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Aus drei wird vier

Zweites Kind: Das wird richtig hart und das wird leichter

© Getty Images/ GeorgeRudy
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Wenn man sich ein zweites Kind wünscht oder etwa schon schwanger mit Baby Nummer Zwei ist, dann gehen einem viele Gedanken durch den Kopf: Wie wird es mit zwei? Ist das gut für unsere kleine Dreigestirn-Familie? Was wird sich ändern? Eines ist klar: Wie mit dem ersten Kind, wird auch mit dem zweiten Kind alles anders! Denn ein zweites Kind stellt die ganze Familie vor neue Herausforderungen. Es bringt aber auch jede Menge erfrischende Dynamik in die Familie. Wir verraten euch, was für unsere Familie.de-Familien mit dem zweiten Kind einfacher und was schwieriger wurde.

Bevor das zweite Kind auf der Welt ist, denkt man sich noch, dass es bestimmt kein großes Ding ist, ob da nun ein der zwei Kinder im Leben herumhüpfen. Oder zumindest versucht man sich mit diesem Gedanken zu beruhigen (sonst gäbe es vielleicht mehr Einzelkinder). ABER: Der Unterschied, ob ein oder zwei Kinder im Haushalt leben, ist riesig. Und vieles wird damit auch schwieriger – das muss man klar so benennen. Die gute Nachricht dabei: Es gibt auch einiges, dass einfacher wird. Und manches wird mit dem zweiten Kind weder schwerer noch einfacher, sondern einfach nur anders.

Charoline Bauer

Warnung vorab

Ich bin Mama von zwei Kindern. Mein zweites Kind ist jetzt etwas über ein Jahr alt und wie sicher viele Eltern von Babys bzw. Kleinkinder wissen, sind die ersten Jahre oftmals die härtesten, weil man einfach immer müde ist. Zumindest ich. Man muss dazusagen, dass ich zwei kleine Duracell-Häschen geboren habe – immer in Action, nie müde und selbst im Schlaf immer aktiv. Vielleicht hat deshalb meine Müdigkeit ein klitzekleines bisschen auf den Artikel abgefärbt. In zehn Jahren würde sich die Sache sicher ganz anders lesen.

Aber wenn ihr diesen Artikel jetzt gerade lest, weil ihr euch für das Thema "Zweites Kind" interessiert, dann seid ihr entweder gerade in der Planung fürs zweite oder es kommt bald. Und wir wären nicht familie.de, wenn wir nicht immer ehrlich und authentisch zu euch wären. Deshalb nehmt das, was hier als "wird schwieriger" beschrieben wird, nicht zu schwer, denn wir versprechen euch: Alles nur ne Phase!

Und P.S.: Zweites Kind? Ja, ich würde es wieder tun!

Zweites Kind: Das wird schwieriger

Natürlich ist das ein absolut subjektives Empfinden – womit die eine Familie beim zweiten Kind struggelt, ist für die andere Familie gar kein Problem. Die folgende Liste spiegelt die Schwierigkeiten der Zweifach-Eltern bei Familie.de wieder und mit großer Wahrscheinlichkeit werdet ihr euch in dem ein oder anderen der(oder in allen) Punkte wiederfinden:

Nur zwei Hände

Vor dem zweiten Kind mussten sich eure zwei Hände nur um ein Kind kümmern. Jetzt hat sich die Zahl eurer Kinder verdoppelt, nicht jedoch die Zahl eurer Hände. Gleiches gilt für Ohren, Mund und Augen! Und das macht das Leben mit einem zweiten Kind um einiges herausfordernder. Denn gerade sobald das zweite Kind auch mobil wird, muss man mit den Augen, Ohren und dem Mund eigentlich überall sein. Diese Aufgabe wird schwieriger, je kleiner der Altersunterschied zwischen den beiden Geschwisterkindern ist!

Wo ist nur die Zeit geblieben?

Mehr Kinder = weniger Zeit. Egal, ob für die Arbeit, Selfcare oder Treffen mit Freund*innen, sobald ein zweites Kind da ist, schwinden die eigenen Zeitreserven und der Tage könnte gut noch ein paar Stunden mehr gebrauchen.

Habt ihr mich noch lieb?

