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PDA unter der Geburt: "Nach Stunden der Schmerzen endlich eine Erleichterung"

PDA unter der Geburt: "Nach Stunden der Schmerzen endlich eine Erleichterung"

Schmerztherapie

Eine Geburt ist meist nicht nur ein langer, sondern vor allem auch ein sehr schmerzhafter Prozess, vor dem sich viele werdende Mütter fürchten. Mit dem Einzug der Periduralanästhesie (PDA) in die Kreißsäle wurden Geburten ab Mitte der 1990er Jahre schmerzärmer.

Was bedeutet es, eine PDA bei der Geburt zu haben?

Die Periduralanästhesie, kurz PDA, ist eine relativ komplikationslose Narkose, die zur Geburt auf ausdrücklichen Wunsch der werdenden Mutter lokal und mittels eines Katheters in einen bestimmten Bereich des Rückenmarkskanals gegeben wird. Sie bewirkt eine Betäubung und damit eine Schmerzerleichterung bis hin zur Schmerzfreiheit bestimmter Regionen. Muskelfunktionen, wie die wichtige Wehentätigkeit im Geburtsprozess, aber auch das Bewusstsein, bleiben in der Regel dabei erhalten.

Wie funktioniert eine PDA bei der Geburt?

Eine PDA braucht nur eine kurze Vorbereitungszeit und wirkt sehr schnell, ungefähr nach 20 Minuten. Sie wird in entspannter Haltung im Sitzen oder in linker Seitenlage der Mutter gegeben, damit sie so exakt wie möglich gesetzt werden kann. Der Rücken ist dabei leicht gekrümmt. Mit der Periduralnadel sticht der Arzt nun im desinfizierten unteren Brustwirbel- oder Lendenwirbelbereich zwischen zwei Wirbelkörper und schiebt einen dünnen Katheter durch die Nadel in den Periduralraum - einem bestimmten, rückenmarksnahen Bereich im Spinalkanal. Dort wird das Narkosemittel hinein gespritzt.

Das Rückenmark wird dabei nicht verletzt. Es wirkt an den entsprechenden Nervenfasern und unterbindet die Schmerzweiterleitung zum Gehirn. Das Mittel wirkt recht schnell und kann sehr einfach über eine Pumpe dosiert werden. Auch ein Kaiserschnitt ist unter einer PDA möglich.

Wann ist eine PDA unter der Geburt sinnvoll?

Ob sie eine PDA zur Schmerzlinderung haben möchte, entscheidet in erster Linie die werdende Mutter. Auch der behandelnde Arzt kann der Gebärenden dazu raten, etwa wenn der Geburtsprozess stagniert, die Mutter bereits sehr abgekämpft ist und zusätzlich wehenfördernde Mittel bekommt. Auch wenn eine medizinische Indikation wie zum Beispiel Bluthochdruck vorliegt oder wenn ein Kaiserschnitt ansteht, kann das Legen einer PDA sinnvoll sein. Mögliche Indikationen für eine PDA sind:

  • starke Schmerzerfahrungen bei vorherigen Geburten ohne PDA
  • Notwendigkeit eines Wehentropfes, der den Schmerz verstärkt
  • Risikogeburten, zum Beispiel bei Bluthochdruck der Mutter
  • Vorerkrankungen der Mutter, z. B. Diabetes
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • bestimmte Fehllagen des Kindes im Geburtskanal, z. B. wenn es sich nicht korrekt ins Becken dreht und verkantet, hier entspannt die PDA den Druck
  • voraussichtliche chirurgische Eingriffe während der Geburt, wie Dammschnitt oder Kaiserschnitt

Ab wann ist es bei einer Geburt möglich, eine PDA zu setzen?

Für das Legen einer PDA sollte der richtige Moment abgepasst werden. Sie sollte nicht zu früh, aber auch nicht zu spät gemacht werden. Der Geburtsprozess sollte dabei bereits voll im Gange sein. Das bedeutet: Der Muttermund ist geöffnet und das Kind bewegt sich durch den Wehendruck in die richtige Geburtsrichtung ins Becken.

Meist ist das ab einer Muttermundsöffnung von etwa drei bis vier Zentimetern der Fall und bei regelmäßigen, kräftigen, meist sehr schmerzhaften Geburtswehen, die ungefähr alle drei Minuten kommen.

Wann ist es zu spät für eine PDA?

Ist der Muttermund dagegen vollständig geöffnet (ungefähr neun Zentimeter) und der Kopf des Kindes schon sehr tief, macht eine PDA keinen Sinn mehr, da sie dann eher wehenhemmend wirkt. Eine Ausnahme bilden hier Erstgebärende: Ist der Muttermund schon sehr weit geöffnet, aber die Geburt geht nicht voran, kann eine PDA in diesen Fällen noch helfen.

Bis zum Abstoßen der Plazenta sollte der PDA-Katheter und die Möglichkeit zur Betäubung noch bleiben, falls ein Dammschnitt oder Dammriss genäht werden muss.

