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Be prepared!

Dammmassage: Was sie bringt, wie sie funktioniert und wie sie sich anfühlt

© Getty Images / Drazen Lovric
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In der Schwangerschaft beschäftigen wir uns plötzlich mit Themen, über die sich wohl die wenigsten von uns vorher Gedanken gemacht hätten – zum Beispiel mit der Dammmassage. Gemeint ist, dass du ungefähr sechs Wochen vor der Geburt den Bereich zwischen Vulva und After regelmäßig dehnen kannst, damit hier möglichst nichts reisst, auch wenn da bald ein Babyköpfchen für mächtig Spannung sorgt. Also los: Wie so eine Dammmassage funktioniert, was du dafür brauchst und wie es uns dabei ging…

Viele Hebammen empfehlen die Dammmassage (und Himbeerblättertee) zur Geburtsvorbereitung, um das Gewebe weicher zu machen. Natürlich gibt es trotzdem keine Garantie, dass später nichts reisst. Aber sich an den Damm ran zu trauen ist auf jeden Fall einen Versuch wert und kann sogar zu einem kleinen Ritual werden, das dir dabei hilft, mit einem guten Gefühl auf die Geburt zuzugehen.

Ab wann sollten Schwangere ihren Damm massieren?

Du kannst ab etwa der 34. Schwangerschaftswoche damit beginnen deinen Damm zu massieren. Sinn und Zweck der Dammmassage ist, das Gewebe zu dehnen, seine Durchblutung zu verbessern und den Bereich zwischen Vulva und After, der aus Haut, Muskeln, Unterfett und Bindegewebe besteht, insgesamt etwas weicher und geschmeidiger zu machen. Aber auch wenn du später damit beginnst, ist das nicht schlimm. Jedes Mal zählt.

Und wie oft massiere ich den Damm?

Hebammen sagen: Ein zu Viel gibt es eigentlich nicht. Du kannst dir drei bis vier Mal wöchentlich fünf bis zehn Minuten Zeit für die Dammmassage nehmen oder sie täglich einplanen. Ganz wie du magst und es in deinen Alltag passt.

Dammmassage Hilfsmittel: Welches Öl ist das richtige?

Suche dir ein schönes, natürliches Öl zum Massieren deines Damms aus. Am besten eignen sich zum Beispiel Jojobaöl, Rosenöl oder Mandelöl. Auch Johanniskrautöl oder das Öl vom Muskatellersalbei haben sich bewährt, denn sie besitzen zusätzlich eine entspannende und durchblutungsfördernde Wirkung.

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So bereitest du dich vor auf die Dammmassage:

  • Nimm dir etwas Zeit und gehe in einen Raum, in dem du dich entspannen kannst und ungestört bist.
  • Hände gut waschen: Es ist wichtig ist, dass du saubere Finger hast. Denn Infektionen können Schwangere noch weniger brauchen, als Frauen ohne Baby im Bauch. Hast du scharfe, lange Fingernägel, würde ich dir ans Herz legen, sie zu kürzen. Sonst könntest du dich verletzen, was du ja eigentlich mit der Dammmassage gerade verhindern möchtest.
  • Du kannst dein Dammgewebe vorbereiten, indem du vor der Massage warm badest oder duschst (geht natürlich nur manchmal) oder dir sanft einen warmen Beutel Schwarztee auf den Bereich drückst. Gebe ihn zuvor in kochendes Wasser, lasse ihn drei Minuten ziehen und dann soweit abkühlen, dass er sich angenehm warm (nicht mehr heiß!) auf der Haut anfühlt. Die Wärme regt nämlich die Durchblutung an und im Falle des Tees sollen die Gerbstoffe dafür sorgen, dass die Haut weniger schmerzempfindlich reagiert.

Und wie funktioniert die Dammmassage nun genau?