Das ältere Geschwisterkind muss das "Entthronungstrauma" bewältigen und kann auf die neue Konkurrenz im Haus eifersüchtig reagieren. Die Notwendigkeit, Aufmerksamkeit und Zeit neu zu verteilen, stellt neue große Herausforderungen an die Eltern. Denn wie schon erwähnt, hat sich die zur Verfügung stehende Zeit nicht vermehrt – nur eure Kinderanzahl. Das führt zwangsweise dazu, dass Kind Nummer Eins ab der Geburt des Geschwisterchens weniger Zeit und Aufmerksamkeit bekommt. Und das kann sich für das große Kind anfühlen, als würde es weniger Liebe bekommen. Eine harte Erfahrung, die zu verarbeiten die Aufgabe von allen zweifachen Eltern ist.

Charoline Bauer

Buchtipp für Geschwisterkinder

Unser Sohn hat sich super auf sein Geschwisterchen gefreut und ist auch toll mit dem Baby umgegangen. Es war gar keine Eifersucht zu spüren. Puh, dachten wir, da haben wir ja voll Glück gehabt. Erst über einige Wochen ist uns dann an anderen Stellen ein verändertes Verhalten an unserem Großen aufgefallen, das wir zunächst gar nicht mit dem zweiten Kind in Verbindung brachten: er war motzig und sehr genervt von uns Eltern. Vom Baby war er aber weiterhin begeistert. Und dennoch war dieses Verhalten eine Reaktion bzw. seine Eifersucht auf das neue Baby. Hat ein bisschen gebraucht, bis wir das richtig gerafft haben. Dabei geholfen hat uns das Buch "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Das Geschwisterbuch", in dem genau beschrieben wird, wie verschieden Erstgeborene auf ein Geschwisterkind reagieren können – und wie man am besten damit umgehen kann.

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Das Geschwisterbuch
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Mehr von allem

Eure Kinderanzahl hat sich mit dem zweiten Kind zwar nur verdoppelt, aber irgendwie scheint sich dabei die Zeit halbiert und alle Aufgaben verzehnfacht zu haben. Klar, macht es nicht den riesen Unterschied, ob ich die Waschmaschine für ein oder zwei Kinder anwerfe. Aber beim Zusammenlegen der Klamotten macht sich das zweite Kind im Haushalt durchaus bemerkbar. Das Gleiche gilt für unzählige Alltagssituationen – es scheint, als könnte man sie in einem Abwasch (genau, der verdoppelt sich auch bzw. wird die Spülmaschine jetzt viel schneller voll) machen, aber am Ende braucht man dennoch mehr Zeit (und Nerven) dafür. Es ist nämlich durchaus ein Unterschied, ob ich morgens vor der Arbeit ein oder zwei Kinder fertig machen, mit Frühstück versorgen und zur Kita (und Schule) bringen muss.

Charoline Bauer

Ich muss noch ...

Meine "Ich muss noch..."-Liste ist mit dem zweiten Kind exorbitant gewachsen. Dabei sind es meistens die gleichen "Ich muss noch"s wie beim ersten Kind, aber diese brauchen jetzt viel mehr Zeit oder müssen doppelt ausgeführt werden. Klar, kann ich versuchen z. B. Zahnarzt- oder Impftermine zusammenzulegen, was keinen erhöhten Zeitaufwand bedeutet. Aber ich muss doppelt dran denken und das erhöht meinen Mental Load. Und das der schon mit einem Kind die meiste Zeit zu hoch ist, davon wissen die meisten Mütter (und auch manche Väter) ein Lied von zu singen (kein besonders schönes).

Zum Entspannen zwischendurch und gaaanz viele "Ah ja"-Momente empfehle ich dieses Buch:

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Termine, Termine, Termine

Der organisatorische Aufwand steigt beträchtlich. Impfen, Zahnarzt, Kita, Schule, Geburtstage, Kleiderkauf ... mit dem zweiten Kind gibt es noch mehr Termine, die man im Kopf behalten und organisieren muss. Klar kann man versuchen, alle unnötigen Termine zu cutten, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Aber die Termine, die dann noch bleiben, sind immer noch mehr als zuvor und wirbeln eure Alltagsroutine mehr als einmal durcheinander.

Interessen ausgleichen

Verschiedene Kinder haben verschiedene Interessen, es gibt keine Gerechtigkeit bei der Aufteilung von Zuwendung – das müsst ihr euch bewusst machen. Wenn ihr für das eine Kind da seid – voll und ganz, – dann seid ihr nicht für das andere da. Ist einfach so. Denn es gibt jetzt doppelt so viele Kinder in eurer Familie, aber nicht doppelt so viele Eltern. Und nein, es ist nicht das gleiche für Kind Eins, wenn sich jetzt Papa mehr kümmert, während Mama z. B. noch im Wochenbett ist. Denn Papa ist nun mal nicht Mama.

