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FAQ zur Geburt: 22 Fragen rund um die Geburt eures Babys

FAQ zur Geburt: 22 Fragen rund um die Geburt eures Babys

Schwangerschaft

Die Geburt eines Kindes wirft unendlich viele Fragen auf. Viele kreisen um die Angst, wie die Schwangere mit den Schmerzen umgehen wird. Oder die Sorge, den Geburtsbeginn irgendwie zu verpassen. Aber auch nicht ganz offensichtliche Fragen werden wir in diesem Artikel behandeln, so dass du dich nicht verunsichern lässt.

Bei der Geburt eines Kindes gibt es immer das eigene Erleben und das Einordnen von Fachkräften. Deswegen haben wir einige Fragen an den Frauenarzt Dr. med. Sigmar Zanke weitergeleitet. Mit über 30 Jahren Erfahrung als Geburtshelfer im Kreißsaal, im OP und der Gynäkologie kann er Schwangere und ihre Familien oft beruhigen.

In welcher Schwangerschaftswoche klappt die Geburt?

Die meisten Kinder werden zwischen der 37. und 41. Schwangerschaftswoche geboren. Genauere Angaben gibt es nicht, weil es schlicht sehr individuell ist, wann ein Kind geboren wird. Eine Geburt lässt sich ja nicht genau planen, auch wenn wir Eltern uns das manchmal so sehr wünschen. Das klappt nur dann, wenn es sich um einen geplanten Kaiserschnitt handelt.

Wie lange dauert eine Geburt beim ersten Kind?

Die unbefriedigende Antwort: Das kann man pauschal nicht sagen. Klingt nicht nach dem, was du gern lesen wolltest, oder? Aber die Geburtsdauer unterscheidet sich sehr von Frau zu Frau. Die Geburt beginnt "offiziell", wenn der Muttermund sich öffnet und regelmäßig Wehen da sind. Objektiv können das viele Frauen nicht einschätzen, oftmals ist die Geburt noch nicht wirklich im Gang, auch wenn die Schwangere das so empfindet.

Ganz wichtig ist, den Fortschritt der Geburt zu überwachen – und genau das ist der Knackpunkt: Denn beim ersten Kind geht es oft nicht kontinuierlich voran sondern kann auch mal ins Stocken geraten.

Geburt ist ein Marathon

Um dir trotzdem einen Zeithorizont zu nennen: Bei vielen Frauen dauert die Geburt zwischen 8-12 Stunden. Aber keine Sorge, wenn du gut von einer Hebamme begleitet wirst, dann ist auch eine 16-stündige Geburt kein Problem. Vielleicht tröstet es dich zu wissen, dass eine Geburt kein Sprint, sondern ein echter Marathon ist.

Welche Geburt ist am schmerzfreiesten?

Eine Geburt, bei der du dich entspannt und gut aufgehoben fühlst, ist vermutlich eine, bei der du dich gut fühlst. Und wer sicher und beschützt fühlt, der hat im Zweifelsfall auch weniger Schmerzen.

Wenn du sehr ängstlich bist, kann es helfen sich mit Meditation und Entspannungsübungen im Vorfeld schon darauf einzustimmen. Wenn du die Techniken gut verinnerlicht hast, kannst du unter der Geburt darauf zurückgreifen und dich besser entspannen.

Anatomisch betrachtet ist eine Geburt dann "leichter", wenn du mit der Schwerkraft arbeitest. Also nicht auf dem Rücken liegen, sondern im Vierfüßlerstand oder an einem Tuch hängend. Wenn dein Geburtsort über eine Badewanne verfügt und du dich dort wohl fühlst, dann kannst du auch hier für Entspannung und so etwas Schmerzlinderung sorgen.

Welche Geburt passt zu mir?

Tatsächlich sind Geburten sehr unterschiedlich und für verschiedene Frauen sind verschiedene Dinge wichtig. Überlege dir im Vorfeld der Geburt, was für dich wichtig ist. Möchtest du bestimmte Musik zur Entspannung hören? Oder ist es dir wichtig, dass du besonders vertraut mit deiner Hebamme bist?

Um herauszufinden welche Geburt zu dir passt, solltest du intensiv in dich hineinhören und dann auch entsprechend handeln. Denn wenn du es klein und kuschelig möchtest, dann brauchst du vielleicht eher Unterstützung bei einer Haus- oder Geburtshausgeburt, als einen Aufenthalt im Kreißsaal. Umgekehrt gilt das auch: Wenn es dir wichtig ist, dass für den Fall der Fälle bestmöglichst vorgesorgt ist, dann ist ein Krankenhaus emotional vielleicht der beste Ort für dich.