Hier kommt eine super Anleitung von Hebamme Jana Friedrich vom Hebammenblog aus Berlin:

  • Viele Frauen erreichen den Damm am besten im Stehen – beispielsweise mit einem Bein auf dem Badewannenrand aufgestellt.
  • Nimm ausreichend Öl auf die Fingerspitzen und wärme es durch Verreiben etwas an. Anschließend führst du deinen Daumen in die Scheide ein, während der Zeigefinger von außen den Damm massiert.
  • In kleinen kreisenden Bewegungen lockerst du so den Bereich der unteren Scheidenwände. Stellst du dir eine Uhr vor, befindet sich das Gebiet zwischen drei und neun Uhr.
  • Als Nächstes versuche, die Scheide auch dammwärts, also Richtung sechs Uhr, zu dehnen. An der Schmerzschwelle atmest du zwei bis drei Mal in die Spannung ein und lässt dann wieder locker.

"Du wirst sehen: Mit der Zeit wird dir die Dehnung immer leichter und weiter möglich und der Schmerz lässt nach."

Hebamme Jana Friedrich

 

Jennifer Kober

Für mich war die Dammmassage empowernd für die Geburt

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Wann sollten Schwangere den Damm nicht massieren?

Die Dammmassage ist eine gefahrlose Methode, den Damm zu dehnen. Lieber lassen solltest du sie jedoch, wenn…

  • …du eine Infektion in der Scheide hast. Hast du zum Beispiel einen Scheidenpilz, solltest du zunächst auf die Dammmassage verzichten, um den Pilz nicht weiter in der Scheide zu bringen. Behandele erst den Scheidenpilz, dann kannst du sorglos massieren.
  • Falls du die Neigung zu vorzeitigen Wehen hast, solltest du die Dammmassage nicht zu früh beginnen. Starte frühestens ab der 37. Woche, damit du keine unerwünschten Kontraktionen auslöst. Generell gilt: Jede weitere Woche im Bauch Richtung SSW 40 ist gut fürs Baby.

Bist du dir unsicher, sprich bitte immer mit deiner Hebamme oder Gynäkologin. Sie können dir einen individuellen Rat geben.

Keine Scheu

Dammmassage: mit dem Partner oder alleine?

Das entscheidest natürlich du allein. Hast du das Gefühl, du kannst dich gut entspannen und dein Partner oder deine Partnerin möchte gern massieren, fein. Falsch machen könnt ihr bei guter Kommunikation nichts. Allerdings geht man bei der Dammmassage ja bis an die Schmerzgrenze. Viele Frauen machen sie deshalb lieber allein für sich.

Maike Mauer

Meinen Damm massieren? Ich musste mich erst rantassten…

Da ich ab der 27. SSW immer wieder Frühwehen hatte, habe ich erst mit der Dammmassage angefangen, als eine Geburt kein Problem mehr gewesen wäre – so etwa in der 38. SSW. Und zugegeben: Ich musste mich erst mal dazu überwinden. Als ich dann über meinen Schatten gesprungen bin, mich an die Hebammen-Anleitung gehalten und etwas Übung hatte, wurde es zu einem Ritual, das plötzlich genauso dazu gehörte wie das, mir den Bauch einzuölen. Und ich bilde mir ein, beides hat was gebracht. Mit Partner wäre eine Dammmassage für mich aber nichts gewesen.

Wie fit seid ihr in puncto Schwangerschaftswissen? Unsere Kollegin Jen hat mit Hebamme Jana Friedrich vom Hebammenblog.de über Schwangerschaftsmythen gesprochen. Ratet doch mal mit: Stimmt es oder stimmt es nicht?

Hebamme im Interview: Schwangerschaftsmythen und Aberglaube Abonniere uns
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Dieses Video entstand in Kooperation mit Hebamme Jana Friedrich von Hebammenblog.de.

Und wer sich schon mal aufs Wochenbett vorbereiten mag, hat bestimmt Spaß an unserem Still-Quiz…

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