Natalie Köhler

Schlechtes Gewissen lebt mit

Mein schlechtes Gewissen meldet sich seit Kind Nummer zwei deutlich öfter, weil ich mich ständig frage, ob ich beiden Mädels wirklich gerecht werde, beziehungsweise, ob ich sie auch wirklich gerecht behandele.

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Mehr Trouble

Mit jedem Kind steigt die Gefahr neuer Zwischenfälle: Unfälle, Krankheiten, Konflikte in Kindergarten, Schule, Freundeskreis ... Ihr seht schon, worauf das hinaus läuft: Euer Nervenkostüm wird mit dem zweiten Kind nicht weniger strapaziert werden.

Mehr Chaos

Ein Kind alleine schafft es schon, die Wohnung in kürzester Zeit schlimmer zu verwüsten als ein Wirbelsturm. Mit dem zweiten Kind erhöht sich der Sturm zu einem ausgewachsenen Hurrikan der Stufe 5. Ihr werdet in den nächsten Jahren sehr viel Zeit mit aufräumen (oder der Aufforderung zum Aufräumen) verbringen.

Weniger Schlaf

Schlafmangel und Stress zehren an den Nerven, das wird mit Kind Zwei nicht unbedingt besser. Gerade wenn die Kinder noch klein sind, gibt es wenig oder nur sehr kurze Erholungsphasen. Das ist manchmal ganz schön hart.

Abgabe Hoch 2

Um mal wieder richtig zur Ruhe zu kommen oder etwas Wichtiges zu erledigen, wofür man kein Kind an seiner Seite gebrauchen kann, muss man die lieben Kleinen manchmal abgeben – an die Großeltern, Freunde, Geschwister, etc. Ein Kind nehmen die meisten gerne, aber ein zweites? Das ist schon deutlich mehr Aufwand beim Babysitten.

Natalie Köhler

Nicht ohne meine Tochter

Ein Kind kann man schon mal auch spontan bei der Oma oder den Nachbarn unterbringen, zum Beispiel, wenn man kurzfristig zum Arzt muss oder ein Termin bei der Arbeit ansteht. Eine Betreuung für zwei Kinder zu finden, ist da schon schwieriger, klar, doppelte Verantwortung und doppelt so viel Stress … Deswegen bin ich eigentlich nie alleine und eine der jungen Damen ist immer an meiner Seite – aber das kann ich auch in den allermeisten Fällen genießen. Sie werden ja so schnell groß!

Zweites Kind: Was einfacher wird

Natürlich macht ein zweites Kind nicht alles nur schwieriger, auch wenn die lange Liste oben das so erscheinen lassen mag. Wir Zweifach-Mamas in der Redaktion können euch versichern, dass den vielen "Das wird schwieriger"-Punkten mindestens genauso viele "Das wird einfacher"-Punkte gegenüberstehen. Sie sind aber vielleicht manchmal nicht so offensichtlich, weil wir Gutes bzw. Einfaches schneller wieder vergessen oder eher als normal hinnehmen als Dinge, die uns Schwierigkeiten bereiten. Aber hier kommt sie, die geballte Power der Dinge, die beim zweiten Kind einfacher sind oder durch ein zweites Kind einfach werden.

Entspannterer Kopf im Wochenbett

Für viele ist das zweite Wochenbett nervlich leichter zu ertragen, obwohl es körperlich vielleicht anstrengender ist, weil da ja noch ein Kind herumhüpft, während euer zweites Kind an der Brust oder Flasche nuckelt. Aber ihr kennt die Situation schon, wisst was passiert und was ihr braucht. Das ist eh für Eltern und besonders Mamas extrem wichtig: Macht euch klar, was ihr braucht und fordert es ein, bzw. sucht euch die entsprechende Hilfe durch den Partner oder die Partnerin, Großeltern, Verwandte, Freunde oder auch von sozialen Vereinen, staatlichen Stellen oder von eurer Krankenkasse. Es gibt wirklich für vieles Unterstützung, wenn man danach fragt.

Jennifer Kober

Wochenbett-Zen

Was für mich auch einfacher war: die postpartale Phase. Wenn ihr Angst habt, dass ihr euren Kindern im Wochenbett oder während der (zugegebenermaßen längeren) Rückbildung nicht gerecht werden könnt: Auch hier war für mich der mentale Aspekt um ein Vielfaches leichter. Weil ihr wisst, was mit eurem Körper passiert und warum. Und wie es sich anfühlt, wenn eure Hormone aus dem Ruder laufen. Das nimmt jede Menge Druck, der beim ersten Kind vielleicht größer war.

