Dammmassage – sanfte Vorbereitung auf die Geburt

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Dammmassage – sanfte Vorbereitung auf die Geburt

Um einem Dammriss bei der Geburt vorzubeugen, kannst du im Vorwege selbst Hand anlegen, das Gewebe sanft dehnen und so optimal auf die Entbindung vorbereiten.

Während der Geburt, wenn sich das Köpfchen des Kindes mit großem Druck durch den Geburtskanal nach außen schiebt, wird der Damm maximal gedehnt. Nicht selten kommt es dann in diesem Gewebe, das zwischen After und Scheide liegt, zu einem schmerzhaften Einriss, dem sogenannten Dammriss. In manchen Fällen muss der Arzt im Kreißsaal sogar mit dem Skalpell nachhelfen, um das Ende des Geburtskanals zu vergrößern und einen Dammschnitt vornehmen. Risse und Schnitte heilen zwar mit der Zeit wieder, sind aber schmerzhaft und dabei möglicherweise sogar vermeidbar.

Ein gutes, natürliches Öl macht die Dammmassage zur Geburtsvorbereitung sehr angenehm.

Dammmassage: Ab wann sollte man sie machen

Du kannst selbst vorbereitend etwas tun. Hebammen empfehlen neben Himbeerblättertee zur Geburtsvorbereitung auch die Dammmassage. Du kannst ab der 34. Woche bzw. ungefähr neun Wochen vor dem errechneten Geburtstermin damit beginnen und durch sanfte Massage das Gewebe weiten und auf die Entbindung einstimmen. Das entspannt das Areal, durchblutet es besser und macht es weich. Und auch wenn die Dammmassage keine Garantie bietet, dass es nicht doch zu Einrissen kommt, hilft sie dem Damm, die maximale Dehnung durch die Geburt so unbeschadet wie möglich zu überstehen.

Dammmassage: Welches Öl ist das richtige und was du sonst noch vorbereitend wissen musst

Mach aus deiner Dammmassage ein kleines Ritual, bei dem du dir Zeit für dich nimmst. Du kannst die Dammmassage im Sitzen durchführen. Viele Schwangere ziehen es jedoch vor, zu stehen, wobei sie ein Bein hoch stellen, zum Beispiel auf den Badewannenrand. Die Massage dauert ungefähr zehn Minuten. Sie sollte wenn möglich regelmäßig jeden zweiten Tag, wenn du magst auch einmal täglich, gemacht werden.

Sorge unbedingt dafür, dass du saubere Finger und keine scharfkantigen Fingernägel hast, um eine Infektions- und Verletzungsgefahr auszuschließen. Verwende ein schönes, natürliches Öl, zum Beispiel Jojobaöl, Rosenöl oder Mandelöl. Das pflegt die Haut und macht das Gewebe schön zart. Auch Johanniskrautöl oder das Öl vom Muskatellersalbei haben sich bewährt, denn sie besitzen zusätzlich eine entspannende und durchblutungsfördernde Wirkung. Hier kannst du Dammmassageöl kaufen*.

Dammmassage: eine Anleitung

Jetzt bist du gut vorbereitet, dann kannst du auch schon beginnen.

  • Setze oder stelle dich in eine für dich bequeme Position.
  • Nimm ein paar Tropfen Öl und verreibe sie auf deinen Fingerspitzen.
  • Führe deinen Daumen in die Scheide ein, die Finger zeigen in Richtung Anus.
  • Zeigefinger und wenn du magst Mittelfinger massieren von außen das Gewebe des Damms in kleinen kreisenden Bewegungen.
  • Bleibe dabei sanft und mache nicht zu ruckartige Bewegungen, denn du sollst dich dabei entspannen.
  • Auch die Innenseiten der unteren Scheidenwände werden sanft in kreisenden Bewegungen mit dem innen liegenden Daumen massiert.
  • Jetzt dehne die Scheide in Richtung Damm. Das wird möglicherweise unangenehm ziehen.
  • Atme und halte die Position kurz im Dehnungsschmerz, dann löse die Spannung.
  • Wiederhole die Dehnung drei bis vier Mal.

Du wirst sehen: Mit der Zeit wird dir die Dehnung immer leichter und weiter möglich und der Schmerz lässt nach.

Dammmassage: mit dem Partner oder alleine?

Viele Schwangere sind lieber für sich, wenn sie die Dammmassage durchführen. Es gibt dafür auch vereinfachende, technische Hilfsmittel, wie den EPI-NO Delphine*. Manch Schwangere jedoch möchte die Dammmassage gerne mit ihrem Partner machen, da sie auch viel Nähe und Intimität bringt. Entscheide ganz nach persönlicher Vorliebe, je nachdem, wie du besser entspannen kannst. Falsch machen kannst du nichts.

Dammmassage: Wann sollte sie nicht gemacht werden?

Die Dammmassage ist eine gefahrlose Methode, den Damm zu dehnen. Sie kann zum Ende der Schwangerschaft immer gemacht werden. Es gibt lediglich einige Ausnahmen: Wenn du eine Infektion in der Scheide hast, zum Beispiel einen Scheidenpilz, solltest du zunächst auf die Dammmassage verzichten, um den Pilz nicht manuell weiter in der Scheide zu bringen. Behandele erst den Scheidenpilz, dann kannst du sorglos massieren.

Auch wenn du die Neigung zu vorzeitigen Wehen hast, solltest du die Dammmassage nicht zu früh beginnen. Starte hier nicht vor der 36. Woche, damit du keine unerwünschten Kontraktionen auslöst.

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Bildquelle: Getty Images

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