwangerschaft nichts im Wege, man sollte dabei allgemeine Punkte beachten wie immer ausreichend Gleitmittel verwenden, sich langsam und vorsichtig herantasten und das Toy danach nicht mehr vaginal benutzen. Zusätzlich empfiehlt sich, zur Unterstützung für den Babybauch und den Rücken das „Hipster“ Kissen von Liberator (bei Amorelie, ca. 214 Euro).

Falls du die Männer unserer Schöpfung auch miteinbeziehen möchtest, hast du mit dem „Cyan“ Penisring mit Vibration von Boho (bei Amorelie, ca. 60 Euro) auch ein geeignetes Spielzeug für beide.

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Wann ist Selbstbefriedigung riskant?

Vorsicht ist zum Beispiel geboten, wenn du durch eine Risikoschwangerschaft, mit Gefahr einer Frühgeburt, gehst. Dann könnte ein Orgasmus vorzeitige Wehen auslösen, was es zu vermeiden gilt. Eine Neigung zu frühzeitigen Wehen sowie Blutungen sind ebenfalls Gründe, die gegen Selbstbefriedigung in der Schwangerschaft sprechen können.

Hier eine Übersicht wann Selbstbefriedigung nicht zu empfehlen ist:

  • Plazenta Previa
  • Risiko für eine Frühgeburt
  • Ein geschwächter Gebärmutterhals
  • Vorzeitiger Membrananbruch
  • Eine Vorgeschichte von vorzeitigen Wehen
  • Vaginalblutung
  • Uterusinfektionen
  • Intrauterine Wachstumsbeschränkungen

Falls Geschlechtsverkehr und Orgasmus in deinem Fall schaden könnten, sollte deine Ärztin oder dein Arzt dir das sagen. „Beiden Parteien ist es unangenehm, darüber zu reden“ sagt Dr. Michael Krychman, Arzt und Geschäftsführer des südkalifornischen Zentrums für sexuelle Gesundheit und Überlebensmedizin, „Ärzte fragen nicht und Patienten sagen nichts". Daher kommuniziere deine Bedürfnisse deutlich und scheue dich nicht, danach zu fragen, wenn das Thema nicht zur Sprache kommt!

Hake auch ruhig nach, ob nur Geschlechtsverkehr tabu ist oder ob du auch von Masturbation die Finger lassen solltest. Wir sind sexuelle Wesen, auch in der Schwangerschaft, und es ist absolut nicht verwerflich, sondern mehr als normal, auch in dieser Zeit an Sex zu denken.

Masturbieren während der Wehen

„Die Hormone, die bei Sex und Geburt ausgeschüttet werden, sind identisch", erklärte Kate Dimpfl eine professionelle Geburtsberaterin aus New York, in ihrem TEDx Vortrag „We Must Put The Sex Back Into Birth“ und verwies damit auf das Hormon Oxytocin, welches passenderweise auch das altgriechische Wort für „schnelle Geburt" ist. Selbstbefriedigung und der dazugehörige Orgasmus wirken wie ein Dopingmittel gegen Schmerzen, wodurch diese als erträglicher empfunden werden. Eine bekannte Vertreterin, die Australierin Angela Gallo, ermutigt junge Mütter zudem dazu, sich ganz gezielt selbst den Höhepunkt im Kreißsaal zu verschaffen – und sieht es als echte Alternative zu PDA, Kügelchen und Co.

Was könnt ihr als Partner für eure Frau tun?

Der Körper eurer Frauen geht in der Schwangerschaft durch viele Veränderungen, wodurch generelles Unwohlsein, Selbstzweifel sowie gewisse Hemmungen bei Sex und Selbstbefriedigung ganz normal sind. Ermutigt sie und zeigt Verständnis, scheut euch nicht davor, die Initiative bei Partnerspielzeugen zu ergreifen. Falls du von den Hemmungen deiner Partnerin weißt, zeige ihr, dass du sie unterstützt, und schenke ihr einen Vibrator, diese Ermutigungsgeste kann viele Hemmungen lösen!

Selbstbefriedigung während der Schwangerschaft kann viele positive Auswirkungen auf Mutter und Kind haben. Behandle es nicht als Tabuthema, sondern tob dich aus!

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Bildquelle: Getty Images

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