Kenn ich, kann ich

Als Eltern eines zweiten Kindes seid ihr viel routinierter und ruhiger, kennt die wesentlichen Handgriffe, Wehwehchen und Krisen, seid souveräner, setzt Grenzen klarer und fällt Entscheidungen leichter. Und ihr vermeidet die typischen "Erstlingsfehler" oder macht es dieses Mal einfach anders.

Natalie Köhler

Entspanntere Eltern

Wir waren in vielen Punkten entspannter und selbstbewusster beim zweiten Kind, was zum Beispiel Erziehungsfragen oder den Umgang mit Krankheiten angeht. Und natürlich ist man beim zweiten Kind auch einfach schon in dieser Eltern-Rolle drin, das hat bei unserer ersten Tochter doch ein ganzes Stück gedauert.

Red' du nur

"Gute Ratschläge" von Verwandten und Bekannten braucht ihr beim zweiten Nachwuchs nicht mehr zu fürchten. Die ersten erzieherischen Weichenstellungen sind schließlich die grundlegenden, und die sind bereits beim ersten Kind erfolgt, alle Grundsatzfragen von Stillen über Familienbett bis zum Impfen beantwortet. Das heißt nicht, dass euer Umfeld beim zweiten Kind brav die Klappe hält und sich nicht einmischt, aber ihr könnt sie getrost quatschen lassen und stumm mit dem Finger auf Kind Eins zeigen (zumindest innerlich). Ihr wisst schließlich mittlerweile, was ihr da tut als Eltern.

Kinder lernen von Kindern

Das zweite Kind erlebt Erziehung durch das, was Eltern und das ältere Geschwisterkind vorleben. Eine Einordnung fällt ihm leichter, und es läuft auch gar nicht erst Gefahr, wie viele Erstgeborenen in Watte gepackt zu werden. Und es macht so viel mehr Spaß Dinge vom großen Bruder oder der großen Schwester zu lernen als von den ollen Eltern. Aber Vorsicht, die lieben Zweiten lernen am allerliebsten die Sachen, die sie sich besser (noch) nicht abschauen sollten. Aber so ist Familie nun mal!

Alles perfekt machen, nicht

Das Streben nach Perfektion ist eigentlich schon für Eltern mit einem Kind keine gute Idee, denn Kinder sind nun mal von Natur aus das pure Chaos und wirken jedem Perfektionismus entgegen. Löblich, wer dennoch weiter danach strebt, aber seid gnädig mit euch, wenn ihr eure hoch gesteckten Ziele nicht erreicht. Und mit dem zweiten Kind wird es noch weniger Perfektionismus, dafür aber viel mehr Improvisation in eurem Leben geben. Das ist zwar anstrengend, aber kann auch ganz schön befreiend und lehrreich sein.

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Mach' ich eh schon

Vieles ist "ein Aufwasch". Einkaufen für einen mehr, Vorlesen, Kochen – bei vielen Alltagsdingen macht es keinen großen Unterschied, wenn die Familie größer wird. Alles easy! Und die Punkte bei denen es durchaus einen Unterschied macht, findet ihr oben.

Hab ich schon

Euer zweites Kind kommt in einem Familien-Haushalt an, nicht in einem Wir-werden-das-erste-mal-Eltern-Pärchen-Haushalt. Vieles für Kinder werdet ihr beim zweiten Mal schon im Haus haben. Das macht den Alltag definitiv leichter. Egal ob Matschhose, Roller, Bastelzeug oder Medikamente – ihr müsst einfach nicht wegen jeder Kleinigkeit losziehen.

Tina Hoffmann

Es sei denn ...

Mein Sohn ist 9 Jahre älter als meine Tochter. Leider hatte ich außer Spielzeug und Bücher das meiste bereits weggegeben, aber ich hatte mehr Gespür dafür, was man wirklich braucht und was überflüssig ist.

Kind bespaßt Kind

Erstgeborene sind, sofern der Altersunterschied mindestens drei Jahre (unsere Schätzung) beträgt, die besten Kurzzeit-Babysitter. Dadurch bekommen die Eltern neue Freiheiten. Hier vier Beispiele aus unserer Redaktion mit verschiedenen Altersabständen und den entsprechenden Vorteilen:

Jennifer Kober

Altersabstand 3 Jahre (Noch junges Kleinkind und Kindergartenkind)

Meine beiden sind 3 Jahre auseinander. Auch wenn es für unseren Großen eine ganz schöne Achterbahnfahrt war, wird es jeden Tag schöner, die beiden zusammen spielen, miteinander kommunizieren und voneinander lernen zu sehen. Aber auch die schwierigen Situationen waren beim zweiten Kind leichter, weil wir viele Erfahrungen einfach schon einmal (so ähnlich) gemacht haben. Krankheiten, Stillprobleme, schlaflose Nächte, extreme Wutanfälle ... Ich habe vor Kurzem das Zitat gelesen: “Die Zweiten lassen sich nie und von gar nichts stoppen!” und das stimmt wirklich. Sie kommen einfach viel früher mit Konflikten, aber auch ihrem ersten Vorbild (das große Geschwisterchen!) in Kontakt und das stärkt BEIDE Kinder ungemein.