Welche Art der Geburt passt zu mir?
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Wer ist bei der Geburt dabei?

Normalerweise darf nur eine Begleitperson mit in den Kreißsaal. Und auch im Geburtshaus sollten nicht mehr Menschen als unbedingt nötig dabei sein. Auch wenn es dir im Vorfeld vielleicht wie eine gute Idee erscheint möglichst viele enge Vertraute bei der Geburt dabei haben zu wollen, lass das lieber. Denn wenn es soweit ist, fühlt es sich vielleicht doch nicht richtig an, viele Menschen in dieser besonderen Situation dabei zu haben.

Wer deine Begleit- und Bezugsperson für die Geburt wird, entscheidest allein du. Es kann dein Partner oder deine Partnerin sein. Oder eine Freundin oder deine Mutter oder deine Tante. Wer immer dir gut tut und dich in der aufregenden Zeit stärkt, ist eine gute Wahl.

Wer zahlt für die Geburt?

Eine Geburt wird von den Krankenkassen bezahlt. Du gibst, wenn du mit Wehen beim Kreißsaal oder im Geburtshaus ankommst, deine Krankenkassenkarte ab. Diese wird von den Hebammen eingelesen und somit wird deine Geburt dann ganz normal über die Kasse abgerechnet. Das gilt übrigens auch für eine Hausgeburt, auch hier musst du für die Betreuung während der Geburt nichts extra zahlen. Allerdings kommen hier weitere Kosten wie beispielsweise die Rufbereitschaft deiner Hebamme hinzu, die ihr selbst tragen müsst.

Geburt: Wohin mit dem Geschwisterkind?

Am besten, du bringst dein(e) Kind(er) dorthin, wo sie sich wohl fühlen und zu Menschen, die ihr bereits gut kennt. Denn während der Geburt musst du dich ganz auf dich konzentrieren und es hilft nicht, wenn du dir gleichzeitig noch Gedanken über deinen Nachwuchs machst.

Meist können die Geschwisterkinder nicht mit in den Kreißsaal oder ins Geburtshaus. Bei einer Hausgeburt können eure Kinder natürlich dabei sein. Achte da aber immer auf dich, ob es das ist, was dir in der Situation gut tut.

Wo die Geburt anmelden?

Du meldest die Geburt nur im Krankenhaus deiner Wahl an. Das hat sich aufgrund des Hebammenmangels und für die bessere Planbarkeit (soweit sich Geburten eben planen lassen) eingebürgert.

Im Fall einer Geburt im Geburtshaus, wissen die Hebammen natürlich dort Bescheid, ihr werdet ja bereits in der Schwangerschaft im engen Austausch stehen.

Wann die Geburt einleiten?

Wenn die 41. Schwangerschaftswoche verstrichen ist, wird man dir nahe legen, die Geburt einzuleiten. Es gibt da immer noch ein bisschen Spielraum, besprich deine Wünsche mit deiner Hebamme und dem Klinikpersonal. 14 Tage nach dem errechneten Geburtstermin wird dann auf jeden Fall eingeleitet.

Welche Anzeichen gibt es, dass eine Geburt bevorsteht?

Vielen Schwangere sorgen sich, dass sie verpassen, wenn eine Geburt losgeht. Dabei ist eine Sturzgeburt, bei der du es vielleicht nicht mehr bis in den Kreißsaal schafft extrem selten. Eine Geburt beginnt meist mit unregelmäßigen Wehen, die langsam regelmäßig werden. Wenn du keine Wehen spürst, kann es auch sein, dass du einen Blasensprung hast. Den wirst du in aller Regel bemerken, weil das Fruchtwasser schon recht plötzlich aus dir heraus läuft.

Auch ein Anzeichen dafür, dass die Geburt bald los geht, ist Durchfall. Klingt wenig appetitlich, hat aber einen sehr praktischen Grund: Wenn der Darm leer ist, hat dein Baby unter der Geburt mehr Platz sich durch den Geburtskanal zu schieben.

Es kann auch sein, dass die Geburt mit Erbrechen startet. Auch das ist nicht gerade angenehm, aber total normal. Wenn du unsicher bist, wende dich an (d)eine Hebamme.

Ist es wirklich so, dass beim Pressen  unter der Geburt Kot mit austritt?