PDA und ihre Nebenwirkungen: Keine Anästhesie ohne Risiken

Eine PDA ist eine relativ komplikationslose lokale Betäubung. Wie bei allen invasiven Eingriffen besteht auch hier ein Restrisiko:

  • schlechte Wirkung, bei versehentlicher Unterdosierung
  • vorübergehende Lähmung der Beine, wenn zu viel verabreicht wurde
  • motorische Einschränkungen, Umhergehen bei der Geburt nicht gut möglich
  • wehenhemmende Wirkung der PDA-Medikamente, die die Pressphase verlängern und einen Wehentropf nötig machen
  • Entleerung der Blasen mithilfe eines Katheters
  • Kopfschmerzen, Frösteln, Übelkeit und Schwindel als Reaktion auf das Narkosemittel
  • Restrisiko einer Entzündung im Bereich der Einstichstelle
  • in seltenen Fällen Blutdruckveränderungen, Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle als mögliche allergische Reaktion auf das Narkosemittel

Hat das Baby noch nicht seine Geburtsposition erreicht, kann es unter der PDA schwerer werden und das Risiko für eine Saugglocken- oder Zangengeburt steigt. Die mütterlichen Beschwerden sollten mit dem Absetzen des Wirkstoffs aufhören. Auch hier wird der Arzt begleitend und bei Bedarf unterstützend eingreifen, sollte das nicht der Fall sein. Mit Spätfolgen ist in der Regel nicht zurechnen.

PDA unter der Geburt: Auswirkungen auf das Baby

Das Baby wird während einer Geburt immer genau überwacht, sodass im Notfall eingegriffen werden kann. Dennoch ist die PDA selbst für das Ungeborene im Normalfall ungefährlich. Das Kind reagiert eher auf die Befindlichkeiten der Mutter, die durch die PDA ausgelöst werden.

Bei einem Abfall des mütterlichen Blutdrucks, zum Beispiel durch das Narkosemittel, kann das Kind mit einer Veränderung der Herztöne reagieren. Hier muss die ausreichende kindliche Sauerstoffversorgung überwacht werden. Auch auf künstlich geförderte Wehen per Wehentropf reagiert das Kind anders als auf natürliche Kontraktionen. Denn hier fehlen die Botenstoffe aus dem Blut der Mutter, die dem Kind Signale geben und den Verlauf der Geburt begleiten. Das kann zu Stressreaktionen beim Ungeborenen führen.

PDA unter der Geburt ja oder nein? Diese Erfahrungen haben Mamas gemacht

Wir haben uns mal unter unseren Kolleginnen umgehört und verschiedene Erfahrungen zur Geburt mit PDA gesammelt:

Als die PDA dann anfing zu wirken, waren diese krassen Schmerzen von der Nierenbeckenentzündung endlich weg und ich konnte mich endlich entspannen. Ich habe dann tatsächlich viel geschlafen, da die Geburt über die ganze Nacht ging. Irgendwann früh morgens meinte die Hebamme dann, dass der Muttermund ganz geöffnet ist und sie nun die PDA abstellt. Denn die Endphase geht nur ohne PDA. Eins ist mir noch wichtig: Das Setzen einer PDA ist und bleibt situationsabhängig. Und es ist keine einfachere Geburt, nur weil man eine PDA hatte.

Performance Marketing Managerin Imke

Die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Geburtspositionen

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Während sich Mama Imke keine Gedanken um das Setzen der PDA oder Nebenwirkungen machte, hatte Mama Micky schon ordentlich Respekt.

Ich hatte bei einer ersten Geburt eine PDA. Der Einstich hat etwas weh getan, ich war aber auch sehr ängstlich. Durch die Einleitung zog sich alles sehr und die Wehen war sehr schmerzhaft. Ich war froh über die PDA, weil ich 12 Stunden nicht schlafen konnte. So konnte ich mich endlich entspannen. Nachteil war ganz klar, dass die Dosierung zu "gut gemeint" war und ich die Presswehen nicht gespürt habe, so konnte ich kaum mithelfen.

Chefredakteurin Micky

Mama Andrea war vor der Geburt zum Aufklärungsgespräch über die PDA und danach ganz schön verunsichert.

Ich musste einen extra Termine für das Aufklärungsgespräch machen. Das hat dann so 30 Minuten gedauert. In dem Gespräch wurde jede Möglichkeit besprochen und ich war danach so weit zu sagen: "Ach nein, danke, doch nicht." Letztendlich habe ich die PDA aber auch gar nicht in Anspruch genommen.

Redakteurin Andrea

Gibt es andere Möglichkeiten der Schmerzlinderung?

Auch wenn eine PDA normalerweise gut vertragen wird, sollten auch Alternativen zur Schmerzlinderung bei der Geburt in Betracht gezogen werden. So wird die Verwendung von Lachgas bei der Geburt immer populärer. Auch Akupunktur oder Homöopathie können entkrampfend wirken.

Nicht medikamentöse Mittel wie ein wärmendes Wasserbad, Massagen, Bewegung oder Atemübungen können ebenfalls entspannend und schmerzlindernd wirken.

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Bildquelle: Getty Images/AleMoraes244

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