Charoline Bauer

Altersabstand 4,5 Jahre (Junges Kleinkind und Vorschulkind)

Ich habe in meinem großen Kind gerade im ersten Jahr mit dem Baby eine große Unterstützung gefunden, mit der ich so nicht gerechnet habe. Er hat das Baby bespaßt, damit ich duschen gehen konnte oder passt auf, dass mein zweites Kind nirgends hochklettert, wenn ich kurz mal auf der Toilette bin. Er füttert es schonmal, wenn ich noch am Kochen bin und zeigt seinem kleinen Geschwisterchen Dinge, die es sich von Mama oder Papa partout nicht beibringen lassen will.

Natalie Köhler

Altersabstand 5 Jahre (Kindergartenkind und Schulkind)

Das Schönste für mich: Wenn meine Töchter intensiv miteinander spielen, das sind dann definitiv Phasen, die mich sehr entlasten und auch meine Kinder fröhlich machen. In diesen Spielphasen ist das Leben mit zwei Mädels einfach ganz easy! Und für mich vielleicht auch mal ein Käffchen am Nachmittag drin mit Zeitschrift in der Hand.

Tina Hoffmann

Altersabstand 9 Jahre (Vorschulkind und Teenager)

Meine Situation ist definitiv entspannter als mit mehreren kleinen Kindern, denke ich. Der Große kann auch mal etwas länger aufpassen und kleinere Aufgaben übernehmen. Es gab auch quasi nie Streit, dafür sind die Interessen und Bedürfnisse der beiden zu unterschiedlich. Was nicht so gut war: Meine Tochter kam viel früher mit Fernsehen, Süßkram etc. in Kontakt, weil ich das dem Großen ja nicht plötzlich alles verbieten konnte.

Mehr Liebe, Lachen, Lebensfreude

Dieser Punkt müsste eigentlich zehnfach zählen bei den Dingen die einfacher, die schöner werden. Denn ein zweites Kind bringt nicht nur mehr Aufgaben und To-Dos, sondern eben auch viel mehr schöne Momente, Lachen und Glücklichsein in euere Familie. Das gibt eurem Familienalltag die Leichtigkeit zurück, die euch eben dieser Familienalltag mit zwei Kindern jeden Tag nimmt.

Zweites Kind: Das wird einfach anders

Wenn bei euch ein zweites Kind dazu kommt, dann wird alles einfach noch mal anders. Das lässt sich nicht immer mit besser oder schlechter, schwieriger oder leichter labeln – manche Dinge werden einfach nochmal anders als zuvor.

Jedes Kind ist anders

Kein Kind ist gleich – und euer zweites Kind wird ganz andere Eigenschaften haben als das erste. Nummer eins ist ein gut gelaunter Wonneproppen, der fast von Anfang an durchgeschlafen hat? Dann ist Nummer zwei vielleicht ein unruhiger Nachtgeist, der viel weint und getragen werden möchte. Dafür ist es aber vielleicht früher selbstständig und die Kitaeingewöhnung wird leichter. Manche Dinge scheinen mit dem zweiten Kind schwieriger, dafür sind dann andere wieder leichter. Es wird also in der Summe weder schwerer noch leichter als mit eurem ersten Kind, sondern einfach nur anders.

Alles bleibt anders

Der erste Nachwuchs hat euch aus dem Paar-Universum heraus ins Eltern-Paralelluniversum katapultiert. Da seid ihr jetzt und habt euch schon daran gewöhnt. Ein zweites Kind wird euch nicht nochmal irgendwohin schießen, ihr bleibt in eurer gewohnten Elternbubble, es wird vielleicht nur noch ein klitzekleines bisschen anstrengender (siehe Anfang des Artikels).

Das zweite Kind lernt oft ganz viel vom ersten. Wie Kinder sonst noch lernen, erfahrt ihr hier ...

Wie Kinder lernen: 7 unglaubliche Fakten Abonniere uns
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Bist du bereit für ein weiteres Kind?

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