Kontrolle über den Darm hat man bei den Presswehen keine, das ist richtig. Sollte sich dieser also nicht vor der Geburt entleeren (für viele auch ein Anzeichen, dass die Geburt los geht), dann kann es passieren, dass beim Pressen auch etwas Kot austritt. Klingt total unangenehm und peinlich, ist aber vollkommen normal. Das haben die Hebammen schon sehr oft erlebt und niemand wird deswegen über dich urteilen.

Wenn du aus Angst vor diesem Moment nicht presst, tust du dir und deinem Baby damit leider keinen Gefallen. Denn wenn du nicht recht loslassen kannst und verkrampfst, weil du Sorge hast, dass etwas ganz natürliches passiert, dann setzt du dich und dein Baby unter Stress. Und das ist in dieser Situation eher kontraproduktiv.

Tut ein Dammschnitt weh?

Zunächst einmal: Ein Dammschnitt ist nicht bei jeder Geburt nötig! Inzwischen wird auch weniger häufig geschnitten als in vergangenen Zeiten. Während der Geburt wird der Damm auf der Höhe der Wehe vom Kopf des Babys stark gedehnt, so dass ein Schnitt zwar unangenehm sein kann, aber selten wirklich schmerzhaft ist. Das hängt auch von der geburtshilflichen Situation und dem persönlichen Schmerzempfinden ab.

Wenn abzusehen ist, dass ein Dammschnitt notwendig wird, kann auch zwischen zwei Wehen eine lokale Betäubung gesetzt werden. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte "Pudendusblockade". Hier wird der gesamte Nerv betäubt, der den Damm und die Schamregion versorgt. Das Nähen nach einem Dammschnitt wird immer unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Natürlich ist während der Geburt oft nicht die Zeit für Diskussionen, deswegen mache dir im Vorfeld Gedanken dazu. Eine gute Dammmassage vor der Geburt kann helfen, das Gewebe zu dehnen und im besten Fall einen Schnitt überflüssig machen.

Wie wird eine PDA gesetzt?

Die PDA (Periduralanästhesie) ist die wirksamste, aber auch aufwendigste Möglichkeit, Wehenschmerzen in der Eröffnungsperiode zu bekämpfen. Der Nachteil ist dabei natürlich die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Die PDA wird im Sitzen oder in der Seitenlage mit einer Spezialnadel im Lendenbereich gesetzt.

Wichtig sind dabei eine individuell ausreichende Dosierung und der richtige Zeitpunkt. Denn die Betäubung sollte abklingen, wenn die Austreibungsperiode beginnt, da der Pressdrang besser wahrgenommen wird und sich die Geburt so nicht verzögert.

Kann es sein, dass die PDA mal nicht wirkt?

Es kann schon vorkommen, dass die Wirkung nicht ganz ausreicht, zum Beispiel, wenn denn der Katheter nicht optimal liegt. Das kann auch erfahrenen Anästhesisten mal passieren.

Bei einem Kaiserschnitt werden deutlich höhere Dosen der Medikamentes verwendet, meist wird bei einer Sectio eine Lumbalanästhesie bevorzugt, da hier eine schnellere und besser Wirkung eintritt. Eine Lumbalanästhesie ist aber keine PDA!

Spüre ich immer, wenn die Fruchtblase platzt?

Eigentlich ja, vorausgesetzt die Fruchtwassermenge ist normal. Zweifel können eigentlich nur aufkommen, wenn zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist oder der Blasensprung zu hoch ist. Das heißt, die Fruchtblase reißt weit oben und es kommt immer wieder ein wenig Flüssigkeit, da der Kopf des Babys nach unten wie ein Korken abdichtet.

Generell gilt: Auch bei geringem Verdacht auf einen Blasensprung solltest du immer zum Arzt gehen. Ein vorzeitiger Blasensprung ohne Wehen birgt immer ein Infektionsrisiko, daher solltest du auf Nummer sicher gehen. In besonderem Maße gilt das natürlich, wenn du noch weit vor dem errechnetem Geburtstermin bist, damit eine Frühgeburt verhindert werden kann.

Ich habe Wehen, wann muss ich in die Klinik fahren?

Wenn die Fruchtblase noch intakt ist, dann solltest du bei regelmäßigen Wehen, die im Abstand von 5 Minuten kommen, in die Klinik oder ins Geburtshaus. Bei einem Blasensprung gilt immer: Sofort in die Klinik, auch wenn du noch keine Wehen hast.

Geburt vom zweiten Kind

Wenn es nicht dein erstes Kind ist, dann kann die Geburt ein bisschen schneller fortschreiten – es schadet also nicht, ein wenig eher vor Ort zu sein. Warte gerade beim zweiten oder dritten Kind nicht zu lange, denn euer Körper weiß ja nun schon wie die Geburt funktioniert und statistisch betrachtet schreiten Folgegeburten schneller voran.

Wie fühlen sich Wehen an?

Für manche ist es ein Ziehen im Bauch, andere spüren es eher im Rücken. Einige Frauen beschreiben es wie fiese Regelschmerzen, während andere erst beim vollständig geöffnetem Muttermund von Schmerzen berichten.

Wehenschmerz ist etwas sehr individuelles. Je mehr du dich darauf konzentrierst und Angst vor Schmerzen hast, umso intensiver wirst du sie vermutlich auch wahrnehmen. Denn Angst macht unentspannt und das hilft unter einer Geburt leider kaum.

Am kräftigsten spürst du vermutlich die Wehen in der Austreibungsphase, gerade dann, wenn du vielleicht noch nicht pressen darfst. Aber das Gute ist: Wenn du es bis hier hin geschafft hast, dann liegt der längste Teil hinter dir.

Schmerzlindernd wirkt Zuwendung von deiner Begleitperson und der Hebamme.

Darf ich bei Wehen Schmerztabletten nehmen?

Ja, aber es wird dir vermutlich nicht viel helfen. Wichtig ist, dass du kein Aspirin einnimmst. Wenn du im Kreißsaal bist, werden die Hebammen dir auch krampflösende Medikamente anbieten. Aus ärztlicher Sicht sind Injektionen und Zäpfen weitaus besser geeignet, da die Wirkung schneller einsetzt und man diese auch besser steuern kann.

Mit fortschreitender Geburt können auch Medikamente, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen zum Einsatz kommen. In jedem Fall erfolgt diese Behandlung aber unter ärztlicher Aufsicht.

Wie unterscheide ich Fruchtwasser von Urin?

Wenn es sich um sehr wenig Flüssigkeit handelt, kannst du das nicht sicher unterscheiden, hier ist eine ärztliche Abklärung im Krankenhaus notwendig. Dort wird die Restfruchtwassermenge im Ultraschall gemessen, der pH-Wert bestimmt und ggf. das Vaginalsekret auf Fruchtwasserbestandteile hin untersucht. Auch dann kann es vorkommen – wenn auch selten – dass es nicht ganz sicher ist und der weitere Verlauf beobachtet werden muss.

Was zur Geburt anziehen?

Das, was du magst. Es gibt Frauen die zur Geburt ihr Lieblingskleid anziehen, weil sie fürs Baby besonders schön sein wollen. Viele werden vom Geburtsbeginn überrascht und tragen einfach ihre normalen Schwangerschaftsklamotten.

Wichtig ist, dass du dich wohl fühlst und nichts einengt. Es ist zur Geburt nicht nötig ein OP-Hemd anzuziehen, auch wenn viele Kliniken die gern ausgeben. Du musst natürlich irgendwann Hose oder Leggings ausziehen, aber obenrum kannst du tragen, was du möchtest. Wenn das für dich in Ordnung ist, kannst du auch vollkommen nackt gebären. So kommt ja auch dein Baby auf die Welt.

Im Vorfeld solltest du dir Gedanken darüber machen, wie du dein Baby auf die Welt bringen möchtest. Eine innere Haltung ist dabei genauso wichtig, wie ein gutes Umfeld, dass dich während der Geburt unterstützt. Das kannst du leider nicht immer beeinflussen, deswegen solltest du alles, was dir wichtig ist mit deiner Begleitperson absprechen. Schreibt es gern als Geburtsplan auf.

Meine Meinung

Ich kann all die Fragen rund um die Geburt so verstehen, gerade wenn es die erste ist, weiß man ja gar nicht, was einen erwartet. Und auch als Dreifachmama hat eine Geburt nicht an Faszination für mich verloren. Was Mama und Baby da leisten ist unglaublich.

Was ich in Bezug auf Geburten immer ganz wichtig finde: Es gibt keine guten oder schlechten Geburten. Es gibt die, die Frauen belasten und die, die Frauen stärken. Aber ihr selbst könnt da nur begrenzt Einfluss drauf nehmen. Habt ihr eine für euch belastende Geburt erlebt, sucht euch im Anschluss Hilfe. "Hauptsache, dem Baby geht's gut" ist keine Devise nach der ihr leben müsst.

Bildquelle: getty images /iStock / Getty Images Plus/ olegbreslavtsev

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